13.11.2009 - Bio und Nachhaltigkeit sind nur zwei der Begriffe, die inzwischen auch und besonders den Mode- und Textilienmarkt beeinflussen, so etwa in der Beliebtheit der "grünen Mode" mit dem Bestandteil der Biobaumwolle. Gemessen an der weltweiten Produktion macht solch eine Biobaumwolle "nur" ein halbes Prozent aus, allerdings zeigt sich der Anteil an der gesamten Baumwollproduktion ständig steigend. Textilien aus diesen sozial- und umweltverträglichen Baumwollherstellungen unterliegen derzeit einem wahren Boom, so etwa auch in der Schweiz, in der allein im Jahr 2008 Umsätze in Hohe von 3,5 Milliarden Franken erzielt werden konnten. Übrigens eine Zuwachsrate von knapp 60%.
Auch in Deutschland erweisen sich Kleidungsstücke für Kinder und Erwachsene unter dem Motto "Grüne Mode" als trendstark und immer mehr Modehaus-Ketten, orientieren sich an den Kundenwünschen nach mehr Natürlichkeit und Transparenz der für die Herstellung unterschiedlicher Textilien gewonnenen Baumwolle. Experten gehen aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Biobaumwoll-Produkten davon aus, dass schon in wenigen Jahren sich gänzlich neue Marken entwickeln werden und auch sich bei den Großhändlern eine Neu-Orientierung vorzufinden sein wird.
Hinsichtlich der Produktion der Baumwolle erhält heute zum Beispiel ein malischer Bauer für konventionell angebaute Baumwolle aus der Sicht der Schweizer etwa 50 Rappen je Kilo, dagegen jedoch bei fair gehandelter Bio-Baumwolle rund 80% mehr. Allerdings ist der weltweite Preiskampf im Bereich der Baumwollgewinnung und dem Abverkauf hart und besonders in den Industriestaaten greifen Agrarsubventionen deutlich in den Markt und somit auch in Entwicklungsländer ein, deren Bauern kaum kostendeckend die Baumwolle produzieren können. Hilfsorganisationen wie Helvetas und Swissaid setzen sich stark für diese Länder, die Baumwoll-Bauern und die dort umsetzbaren Anbautechniken ein. Herkömmliche Abbaumethoden benötigen für ein Kilo Baumwollfasern bis zu 30.000 Liter Wasser, die Menge der verwendete Pestizide ist gigantisch und die Folgen für die arbeitenden Kinder und Erwachsene in den Plantagen sind ebenso verheerend wie auch für die Umwelt. Bio-Baumwollproduktionen dezimieren unter dem Beistand von Hilfsorganisationen nicht nur diese Tatsachen, sondern kämpfen auch gegen Dumpingpreise und Kinderarbeit.
Für den Verbraucher bieten Produkte aus Bio-Baumwolle gleich mehrere Vorteile. Neben dem guten Gefühl etwas zu den verbesserten Lebensbedingungen der Baumwoll-Bauern beigetragen zu haben, kann auch die eigene Haut wesentlich gesünder aufatmen, denn Baumwolle ist atmungsaktiv und Bio-Baumwolle beinhaltet nur umwelt- und hautfreundliche Stoffe, die eine sogenannte "Reizwäsche auf der Haut" in der Regel außen vor lässt. Letzteres ist jedoch gerade bei einer herkömmlichen Baumwollgewinnung sehr oft ein Grund, weshalb empfindlich reagierende Menschen Hautausschläge und ähnliches bekommen. Beim Einkauf von Biobaumwoll-Bekleidung sollte man auf das Label achten, dass diese Bio-Qualität explizit auszeichnen muss.
Letzte Aktualisierung am 09.12.2009.