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Kaufsucht: Einkaufen als Sucht

Der Rausch nach dem Kauf zieht sich durch alle Gesellschafts- und Einkommensschichten

02.11.2009 - Rund 500.000 Menschen sind laut Schätzungen allein in Deutschland von der Sucht des Kaufens und dem kurzen Moment der Befriedigung nach dem Erwerb betroffen. Hierbei handelt es sich nicht einfach um die Freude am Objekt der Begierde und natürlich dem anschließenden Benützen, denn sobald die Kaufsüchtigen mit ihrer neuesten Errungenschaft im Zuhause angekommen sind, verfliegt das Hochgefühl und die Sachen stapeln sich unbeachtet und ungebraucht in den Ecken und Schränken der Wohnung oder des Hauses. Viele der Betroffenen leben entweder in finanziell engen Verhältnissen oder bringen sich aufgrund der Kaufsucht in solch eine Lage. Ob Arbeitslose oder Azubi, Geschäftsfrau oder Bankangestellt, der Rausch nach dem Kauf zieht sich durch alle Gesellschafts- und Einkommensschichten.

Kaufsüchtige erleben ihre Sucht wirklich als solch eine, denn vor dem Kauf geraten sie ins Schwitzen, bekommen Herzrasen oder spüren eine starke Unruhe in sich. All diese Symptome verfliegen genau dann, wenn sie etwas eingekauft haben und oft handelt es sich stets um ein und dasselbe oder ähnlich gelagerte Produkt. In der Psychiatrie gibt es für die Kaufsucht bislang noch keine klare Definition dieser Zwangsstörung, die die Betroffenen um ihr Hab und Gut und oft vor den Richter bringt, da irgendwann kein Geld mehr für die Käufe vorhanden ist und sie mit Krediten oder gar Betrügereien versuchen an ihr Suchtobjekt zu gelangen.

Erst seit etwa zehn Jahren beschäftigt sich die Wissenschaft mit der Kaufsucht, ihren Ursachen und vor allem auch für die Entwicklung geeigneter Therapieformen. Als Ursachen werden für eine Kaufsucht unter anderem wie bei anderen Abhängigkeiten auch seelische Belastungen, wie etwa finanzielle, berufliche oder private Probleme, genannt. Anfangs überkommt die Kaufsüchtigen ein gutes Gefühl, das sie Woche zu Woche wieder suchen und schlussendlich sich in ihrer Sucht verlieren.

Therapeutisch gegen die Kaufsucht anzugehen ist kein leichtes Unterfangen und findet zumeist in Form einer Verhaltenstherapie statt. Viele Kaufsüchtige Frauen und Männer finden zusätzlich in Selbsthilfegruppen einen gewissen Halt, der sich beim Reduzieren oder Aufhören des Kaufens als unterstützend erweist. Doch auch bei der Kaufsucht gilt, dass nach einem clean werden ein Rückfall nicht ausgeschlossen ist und sich auch in sehr vielen Fällen als Realität aufzeigen lässt.

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Letzte Aktualisierung am 09.12.2009.

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