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Magenband: Chirurgische Mageneingriffe in der Therapie der Adipositas und Übergewicht.

Lesezeit: 2 Min.

Magenballon, Gastric banding und Co aus ernährungsmedizinischer Sicht

10.03.2008 - Magenballon, Gastric banding: Generell erfreuen sich chirurgische Maßnahmen zur Bekämpfung des Übergewichtes und besonders der Adipositas zunehmender Beliebtheit. Doch genauso wenig wie es die Wunderpille zum Abbau des Körpergewichtes gibt, ist auch die Chirurgie keinesfalls als "non plus ultra" anzusehen, auch wenn die Betroffenen dies gerne so hätten.

Zwei bekannte und praktizierte Methoden in der Magenchirurgie sind das Einsetzen eines Magenballons oder eines Magenbandes, auch als Gastric Banding bezeichnet. Ziel dieser beiden Methoden ist es, die Nahrungszufuhr der Betroffenen einzuschränken, beziehungsweise deren Sättigungsgefühl zu erhöhen. Das Prinzip des Magenballons ist es, durch die Dehnung des Magens ein Sättigungsgefühl hervorzurufen, da Dehnungsrezeptoren in der Magenwand Impulse über den Füllungszustand des Magens an das Gehirn weiterleiten.

Magenband


Es hat sich gezeigt, dass Füllungsvolumina von mehr als 400 Milliliter zu einer Reduktion der Nahrungsaufnahme führen. Mithilfe eines Gastroskops wird der Ballon in den Magen eingebracht und anschließend mit Flüssigkeit oder Luft gefüllt. Sie sind auf dem selben Weg auch wieder entfernbar.

Das Magenband verringert das Sättigungsgefühl durch Einschnürung des Vormagens und verringert durch Einengung der Passage die mögliche Nahrungszufuhr. Hierzu implantieren Chirurgen laparoskopisch ein auch nachträglich noch in der Weite anpassbares Band. Das Band ist unmittelbar unter dem Mageneingang angebracht und vermindert hiermit die Füllung des Vormagens. Über einen Port, also ein flüssigkeitsgefülltes Reservoir ist der Durchmesser des Bandes auch nach der Operation noch anpassbar.

So toll sich diese beiden Möglichkeiten auch anhören, Wundermittel sind sie nicht. Sie sind keinesfalls frei von Nebenwirkungen und Komplikationen und nur extrem übergewichtigen Menschen vorbehalten, bei denen die herkömmlichen Methoden zur Gewichtsreduktion nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben. Nach der evidenzbasierten Leitlinie Adipositas der Deutschen Adipositas Gesellschaft bleiben diese chirurgischen Maßnahmen lediglich einer bestimmten Gruppe von Schwergewichtigen vorbehalten. Dies sind insbesondere Patienten mit Adipositas Grad II bis III, also mit einem Body-Mass-Index von mindestens 35 Kilogramm pro Quadratmeter.

Voraussetzung ist ebenfalls eine einjährige erfolglose konservative Behandlung. Die Auswahl der geeigneten Patienten muss insbesondere im Hinblick auf das erhöhte Operationsrisiko der stark adipösen Menschen sorgfältig erfolgen. Diese Entscheidung sollte also von allen Betroffenen keineswegs leichtfertig getroffen werden und immer erst konservative Methoden im Sinne einer langfristig angelegten Ernährungsumstellung erfolgen.

Außerdem gibt es noch die so genannte Kieferverdrahtung, die auch zu Erstickung führen kann, wenn Erbrochenes in die Atemwege gerät. Keinesfalls empfehlenswert sind so genannte Malabsorptionstechniken, bei denen Teile des Dünndarms ausgeschaltet werden, um die resorbierende Oberfläche des Darms zu reduzieren.
Letzte Aktualisierung am 28.08.2008.
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