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Gehn statt Gen: Erbgut sorgt für Rechtschreibschwäche

Legasthenie eine Lese- und Rechtschreibschwäche

03.11.2009 - Legasthenie, die Lese- und Rechtschreibschwäche, betrifft allein in Europa etwa 22 Millionen Menschen. Erstmalig im Jahr 1916 durch den Neurologen Paul Ranschburg als Begriff fixiert, gibt es bis heute zwar eine Vielzahl an Therapieprogrammen für die Betroffenen, doch bislang war unklar, worin sich die Legasthenie überhaupt begründet. Wissenschaftler des deutschen Forscherbundes konnten zu dieser Thematik nun etwas mehr Licht hineinbringen und ein Gen identifizieren, dass für die Rechtschreibschwäche verantwortlich zu zeichnen ist.

Als zentrale Rolle bei der Legasthenie erweist sich den neuesten Erkenntnissen nach das Gen SLC2A3, das aufgrund einer regulierenden Funktion im Gehirn sich auf die typischen Merkmale der Rechtschreibschwäche auswirkt. Buchstaben verdrehen, auslassen oder ergänzende angehängt, mehr oder weniger Wörter und eine deutlich niedrige Lesegeschwindigkeit sind unter anderem diese Merkmale, die bei den Betroffenen trotz langem Schulbesuch oder auch Unterstützung der Eltern und Lehrkräfte keine Verbesserung aufzeigen lassen. Der Transporter SLC2A3 scheint bei der Sprachverarbeitung einen ausschlaggebenden Faktor darzustellen und zeigt sich bei einer genaueren Betrachtung für den Bau des Zuckertransports innerhalb des Gehirns. Untersuchungen erbrachten, dass bei einer funktionellen Störung dieses Gens es im Folgenden zu einer abgeschwächten Reaktion der Nervenzellen kommt, die bei der Sprachverarbeitung aktiviert werden.

Schon in zuvor durchgeführten Studien konnte ein anderes Gen ebenfalls in einen engen Zusammenhang mit der Legasthenie gebracht werden und aufzeigen, dass bereits Babys und vor allem Zwillinge vermehrt solch eine genetische Störung aufweisen. Weitere Studien zu diesem Thema sollen nun folgen und Möglichkeiten eröffnen, anhand der Bestimmung biologischer Marker schon früh eine Legasthenie feststellen zu können. Diese frühe Diagnose kann es dann wiederum ermöglichen unterschiedliche Therapieprogamme rechtzeitig einzusetzen, um eine Rechtschreibschwäche abzuschwächen oder gar durch präventive Maßnahmen diese zu unterbinden.

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Letzte Aktualisierung am 09.12.2009.

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