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Alzheimer-Früherkennung macht Fortschritte

Lesezeit: 2 Min.

Indikatoren für Alzheimer rücken eine frühe Behandlung greifbare Nähe

Alzheimer kommt nicht über Nacht. Dennoch fiel es Experten bislang schwer, die ersten Anzeichen und Symptome eindeutig zu identifizieren.
In mehreren Untersuchungen konnten jedoch mittlerweile Marker im Blut und in der Rückenmarksflüssigkeit entdeckt werden, die auf Alzheimer im Frühstadium hinweisen.

Alzheimer Früherkennung
Alzheimer Früherkennung

Ein Bericht, der im internationalen Journal „Neurology“ veröffentlicht wurde, bezieht sich auf ein Forschungsprojekt mit Namen BIOCARD, bei dem gezielt nach Biomarkern für ältere Patienten mit Alzheimer-Risiko gesucht wurde.
Diese Studie wurde zwischen 1995 und 2005 durchgeführt. Dabei hatte man bei 265 Patienten im mittleren Lebensalter Rückenmarksflüssigkeit entnommen. Drei Viertel der Untersuchten hatten zumindest ein Familienmitglied, das an Alzheimer litt, also ein erhöhtes Risiko, selbst daran zu erkranken. Die Teilnehmer der Studie durchliefen alljährlich zusätzlich diverse Tests zu ihrem physischen und neurologischen Zustand und ihren kognitiven Fähigkeiten.

Während der Laufzeit der Studie veränderten sich bei den potentiellen Alzheimer-Patienten vor allem zwei Proteine aus der Rückenmarksflüssigkeit, nämlich Phosporyliertes Tau und Beta-Amyloid. Beide Eiweißarten sind eng mit dem Auftreten der Alzheimer-Erkrankung verbunden. Wissenschaftler sind aktuell der Ansicht, dass Amyloid-Ablagerungen die Gehirn-Neuronen allmählich „ersticken“ und dass Abfallprodukte aus abgestorbenen Nervenzellen diesen Prozess noch weiter fördern.

Die Veränderungen in der Proteinstruktur im Rückenmark wurden während der Studie zum Verhalten und den kognitiven und körperlichen Leistungen der jeweiligen Test-Teilnehmer in Beziehung gesetzt. Das Fortschreiten von Alzheimer konnte nun parallel zu den Veränderungen in der Proteinstruktur verfolgt werden. Wer mehr Tau- als andere Amyloid-Proteine in der Rückenmarksflüssigkeit aufwies, entwickelte auch mit größerer Wahrscheinlichkeit Symptome von Alzheimer. Dabei konnte in diesen Fällen bereits zu Anfang der Testphase ein leichter Abfall der Gedächtnisleistung beobachtet werden, und das bereits fünf Jahre vor den deutlicheren Einbrüchen. Je rascher sich das Verhältnis der Proteine von Tau zu Beta-Amyloid hin verschob, desto eher traten massive Gedächtnisverluste auf.

Diese Studie bestätigte die Theorie, dass mit dem Fortschreiten der Erkrankung weniger Amyloid in die Rückenmarksflüssigkeit abgegeben wird, dafür aber mehr Zerfallsprodukte des Proteins im Gehirn verbleiben, wo sie die Nervenfunktion beeinträchtigen. Bislang war es kaum möglich, solche Ablagerungen in der Entstehungsphase zu identifizieren, geschweige denn sie zu kontrolllieren. Die gegenwärtig verfügbaren Medikamente greifen oft nicht mehr, wenn sie erst im fortgeschrittenen Stadium verabreicht werden. Bei früherem Einsatz, nämlich bei Patienten, die noch über all ihre kognitiven Fähigkeiten verfügen, wären die Resultate der Behandlung vermutlich viel besser.

Die Experten der John Hopkins Universität, die diese Studie durchführten, halten die Identifikation von Proteinspuren aus der Rückenmarksflüssigkeit noch nicht reif für den klinischen Einsatz. Doch sie könnten schon bald Teil eines Testpakets sein, das künftig bei der Erkennung potentieller Alzheimer-Opfer hilft. Weitere, breiter angelegte Tests sind in Vorbereitung. So wird beispielsweise der Zusammenhang zwischen verhärteten, verengten Blutgefäßen bei alten Menschen und dem Auftreten vom Amyloid-Plaques im Gehirn untersucht, um festzustellen, ob sich auch daran ein Alzheimer-Risiko ablesen lässt.

B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 31.10.2013
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