Anzeige

Kaufsüchtige verharmlosen ihr Verhalten

Zu viel shoppen kann ein Suchtverhalten darstellen

Spontane Einkäufe gelten nicht nur in psychologischen Lehrbüchern als ganz normale menschliche Vorgehensweise, doch damit hat eine Kaufsucht nichts im Geringsten zutun. Kaufsüchtige verharmlosen die negativen Konsequenzen ihres Suchtverhaltens und geben ihrem Zwang wahllos und exzessiv kaufen zu müssen nur sehr selten offen zu. Shoppen bis zum Abwinken lautet die Devise bei Kaufsüchtigen, von denen es allein in Deutschland geschätzte 800.000 Betroffene gibt. Rund 6% davon gelten als süchtig im eigentlichen Sinne und können dem Drang wahllos einkaufen zu müssen nicht widerstehen.

Wie bei jeder Sucht finden sich auch bei einer Kaufsucht bei den Betroffenen eindeutige seelische Belastungen, die durch das extreme Einkaufen kompensiert werden sollen. In den meisten Fällen (90%) finden sich bei den betroffenen Frauen und Männern weitere psychische Störungen, so etwa in Form einer Depression oder Angststörungen. Zusätzlich kann ein recht sorgloses Verhalten zum Thema Geldausgeben bei Kaufsüchtigen verzeichnet werden, was in der Regel auf Dauer zu einer hohen Verschuldung führt und folglich einen wahren Teufelskreis auslösen kann.

Die meisten Psychiater sehen in der Oniomanie, so der Fachbegriff der Kaufsucht, eine hohe Übereinstimmung zu anderen Zwangs- oder Impulsstörungen wie etwa der Kleptomanie oder einer exzessiven Spielsucht. Bei den Betroffenen einer Kaufsucht entstehen nach dem Kaufrausch kurzfristig positive und somit befriedigende oder auch erlösende Gefühle, allerdings halten diese nur selten lange an. Drängt sich wieder einmal der Zwang auf unbedingt, sofort und möglichst viel einzukaufen, gibt es dann auch dann kein Halten mehr, wenn sich in den Schränken bereits die Bretter biegen. Dass die gekauften Produkte zumeist nicht einmal ausgepackt werden, ist übrigens ein weiteres Indiz für diese Erkrankung.

Konnte ein Kaufsüchtiger sich erst einmal darüber klar werden, dass es ohne Hilfe nicht mehr geht, besteht die Möglichkeit eine Therapie zu durchlaufen. Hierbei erlernen die Betroffenen nicht nur nach den Ursachen ihrer Kaufsucht zu forschen, sondern unter anderem auch ein Finanzmanagement oder ein angemessenes Konsumverhalten. Wie in den meisten Suchtfällen, und hier gibt es von Sucht zu Sucht zahlreiche Überschneidungen, gilt auch bei einer ausgeprägten Kaufsucht, dass das persönliche Erkennen der erste Schritt zu einem zwangfreien Leben sein kann.


« Multiple Sklerose: Neues Untersuchungsverfahren Übergewichtige Jugendliche und Magen-Operationen »

Letzte Aktualisierung am 08.03.2010.

Kaufsüchtige verharmlosen ihr Verhalten

Anzeige
Anzeige