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Cerclage | Muttermund Schwangerschaft | Muttermundverschluss

Während der Schwangerschaft kann die Verschlussfunktion des Muttermunds gestört sein und sich vorzeitig öffnen

Definition Cerclage

Bei Verschlussproblemen des Gebärmutterhalses (Zervix-Insuffizienz) kann es in einer Schwangerschaft zu einer vorzeitigen Öffnung des Muttermundes kommen. Dadurch kann eine Frühgeburt oder auch eine Fehlgeburt verursacht werden. Um dies zu verhindern, empfiehlt sich ein Verschluss des Muttermundes, z. B. durch eine so genannte Cerclage (Umschlingung des Gebärmutterhalses).

Ursachen eines Muttermundverschlusses

Eine Erschlaffung und ungenügende Engstellung des Gebärmutterhalses kann durch verschiedene Faktoren verursacht oder beeinflusst werden. Eine Schwächung des Gewebes besteht unter anderem nach mehreren vorangegangenen Geburten, Fehlgeburten, Infektionen, Tumoren (z. B. die gutartigen Myome) sowie nach Eingriffen am Gebärmutterhals, z. B. Kürettage (Aufdehnung) oder Konisation (Herausschneiden eines Gewebekegels aus dem Muttermund). Des Weiteren kann eine allgemeine Gewebeschwäche sowie eine Mehrlingsschwangerschaft die Gefahr einer vorzeitigen Muttermundöffnung vergrößern. Auch angeborene beziehungsweise vererbte Besonderheiten können zu dem Krankheitsbild führen.

Eine Frühgeburt, die unter anderem durch die vorzeitige Muttermunderweiterung verursacht werden kann, ist ein großer Nachteil vor allem für das Kind. Definitionsgemäß besteht laut WHO eine Frühgeburt dann, wenn das Neugeborene weniger als 2,5 Kilogramm Körpergewicht wiegt. In der Praxis spricht man von einer Frühgeburt, wenn das Kind (lebendig) vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt. Die Mehrzahl aller Todesfälle in der Zeit der Geburt ist auf Frühgeburtlichkeit zurückzuführen. In vielen Fällen ist eine schwere Atembeeinträchtigung die Ursache für die schlechte Prognose beziehungsweise den Tod des Kindes.

Symptome

Oftmals wird die Muttermunderweiterung gar nicht bemerkt und nur bei Untersuchungen entdeckt. Bisweilen besteht ein besonderes Druckgefühl. Eine beginnende Aufweitung des Gebärmutterhalses äußert sich ebenfalls manchmal durch Schleimabgang mit blutiger Beteiligung.

Diagnose

Zunächst erfolgt die Befragung der Patientin (Anamnese). Es wird eine gynäkologische Untersuchung mit Beurteilung des Gebärmutterhalses, der bei drohender Frühgeburt oftmals verkürzt ist. Dies kann gut durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt werden.

Differenzialdiagnose

Durch die oft fehlende Symptomatik ist es vor allem möglich, dass die Zervixinsuffizienz (Gebärmutterhalserschlaffung) gar nicht erkannt wird.

Therapie

Konservative Therapie

Die Schwangerschaft sollte erhalten werden, wenn die 38. Schwangerschaftswoche noch nicht erreicht ist. Als Allgemeinmaßnahmen sind absolute körperliche Schonung und Bettruhe angezeigt. Bisweilen empfiehlt sich auch die Gabe von Beruhigungsmedikamenten. Manchmal wird ein so genanntes Cerclage-Pessar, eine ringförmige Struktur zur Einengung des Muttermundes, eingelegt, was jedoch häufig gewechselt werden muss und verschiedene andere Nachteile gegenüber der Operation aufweist.

Operation

Eine Cerclage-Operation oder ein anderweitiger Verschluss des Muttermundes ist bei Muttermunderweiterung bis zur 32. Schwangerschaftswoche angezeigt. Nicht durchgeführt werden sollte der Eingriff bei vorzeitiger Wehentätigkeit, da die Cerclage und der Gebärmutterhals beschädigt werden kann. In manchen Fällen empfiehlt sich der Eingriff auch vorsorglich, beispielsweise wenn eine Mehrlingsschwangerschaft vorliegt oder bereits vorher eine Zervixinsuffizienz bekannt ist.

