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Myoklonie / Muskelfaszikulationen im linken Ohr diagnostizieren

18 Beiträge - 13815 Aufrufe
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solerovito  fragt am 12.03.2016
Seit 2 1/2 Monaten nehme ich niederfrqeuntes Brummen (ca. 75 Hz) im linken Ohr (einseitig) wahr.

Dieses niederfrequente Brummen setzt zunächst als asynchrones vereinzeltes Blubbern/Vibrieren ein, steigert sich dann kaskadenmäßig bzw. salvenartig, aber keinesfalls pulssynchron. Dieses asynchrone Tiefton-Vibrieren entsteht vermutlich durch Muskelkontraktionen im Mittelohr, die als niederfrequentes Tieftonbrummen (ca. 75 Hz) hörbar sind, zuerst aber mit Unterbrechungen (anfangs noch nicht durchgehend) und als asynchrone niederfrequente Trommelton-Vibrationen im Ohr spürbar. Die Muskelkontraktionen sind anfangs unregelmäßig im Abstand von 2-3 Sekunden, werden dann immer schneller bis ein dauerhafter Muskeltremor entsteht, hörbar als tiefes, dröhnend niederfrequentes Ohrgeräusch links, als würde irgendwo draußen ein schwerer LKW-Motor im Leerlauf dröhnen oder schweres Gerät mit Presslufthammer in weiter Entfernung arbeiten.

Vermutlich übertragen sich die als destruktiv, bedrohlich und äußerst belastend empfundenen Schwingungen durch myoklonieartigen Muskeltremor aufs Trommelfell – so entsteht der niederfrequente Brummton.

Das niederfrequente Ohrgeräusch kann entweder stundenlang ununterbrochen stark andauern, oder aber ist als niederfrequenter Trommelton mir kurzen Unterbrechungen – Morsecode-ähnlich – hörbar. Hin und wieder setzt das niederfrequente Ohrgeräusch komplett aus für einige Zeit, min. 1 Stunde – max.15 Stunden oder auch ganze Tage.

Wenn das niederfrequente Ohrgeräusch abklingt, geschieht das in oben beschriebener Reihenfolge, nur umgekehrt in der Abfolge: Vom dauerhaften Brummton zum Morsecode, dann vereinzeltes asynchrones Pulsieren bis zum Stillstand. Sofort kehrt Ruhe im Ohr eiu. Leider kehrt die Symptomatik jedes Mal wieder.

Das beschriebene Geschehen im linken Ohr ist erstmals aufgetreten am 1.01.2016 nach einem grippalem Virusinfekt mit beidseitigem Tubenkatarrh Mitte-Ende Dezember 2015. Das linke Ohr war während der Erkrankung Mitte-Ende Dezember 2015 besonders schwer betroffen; denn ich hatte auf dem linken Ohr Druck-Wattegefühl über einige Wochen. Danach setzte der myoklonieartige Muskeltremor ein, verbunden mit niederfrequentem Öhrgeräusch.

Durch Recherchen bin ich zu der Annahme gelangt, dass die von mir beschriebene und erlebte Symptomatik auf das Krankheitsbild der Myoklonie der Muskel im Mittelohr Hinweise gibt:

Bei einem Myoklonus des Musculus Tensor tympani und des Musculus stapedius im Mittelohr kommt es zu einem klickartigem Geräusch bzw. zu einem tieffrequenten Brummen.
Quelle: [Link anzeigen]

Nach meinem Ermessen leide ich an einem objektiven Tinnitus, ausgelöst durch myoklonieartige Muskelaktivität im Mittelohr links. Auch die Tatsache, dass das niederfreqeuente Ohrgeräusch, welchem ich nun ausgesetzt bin, sich auf vielen Ebenen von einem „klassischen“ Tinnitus unterscheidet, hat mich in dieser Annahme bestärkt.

Was das Ohrgeräusch beeinflusst (eigene Beobachtung):
1. Das niederfrequente Ohrgeräusch ist hinsichtlich seiner Intensität bewegungs- und körperlageabhängig.
2. Ruckartige schnelle Kopfbewegung setzt das Ohrgeräusch für 1 Sekunde aus.
3. Mit Druckausgleich mittels Valsalva Manöver konnte ich das Ohrgeräusch für ca. 1,5 Stunden unterbrechen.
4. Solange kleiner Finger im Ohr gehalten wird, ist das niederfrequente Ohrgeräusch nicht hörbar.
5. Summen mit eigener Stimme setzt das Ohrgeräusch aus, setze ich das Summen aus, ist Ohrgeräusch sofort wieder da.
6. Während des Sprechens (selbst sprechen) ist das Ohrgeräusch weg.
7. Beschallung durch Köpfhörer mit Musik (übertönt wahrscheinlich das Geräusch).
8. Watte im Ohr dämpft das Ohrgeräusch tagsüber ein wenig.
9. 1 Stunde spazieren gehen lässt das Ohrgeräusch manchmal für einige Stunden verschwinden.

