Muskelzucken im Ohr - wie kann man es unter Kontrolle kriegen??

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Baghira1973  sagt am 18.06.2019
Hallo Suse, mir geht es genauso wie Dir. Ich habe das Pochen mittlerweile seit 3 Jahren. Seit November hatte ich mit wenigen Ausnahmen mehr oder weniger Ruhe. Ende April hatte ich eine OP. Und da war das Geräusch im rechten Ohr wieder da. Mittlerweile jede zweite oder dritte Nacht. Einfach so. Es ist zum Verzweifeln. Ich habe alles hinter mir mit Ärzten, Osteopath, war ein Jahr bei einer Therapeutin. Gegen die nächtlichen Attacken finde ich aber nichts was mir hilft. Warst Du mittlerweile in der Klinik?
 
Erik_1  sagt am 18.06.2019
Ach shit! Du hast mein Mitgefühl! Ich hoffe, du hast Leute/Ärzte um dich herum, die dich ernst nehmen. Wir hatten ja schon darüber gesprochen - das schlimmste ist, dass das eigene Leiden nicht richtig akzepiert wird, weil 'es nicht weh tut'.
Welche Operation war das denn? Das wäre für viele hier sicher interessant, wenn du das ein bisschen beschreiben könntest, weil es so wenige gibt, die die tatsächlich machen.
 
Suse-1993  sagt am 18.06.2019
Hallo Baghira, ich freue mich das du dich meldest. Dann fühlt man sich nicht ganz so alleine mit dem Problem.. Bei mir sind die Attaken immernoch da. Ich hatte schonmal 2 Woche "Stille", aber dann ging es wieder los. Mittlerweile versuche ich auch Aufstoßen, Gähnen oder Strecken zu vermeiden um ein Auslösen der Attacken zu verhinder, klappt aber nicht besonders gut.. Den Termin in der Klinik habe ich erst in 2 Woche, den Termin beim Neurologen hatte ich inzwischen schon, aber ohne Erfolg. Ich habe dem Neurologen meine Geschichte erzählt und er war ziemlich ratlos und hat mich auch nicht richtig ernst genommen, dann konnte ich wieder gehen.. Ich hoffe das der der Termin in der Klinik etwas weiter hilft...
Was hast du denn bisher unternommen gegen das "Ploppen/Zucken" im Ohr? War es eine Operation am Ohr wegen dem "Ploppen/Zucken" oder eine ganz andere?
Ich würde mich freuen wenn du dich nochmal melden würdest.
LG
 
Erik_1  sagt am 18.06.2019
Ich finde ja auch interessant, dass der Thread mittlerweile doch viele Antworten hat, sich aber kein Arzt hier meldet. Das soll jetzt keine Kritik an den Ärzten sein, sondern verdeutlichen, dass es sich hier offensichtlich um ein Krankheitsbild handelt, das man noch nicht so wirklich verstanden hat. Umso eigenartiger, dass es dazu keine Forschungen zu geben scheint...
 
Baghira1973  sagt am 18.06.2019
Hallo Suse, Hallo Eric.
Ich hatte eine OP die nichts mit dem Ohr zu tun hatte. Komischerweise hatte ich wie gesagt ein halbes Jahr eine richtig gute Zeit, einen Tag nach der Vollnarkose ging es dann wieder los. Das war Ende April. Seitdem plagt mich das Pochen alle paar Nächte. Am Tag ist es bis auf wenige Ausnahmen kaum da. Es macht mich wahnsinnig jedes Mal aus dem Tiefschlaf gerissen zu werden. Heute Nacht bin ich aufgestanden und bisschen durch die Wohnung gelaufen. Hat aber alles nichts genutzt. Da ich in Vollzeit berufstätig bin ist es sehr schlimm für mich wenn ich nachts keine Ruhe finde. Ich habe so gut wie alle Stationen durch. 3 HNO Ärzte, Hausarzt, Neurologe, Kieferchirurg, Osteopath, ich war im MRT, hatte eine Dopplersonographie der Halsgefäße, ich war ein halbes Jahr bei der Krankengymnastik speziell fürs Kiefergelenk, ich war in Karlsruhe in der HNO Klinik, ich habe Autogenes Training gemacht, mache Yoga.... ich wüsste nicht was ich sonst noch tun kann. Im Juli bin ich wieder bei meinem HNO Arzt, wenns nicht besser wird dann werden wir mal Akkupunktur versuchen. Das hatte ich bisher noch nicht ausprobiert. Magnesium nehme ich auch seit gut 1,5 Jahren. Es soll ein Muskelzucken im Ohr sein, in der Klinik haben sie gesagt man könnte den Muskel durchtrennen, dafür müsste die Diagnose aber gesichert sein. Alle HNO Ärzte haben mir bisher davon abgeraten. Ich selbst bin davon auch nicht überzeugt. Daher werde ich diesen Eingriff auch nicht durchführen lassen.
Ich wünsche allen Ohr geplagten einen schönen Tag.
 
Suse-1993  sagt am 18.06.2019
Dein Weg kommt mir bekannt vor.. Ich will dir nicht die Hoffnung nehmen, aber Akkupunktur hat bei mir absolut keine Veränderung ergeben. Das heißt ja aber nicht das es bei dir nicht vielleicht doch helfen kann. Ich drücke die Daumen das es bei dir wieder besser wird.
Krankengymnastik habe ich momentan auch 1-2x die Woche für die Gesichts- und Nackenmuskulatur. Ich habe das Gefühl das es danach immer 1-2 Tage ruhiger ist, kann aber auch nur Einbildung sein...