Der Eingriff kann in Vollnarkose oder in Betäubung des Rückenmarks (durch Spinalanästhesie oder durch Periduralanästhesie) erfolgen. Die Operation erfolgt durch die Scheide.

In den meisten Fällen ist eine Cerclage hinreichend, um den Muttermund wieder so weit zu verschließen, dass eine vorzeitige Geburt verhindert wird. Dabei wird mit Hilfe einer speziellen Nadel ein starker Faden oder auch ein Band um den Gebärmutterhals gelegt. Der Faden oder das Band wird dann straffgezogen und mit einem Knoten zusammengebunden.

Manchmal wird auch eine vollständige Verschlussoperation des Muttermundes durchgeführt. Dabei werden mittels einer Naht die vordere und die hintere Muttermund-Lippe aneinander befestigt, so dass die Öffnung verschlossen ist.

Mögliche Erweiterungen der Operation

Komplikationen und unvorhergesehene Umstände können dazu führen, dass eine Erweiterung der Operation oder eine Änderung der Methoden notwendig ist. In seltenen Fällen muss die Geburt dennoch zeitnah erfolgen.

Komplikationen

Bisweilen werden durch den Eingriff Wehen provoziert, die dann meist durch Arzneimittel gehemmt werden. Bei einer nicht auszuschließenden Beschädigung oder einem Riss der Fruchtblase muss eine (Fehl- oder Früh-)Geburt erfolgen. Strukturen im Operationsbereich können verletzt werden. Durch Beschädigung von Gefäßen kann es zu Blutungen und Nachblutungen kommen. Infektionen, Wundheilungsstörungen sowie überschießende Narbenbildung können vorkommen. Allergien können nicht ausgeschlossen werden. Das Faden- oder Bandmaterial kann locker werden und sich daher eventuell doch der Muttermund öffnen.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose

In den allermeisten Fällen ist unter Beachtung der Gegenanzeigen ein erfolgreicher Verschluss des Gebärmutterhalses möglich. Dennoch können die Fäden oder das Band bisweilen locker werden. Dies kann besonders bei bestehenden Infektionen der Fall sein. Somit ist auch nicht in allen Fällen eine erwünschte Fortdauer der Schwangerschaft möglich.

Andere Ursachen von Frühgeburten als die Erweiterung des Gebärmutterhalses lassen sich durch eine Cerclage oder durch den operativen kompletten Verschluss des Muttermundes nicht beheben. Der Eingriff hat also keinen Einfluss auf beispielsweise vorzeitige Wehen oder einen Fruchtblasensprung.

Der Faden oder das Band wird kurz vor der rechtzeitigen Beendigung der Schwangerschaft durch einen Arzt wieder herausgezogen. Es kann sich jedoch eine Narbe im Geburtskanal ergeben haben, so dass dennoch die Geburt erschwert und der Vorgang verlängert werden. Im Laufe der Geburt kann das Gewebe reißen, was gegebenenfalls wieder zusammengenäht werden muss.

Hinweise

Vor der Operation

In manchen Fällen müssen Medikamente, die die Blutgerinnung herabsetzen, beispielsweise Marcumar® oder Aspirin®, weggelassen werden. Dies wird mit dem behandelnden Arzt besprochen.

Nach der Operation

Falls der Eingriff unter ambulanten Bedingungen erfolgt, so muss die Patientin beachten, dass sie aufgrund der teils noch bestehenden Medikamentenwirkung für 24 Stunden kein Auto, keine anderen Verkehrsmittel und keine Maschinen selbst bedienen darf. Daher sollte sie sich abholen lassen. Bedeutsame Entscheidungen sollten ebenfalls vertagt werden.

Nach dem Eingriff sollte die Patientin keine zu schweren körperlichen Tätigkeiten ausführen. Oftmals muss Bettruhe gehalten werden. Geschlechtsverkehr, das Einlegen von Tampons sowie Spülungen der Scheide sollten unterlassen werden. Kontrolltermine sollten unbedingt eingehalten werden. Falls Arzneimittel angeordnet wurden, müssen diese regelmäßig genommen werden.

Bei Auffälligkeiten, die auf Komplikationen hinweisen könnten, sollte insbesondere aufgrund der drohenden Frühgeburtlichkeit baldmöglichst der Arzt kontaktiert werden.

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Unfruchtbarkeit der Frau »

Letzte Aktualisierung am 16.12.2009.

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sunnybunny27q
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