Was das Ohrgeräusch verstärkt:
1. Eigenes lautes Schreien
2. Im Liegen ist das Ohrgeräusch am stärksten: Einschlafprobleme, Schlafentzug

Bisherige Therapie:
1. Otowoven, Nasonex + Wärmen mit Infrarot-Lampe während akuten Tubenkatarrhs, ausgelöst durch Virusinfekt (Mitte-Ende Dezember 2015).
2. Tebonin 120mg, Einnahme 15 Tage.
3. Ginkobil 120mg, Einnahme seit 22.02.16 bis heute
4. Infusionstherapie mit Pentoxyphyllin, Cortison nach Stennertschema


MRT-Kopf hat keine Auffälligkeiten hinsichtlich Acusticneurinoms bzw. keine andere Abweichungen von der Norm ergeben.

Auch Farbduplex-und CW-Dopplersonographie der extracraniellen Hirngefäße hat keine Auffälligkeiten gezeigt, es liegt alles im Normbereich.

Meine Frage an Fachärzte/Expreten im Forum: wie können solche abnormen Muskelfaszikulationen (Myoklonie) im Ohr diagnostisch nachgewiesen werden? Welche Muskeln im/am Ohr können derart faszikulieren (M.Tympani? M.Stapedius? Steigbügelmuskel? Muskel der Eustachischen Röhre?) um ein niederfrequentes Brummen zu erzeugen? Kann das überhaupt ambulant nachgewiesen werden? Gibt es spezialisierte Kliniken, die sich auf dem Gebiet auskennen? Denn ohne korrekte Diagnose wird mir nie gezielt geholfen werden.

Bis jetzt habe ich leider Erfahrung gemacht, dass kein niedergelassener HNO-Arzt sich mit Ohr-Myoklonus auskennt oder näheres dazu weiss, geschweige dann diagnostisch als solches nachweisen kann.

Ich habe in 10 Tagen einen Termin in der HNO-Poliklinik des Universitättskrankenhauses Eppendorf (UKE) in Hamburg und wäre für jeden Hinweis in Bezug auf Diagnostik von Myoklonie im Ohr dankbar.

Anschließend die Frage: Kann Ohr-Myoklonie konservativ behandelt werden?

Die operative Methode der Muskeldurchtrennung im Ohr ist mir bekannt, aber vor der OP Muskeldurchtrennung möchte ich ertmal noch Abstand nehmen, weil irreversibel.

Vielen lieben Dank für Antworten.
 
Mellody  sagt am 14.09.2016
Hallo
ich bin gerade auf ihren Beitrag gestossen und habe exakt die gleichen Symptome, nur auf dem rechten Ohr.
Wurde bei Ihnen bisher etwas diagnostiziert?
Gruss, Mellody
 
Nochsoeiner  sagt am 15.12.2016
Hallo ihr beiden,

auch mich plagt dieses Klopfen im Ohr. Ich vermute ebenfalls ein Muskelzucken für das Problem (nicht Pulssynchron und Spürbar). Häufig benötigt es eine Art Stimulation wie Gähnen oder Aufstoßen, dann klopft es Stundenlang bis plötzlich wieder Ruhe ist. Stoppen lässt es sich nur kaum, lediglich durch starke sportliche Belastung habe ich das Gefühl es kontrolliert stoppen zu können (Joggen bis ans Limit).

Derzeitige Behandlung: Phosetamin (Magnesium)
Dauer: ca. 6 Wochen jetzt
Besuchte Ärtzte: HNO, Normaler Arzt (keine Ergebnisse, ich solle warten und Magnesium futtern)

Habt ihr zwischenzeitlich das Problem in dem Griff bekommen? Über jede Antwort bin ich dankbar, es scheinen viele über das Problem zu berichten, aber keiner ob es sich hat lösen lassen.

Grüße
 
Mellody  sagt am 16.12.2016
Hallo
Kann leider nicht weiterhelfen. Ärzte sagen mir ich muss damit leben.
11 Monate dauert es jetzt schon.
Hilft Magnesium?
Habe oft Nackenschmerzen und knirsche mit den Zähnen, evtl vermute ich einen eingeklemmten Nerv oder Wirbel oder so...? Werde mir im naechsten Jahr einen anderen Osteopathen oder Chiropraktiker suchen. Bisher hat alles nichts gebracht, hab schon soviel Geld dafuer aus dem Fenster geworfen) - :

LG
 
Nochsoeiner2  sagt am 18.12.2016
Hallo,

ob Magnesium nun hilft oder nicht weis ich (noch?) nicht. Ich nehme es jetzt seit etwa 4 Wochen und kann keine Besserung feststellen. Ich werde es wohl noch einige Wochen nehmen müssen um eine Aussage darüber treffen zu können. Aktuell nehme lch zusätzlich Schuessler Salz 7 - spürbare Besserung brachte das bis jetzt auch nicht....