Erik, wie hat sich das Ganze denn bei dir entwickelt? Du hattest ja geschrieben das es mit der Diagnose Restless Legs und zusätzlich Vitamin D besser wurde? Ist es in der Zwischenzeit nochmal wieder gekommen oder bist du immernoch "Ploppfrei"?
 
Erik_1  sagt am 18.06.2019
Hallo! Ich habe fast ein schlechtes Gewissen es zu sagen, aber ja, ich bin noch beschwerdefrei. Zwischendurch kann es sein, dass sich mal ein vereinzeltes Ploppen meldet, alle 1-2 Wochen. Aber wie gesagt, dass ist dann ein Einzelfall. Jedesmal wenn ich an die Zeit zurückdenke, läuft mir ein Schauer den Rücken hinunter, es ist wirklich emotional sehr schwierig gewesen. Ich mache mir jetzt keine Illusionen, gut möglich, das es wieder zurückkommt.
Aber um das nochmal zu sagen: Die moderne Medizin kann soviele wundersame Dingen heilen, aber so etwas fast schon "banales" nicht. Das ist schon sehr komisch. Es müssen doch irgendwo Studien gemacht werden! Und es scheint ja doch einige Leute zu geben, die davon betroffen sind!
Portrait Prof. Dr. med. Rolf Issing, Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf-, Hals- und Plastische Gesichtschirurgie, Bad Hersfeld, HNO-Arzt
Prof. Dr. Issing  sagt am 18.06.2019
Sehr geehrter Erik,

ich hatte schon mehrfach zu der Thematik Stellung genommen. Die Diskussion war jetzt von Betroffenen geführt worden, die ihre Erfahrungen ausgetauscht haben.

Problematisch an der Problematik ist meines Erachtens zum Einen die Diagnose, die sich nicht immer zweifelsfrei einem Muskel zuordnen lässt. Das macht das Ganze für uns Ärzte so schwierig, da man ungern ohne belastbare Diagnose einem Patienten einen operativen Eingriff empfehlen möchte. Letztlich ist auch unklar, warum bei manchen Menschen derartige Phänomene überhaupt entstehen. Das diese Erscheinungen belastend sind, nehme ich jedem Betroffenen ab.
Ich wünsche alles Gute!

P. R. Issing
 
Suse-1993  sagt am 01.07.2019
Hallo, ich hatte den Termin in der Klinik und bei mir wurde endlich das Tensor Tympani Syndrom diagnostiziert. Da ich schon seit längerer Zeit Buch über die "Ploppanfälle" führe habe ich direkt einen OP-Termin bekommen. Im ersten Schritt wird ein Botulinumtoxin in den Muskel gespritzt um die beschwerden zu lindern. Sollte es danach wiederkommen oder nicht aufhören bleibt noch die Möglichkeit die komplette Sehne zu durchtrennen.
 
Erik_1  sagt am 01.07.2019
Hi! Bitte unbedingt Deine Erfahrungen mit der OP hier teilen!
 
Baghira1973  sagt am 01.07.2019
Hallo Suse, das freut mich dass Du zumindest endlich mal eine Diagnose hast. Wie wurde das jetzt genau in der Klinik diagnostiziert? Ich musste am wochenende an dich denken nachdem ich von Samstag auf Sonntag bis Mittag wieder mal eine 8-stündige Ohrattacke ertragen musste und fast verrückt geworden bin. Du sagst Du sagst Du hast einen OP Termin bekommen für das Spritzen. Wie wird das gemacht, ist das eine richtige OP oder ein ambulanter Eingriff? In zwei Wochen bin ich wieder beim HNO Arzt, da werde ich ihm das dann erzählen und ihn bitten mich ebenfalls nochmal in eine HNO Klinik zu überweisen. Die letzte Klinik das war nix, vielleicht eine Uniklinik oder wie auch immer. Vielleicht gibts bis dahin schon was Neues von Dir. Ich würde mich freuen nochmal von dir zu hören.
 
Suse-1993  sagt am 11.07.2019
Hallo, ich bin leider jetzt erst zum Antworten gekommen. Soweit ich weiß ist das eine richtige OP, ich muss danach zumindest noch ein paar Nächte im Krankhaus bleiben. Wie und Was genau da gemacht wird weiß ich leider selbst noch nicht. Dafür habe ich noch einen Termin für die Vorbesprechung kurz vor der OP. Diagnostiziert hat das ein Arzt nur nach meinen Beschreibungen. Ich führe schon länger Buch über das Ploppen. Also ich schreibe den Tag auf, die Uhrzeit wann es angefangen hat, die Uhrzeit wann es vorbei war und den Auslöser für das Ploppen. Dadurch hatte der Arzt schon viele informationen die er brauchte. Ein paar andere Test wurden noch gemacht die alle unauffällig waren (Hörtest war unter andermen dabei, was noch so alles getestet wurde weiß ich nicht so genau). Nach dem Ausschlussverfahren hat der Arzt dann Tensor Tympani Tic diagnostiziert. Dir weiterhin eine gute Besserung. Ich drücke die Daumen das dich auch mal ein Arzt ernst nimmt. LG

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