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Welcher Kopfschmerzen-Typ sind Sie?

Lesezeit: 2 Min.

Kopfschmerz hat viele Gesichter – und unterschiedliche Auslöser. Wer wissen will, wie er seine Kopfschmerzen am wirkungsvollsten behandelt, findet am besten zunächst heraus, welcher Art die Kopfschmerzen sind.

Cephalgie heißt der Kopfschmerz in der Fachsprache. Der Mediziner kennt rund 220 verschiedene Arten des lästigen Schmerzes. Um den Schmerz wirkungsvoll auszuschalten, genügt es aber, einige wesentliche Unterschiede zu kennen.

Kopfschmerzen-Typ
Kopfschmerzen-Typ

Der Spannungskopfschmerz ist am weitesten verbreitet. Er wird durch Verspannung der Schulter- und Nackenmuskulatur hervorgerufen und kann im Bereich des gesamten Kopfes auftreten, konzentriert sich aber meist auf den Vorderkopf. Andere Symptome wie Lichtempfindlichkeit oder Übelkeit sind in der Regel nicht damit verbunden. Ausgelöst wird der Spannungskopfschmerz durch Stress, überanstrengte Augen oder Müdigkeit. Die Intensität reicht von leicht bis mittelschwer. Schmerzmittel, die Naproxen oder Ibuprofen enthalten, beruhigen den dröhnenden Schädel am schnellsten. Wer nicht gleich zu Tabletten greifen möchte, der kann es mit Atemübungen oder Yoga versuchen. Auch Pfefferminzöl in den Bereich der Stirn und der Schläfen einmassiert oder feuchte kühle Waschlappen auf die Stirn und in den Nacken gelegt, verschaffen Linderung. Am effektivsten ist es sicher, wenn man die Zeit hat, ein Schläfchen zu machen.

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die die Lebensqualität erheblich einschränken kann. Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen gehen oft einher mit dem pulsierenden Schmerz. Zwanzig Prozent der Migräne-Patienten berichten von einer Aura und Sehstörungen. Stress, Hormonschwankungen, Wetterumschwünge und bestimmte Nahrungsmittel können eine Migräne-Attacke auslösen. Um die individuellen Ursachen herauszufinden, wird empfohlen ein Schmerztagebuch zu führen.

Bei einer akuten Migräne helfen Arzneimittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen. Andere wirkungsvolle Schmerzmittel gehören zur Gruppe der Triptane. Langfristig sollte man seinen Lebensstil überdenken, überlegen, welche Stressoren man ausschalten kann. Auch eine ausgewogene Ernährung, Ausdauersport und ein geregelter Schlafrhythmus kann Migräne-Anfälle verhindern helfen.

Sinus-Kopfschmerzen (auch Sinusitis-Kopfschmerzen genannt) gehen einher mit einer Nasennebenhöhlenentzündung. Weitere Symptome sind eine laufende Nase und Halsschmerzen, häufig kommt noch Fieber hinzu. Der Kopfschmerz ist meist frontal und wird häufig von Gesichtsschmerzen begleitet. Die akuten Sinus-Kopfschmerzen werden mit den gleichen Wirkstoffen behandelt wie Spannungskopfschmerzen. Die Nasennebenhöhlenentzündung gehört in die Hand eines Arztes, der in der Regel Antibiotika verordnet.

Cluster-Kopfschmerzen sind selten und betreffen rund 0,2 Prozent der Bevölkerung. Die sehr starken Schmerzen treten meist kurz nach dem Einschlafen auf und konzentrieren sich oft hinter einem Auge. Nach spätestens zwei Stunden ist der Schmerz in der Regel verschwunden, kehrt aber periodisch wieder. Die Ursachen sind noch ungeklärt, aber Alkohol und Nikotin, bestimmte Lebensmittel und Lebensmittelzusatzstoffe gelten als Trigger. Um die Auslöser zu identifizieren empfiehlt sich ein Schmerztagebuch. Cluster-Kopfschmerzen bekämpft man am besten mit vorbeugenden Maßnahmen wie der verschreibungspflichtigen Substanz Verapamil. Während einer akuten Cluster-Schmerzattacke hat sich die Inhalation von 100 % medizinischem Sauerstoff über eine Hochkonzentrationsmaske als besonders wirkungsvoll erwiesen. Unwirksam gegen den Cluster-Kopfschmerz sind hingegen alle gängigen Kopfschmerzmittel.

U. Kohaupt Ursula Kohaupt
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 17.07.2012
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