Ich "leide" bereits seit einigen Jahren an einem subjektiven Tinnitus aber was dieses Klopfen veranstaltet ist kaum auszuhalten.

Dann mal hoffen dass es irgendwann verschwindet....

Grüße
 
Nochsoeiner3  sagt am 07.02.2017
Hallo nochmal,

nach nun etwa 3 Monaten habe ich das Gefühl, dass es nie besser werden wird. Lediglich während einer (starken) Erkältung war es mal für 2-3 Wochen verschwunden (ibuprofen, nasenspray). Durch die Verwendung genannter Mittel konnte ich zwischenzeitlich aber keine Verbesserung mehr herbeiführen.

Richtiger Mist ist diese Basstrommel im Ohr

Grüße
 
Shevchenko  sagt am 11.02.2017
Hallo Solerovito,

ich habe ähnliche Symptome, wie von dir beschrieben und zwar seit ca. 2 Jahren. Mehrere HNO Ärtze und MRT haben bis jetzt wenig gebracht. Bei mir ist es auch einseitig links und tritt ausschließlich im Liegen auf. Es ist wie ein Flattern mit hoher Frequenz und stört öfter nachts und tritt genau in den Einschlafphasen auf. Dazu habe ich auch etwa zeitgleich leichten Tinnitus aufm rechten Ohr bekommen, was sich nun im Laufe letzter zwei Jahre verstärkt hat. Nach Auschlußverfahren habe ich jetzt, fast 2 Jahre später, alles ausschließen können...bei mir sind es Nackenverspannungen und Tinnitus geht nach Nackenmassagen runter, das Flattern im Ohr ist aber unabhängig. Manchmal höre ich es nächtelang nicht, dann 2-4 Tage späte kommt es wieder. Ich vermute, ich war vor 2 Jahren sehr lange krank und hatte einen Virus eingefangen. Das war Januar-Februar, fast 5 Wochen und alles war zu, Ohren und Nase plus Fieber. Ca. 6 Wochen später kam dann dieses Klopfen. Der Ton hat sich geändert, jetzt ist es eher wie Vibration/Flattern oder maschinengewehrartige Geräusche. Ich habe mir nun paar Audioaufnahmen angehört und es hört sich sehr nach Mittelohr Myoklonie an....ich suche jetzt auch nach allen möglichen Optionen, um dies in den Griff zu bekommen. Bitte schreibt fleissig rein, wenn es bei jemanden was ergeben bzw. geholfen hat bei ähnlichen Symptomen.
Gruß
 
Aprikosenkern  sagt am 17.04.2017
Hallo,
der erste Beitrag deutet auf einen Gaumensegeltremor oder Mittelohrmyoklonie bzw. typewriter tinnitus , oder beides zusammen hin.
Ein Tympanogram könnte aufschlussreich sein.
Wenn das objektive Geräusch sehr laut ist können es außenstehende als ein brummen bzw. klicken hören/wahrnehmen.
Es könnte ein Schädigung der kleinen Olive vorliegen.
Manchmal nicht feststellbar!!
Gruß
 
Alexej  sagt am 20.06.2018
Hallo,

ich habe ähnliche Symptome und würde gerne fragen, ob es bei jemandem von euch etwas neues gibt? Hat jemand eine Durchtrennung vorgenommen?

LG
Alexej
 
Myoklonie  sagt am 22.06.2018
Ja das habe ich!
 
Myoklonir  sagt am 22.06.2018
Lass ein Tympanogram machen!
 
plopp  sagt am 19.08.2018
hallo, ich habe auch o.g. Problem mit dem Aufstoßen, Gähnen, Schluckauf - induziertes Klopen im Ohr, sind die jeniegen, die den Post gestartet haben noch aktiv? @Nochsoeiner?
Bitte mal zurückmelden und sagen wie es weitergegangen ist!
Danke!
 
Alexej  sagt am 13.09.2018
@Myoklonie

Könntest du vielleicht etwas davon berichten oder darf ich dir eine private Nachricht senden? (funktioniert irgendwie nicht).

Würde mich sehr freuen!

Liebe Grüße
Alexej
 
plopp  sagt am 13.09.2018
Das würde mich auch interessieren!
 
