Eine regelmäßige Ausübung einer Sportart mit dem Aspekt der Ausdauerbelastung wirkt sich antidepressiv aus. Eine Erkenntnis, die in wissenschaftlichen Kreisen bereits seit längerer Zeit bekannt ist und nun aufgrund weiterer Studien die Ergänzung erfahren konnte, welche Mechanismen sich hinter den positiven Effekten der Kombination Sport und Depressionen verbergen.
Die aktuell gewonnenen neuen Erkenntnisse konnten anhand einer Studie der Universität Tübingen belegt werden, in deren Mittelpunkt Frauen mit Depressionen standen. Wie in den Forschungsarbeiten zuvor, konnten die Wissenschaftler zunächst einmal die positiven Aspekte eines regelmäßigen Sporttreibens wieder bestätigen. Besonders effektiv erweisen sich gerade bei Depressionen Sportarten wie Walken, Schwimmen oder Radfahren und lösen bei den meisten Sportlern eine Stimmungsstabilisierung oder Stimmungsaufhellung aus. Ein spezieller Mechanismus ist für diese Wirkung verantwortlich, der unter anderem eine erhöhte Ausschüttung von einem ganz bestimmten Nervenwachstumsfaktor in sich birgt.
BDNF (brain-derived-neurotrophic factor) wird dieser im Blut befindlicher Nervenwachstumsfaktor bezeichnet, der sich bei depressiven Menschen in seinem Spiegel erhöht aufzeigt. Wie diese Studie mit älteren depressiven Patientinnen nun aufzeigen konnte, wirkt sich bereits ein regelmäßiges Training mit einer Trainingszeit von rund 30 Minuten auf diese Ausschüttung positiv auf. Dank der Reduzierung des BDNF-Spiegels im Blut der Probanden, konnten diese eine Verbesserung in ihrer Stimmungslage verspüren und untermauerte somit die These, dass sich Ausdauersport auf eine gesunde Art und Weise auf eine belastete Psyche auswirken kann.
Für
Menschen mit anhaltenden Depressionen und deren Therapeuten und Ärzte, könnte dieses wissenschaftliche Ergebnis mitunter ein kleiner Ansporn dazu sein, sich der Hilfe von sportlichen Aktivitäten zu bedienen, um das seelische Leiden abzumildern. Die seit langer Zeit aufgestellte Theorie, dass Sport gesund ist und sich antidepressiv auswirken kann, scheint somit eine wichtige Festigung erlangt zu haben und mitunter auch zu neuen Therapieansätzen bei Depressionen führen zu können. Die Forscher selbst wollen nun weitere Studien durchführen, die sich unter anderem mit den Auswirkungen von Sport bei beginnenden Gedächtnisstörungen im Alter beschäftigen werden.
Letzte Aktualisierung am 04.03.2010.