Die meisten Psychiater sehen in der Oniomanie, so der Fachbegriff der Kaufsucht, eine hohe Übereinstimmung zu anderen Zwangs- oder Impulsstörungen wie etwa der Kleptomanie oder einer exzessiven Spielsucht. Bei den Betroffenen einer Kaufsucht entstehen nach dem Kaufrausch kurzfristig positive und somit befriedigende oder auch erlösende Gefühle, allerdings halten diese nur selten lange an. Drängt sich wieder einmal der Zwang auf unbedingt, sofort und möglichst viel einzukaufen, gibt es dann auch dann kein Halten mehr, wenn sich in den Schränken bereits die Bretter biegen. Dass die gekauften Produkte zumeist nicht einmal ausgepackt werden, ist übrigens ein weiteres Indiz für diese Erkrankung.
Konnte ein Kaufsüchtiger sich erst einmal darüber klar werden, dass es ohne Hilfe nicht mehr geht, besteht die Möglichkeit eine Therapie zu durchlaufen. Hierbei erlernen die Betroffenen nicht nur nach den Ursachen ihrer Kaufsucht zu forschen, sondern unter anderem auch ein Finanzmanagement oder ein angemessenes Konsumverhalten. Wie in den meisten Suchtfällen, und hier gibt es von Sucht zu Sucht zahlreiche Überschneidungen, gilt auch bei einer ausgeprägten Kaufsucht, dass das persönliche Erkennen der erste Schritt zu einem zwangfreien Leben sein kann.