SantaCruzer  sagt am 26.09.2018
Hallo,

gibt es hier mittlerweile aktuelle Erkenntnisse bzw. Erfahrungsberichte? Die beschriebene Symptomatik entspricht genau meiner aktuellen Situation. Ich suche dringend nach Ärzten bzw. Kliniken die hier Erfahrungen haben und in der Lage sind entsprechende Diagnosen zu erstellen. Ich komme aus Nordwestdeutschland.

Ich bin für jede Hilfe dankbar, so langsam verzweifele ich.
 
Querdenker  sagt am 02.10.2018
Hallo,
ich leide seit einigen Monaten an den gleichen Symptomen. Furchtbar!
Als Ingenieur habe ich hierzu eine andere Theorie.

Ich höre auch einen 75 Hz Brummton.

Ein Motor erzeugt Luftschall und Körperschall (Vibrationen).
Die erzeugten Frequenzen richten sich nach der Drehzahl und der Zylinderzahl.

Motoren die zur Stromerzeugung dienen haben eine Drehzahl von 1500 U/ Min.
1500/ 60 = 25 Hz.

Die Luftschallfrequenen richten sich prinzipiell nach der Anzahl der Verbrennungen bzw. Zylinderzahl.
Frequenz = 1500/ 60 x 0,5 x Anzahl der Zylinder.

Für einen Sechszylinder Reihenmotor ergibt sich dann eine Frequenz von 75 Hz.
Ein 12 Zylinder V-Motor mit 2 6 Zylinder Bänken erzeugt auch 75 Hz.

Hat ein Motor eine Unwucht oder ist nicht gut gelagert, erzeugt er eine Vibration pro Kurbelwellenumdrehung also 25 Hz.

Weiterhin gibt es Oberschwingungen:
50 Hz, 75 Hz, 100 Hz usw.

Die unteren Frequenzen nimmt man über den Gehörsinn nicht so gut war. Vielleicht nur die 75 Hz Frequenz.
Die Vibrationen von 25 Hz, bringen eventuell ihr Trommelfell zum Flattern.
Es ist nachgewiesen, das Körperteile in Resonanz gehen können. Vor allem bei niedrigen Frequenzen.

Tieffrequenter Schall hat eine große Wellenlänge, die von der Dichte des Medium abhängig ist.
25 Hz hat im Erdreich ca. eine Wellenlänge von 140 m.
Er kann deswegen kaum gedämmt werden. Ohren zuhalten ist fast wirkungslos.
So weit ich weiß muss der Dämmstoff 1/4 der Wellenlänge dick sein.

Niederfrequenten Luftschall kann in größeren Räumen, ca. 7,5 m von Wand zu Wand, Resonanzen erzeugen, die den Schalldruck erheblich verstärken.

Mehrere hundert Meter, oder einige Kilometer Entfernung sind für Infraschall kein Problem.

In etwa 400 m Entfernung zu meinem Haus stehen 2 Biogasanlagen.
Eine zumindest ausgerüstet mit einem Reihen sechzylinder. Ich denke die Motorlager sind zu alt.
Diese Maschinen laufen ohne Pause.

Ich glaube, wenn man permanent Schwingungen ausgesetzt wird, überreizt das Ohr.
Dann geht der Tnitus richtig los.

Bevor sie ihr Ohr "abschneiden", versuchen sie ein BHKW zu finden

LG
 
Alexej  sagt am 03.10.2018
Liebe Kollegen,

Keine Panik, die gute Nachricht ist, es gibt einen Eingriff, nämlich die Durchtrennung der jeweiligen Muskeln im Mittelohr, der mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Symptome verschwinden lässt. Es gibt einige Beiträge dazu im Internet, in deutscher wie englischer Sprache. Also wenn Du es überhaupt nicht aushaltest und extrem leidest, würde ich das in Erwägung ziehen. Ich selbst habe den Eingriff noch nicht gemacht, aber erwäge ihn in Zukunft. Es gibt einige wenige HNO Ärzte, die damit ERfahrung haben. Wer will kann mir eine PN schreiben.

Das heißt bitte erst mal nicht in Panik geraten! Wartet einige Wochen ab, wie es sich entwickelt, und sucht einen spezialisierten HNO ARrzt auf. Am besten einen Mittelohrchirurgen.

LG
 
Pinhead69  sagt am 30.10.2018
Hallo Myoklonie

Ist seit der Trennung des Muskels das dröhnen und geflattere im Kopf weg? Ich verspüre die vibration und das dröhnen im linken Hinterkopf.
Muss allerdings sagen das ich links sowieso taub bin. Auch körperlich
ist es zu spüren und man fühlt sich nur noch elend. War das bei dir auch so? Bei mir war das schon öfters mal da. Dann hatte ich wieder Monatelang Ruhe. Jetzt seit ca. 3 Wochen ist es mal mehr mal weniger die Hölle.

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