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Adipositas-Therapie beeinflusst Depressions-Neigung

Lesezeit: 1 Min.

Übergewicht und Adipositas erhöhen das Risiko für physische und psychische Erkrankungen

15.12.2006 - Es ist unbestritten, dass Übergewicht und Adipositas das Risiko für verschiedene physische Erkrankungen erhöhen. Darüber hinaus gibt es aber auch psychische Folgen. So leiden 25 bis 30% der Frauen zwischen 18 und 65 Jahren mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 40 kg/m² (extreme Adipositas),während ihres Lebens an einer Depression . Dagegen tritt eine Depression nur bei 17% der normalgewichtigen Frauen auf.

Im Rahmen einer Langzeitstudie untersuchte Prof. Dr. Stephan Herpertz von der RUB-Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Westfälischen Klinik Dortmund den Zusammenhang zwischen der Art der Adipositastherapie und dem Vorhandensein psychischer Störungen. In einer ersten Schlussfolgerung nach vier Jahren Studienzeitraum sieht Prof. Herpertz die depressive Symptomatik bei den meisten Menschen mit extremer Adipositas als Folgeerscheinung. Sie ist mit sinkendem Körpergewicht rückläufig, kehrt zusammen mit den verlorenen Pfunden aber auch wieder zurück. Daher ist die Art der Adipositastherapie und deren Langzeiterfolg entscheidend.

Als Probanden für die Studie stellten sich 250 adipöse Patienten zur Verfügung, die mittels einer Diät an Gewicht abnahmen, und 153 Patienten, die sich einer Magenverkleinerungsoperation unterzogen. Zum Vergleich wurden darüber hinaus die Daten von 174 bzw. 128 normalgewichtigen und adipösen Kontrollpersonen erhoben, die weder Diät hielten noch operiert wurden. Der Gewichtsverlust betrug in der Diätgruppe nach vier Jahren 8,9% des Ausgangsgewichts und in der chirurgischen Gruppe 42,8%.

Zwar besserten sich in der Diätgruppe zu Beginn der Studie die depressiven Symptome, nahmen aber, ebenso wie die Probanden wieder an Gewicht zunahmen, im Laufe der vier Jahre wieder zu und erreichten ihren Ausgangswert. Dagegen war die Gewichtsreduktion in der chirurgischen Gruppe dauerhaft und genauso war eine signifikante Besserung der Depressivität zu beobachten.

Prof. Herpertz spricht sich daher dafür aus, Patienten mit einem BMI über 40 kg/m² in der Regel einer Adipositas-chirurgischen Maßnahme zuzuführen, da hierdurch nicht nur medizinische sondern auch psychische Faktoren wie auch die Lebensqualität deutlich verbessert werden können.
Letzte Aktualisierung am 28.08.2008.
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