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Steißbeinfistel ich brauche dringend Hilfe!!!

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Easymonty  fragt am 22.12.2016
Hallo allerseits,

Als Vorwort möchte ich sagen das ich mich noch nie in solch einem Forum angemeldet habe, unter den aktuellen Ereignissen aber keine andere Alternative mehr sehe. Keine Forenbeiträge zu dem Thema und es sind viele könnten mir weiterhelfen. Ich hoffe jemand der mir evtl weiterhelfen kann tut sich meinen Text an - ich versuche es so kurz wie möglich zu halten.

Ich bin 23 Jahre ALT und habe mich Ende November einer Steißbeinfistel Op unterzogen mit offener Wundheilung. Dieses wurde ambulant gemacht in der Praxis und ich konnte 2 Stunden nach der Narkose schon wieder nach Hause. Nach 3 Tagen war ich dann nochmal zum ersten Verbandswechsel dort komplett schmerzfrei. Ab dem Zeitpunkt sollte dann die Person meines Vertrauens die Wunde täglich zweimal ausduschen und eine neue Tamponage einführen. Die Wunde war mit Eiweiß belegt (was normal sei) welches mit der Zeit ausgespült wird.
Nach 5 Tagen absolut keine Schmerzen und bis zu dem Zeitpunkt kaum Schmerzmittel (Novaminsulfon Tropfen 500mg) begannen dann die ersten Symptome. Es brannte beim Ausspülen und ich hatte Druckschmerzen beim liegen, stehen und gehen. Nichts wildes doch ca. 2 Tage später ging gar nichts mehr. Ich hatte unerträgliche Schmerzen habe 4•40 Novaminsulfon Tropfen zuzüglich 4•600mg Ibuprofen (2400 Tageshöchsdosis) kombiniert. Es tat sich nichts keinerlei Wirkung. Ich empfand den Schmerz als plötzliches Reinschießen. Mein Körper krampfte zusammen, ich konnte kaum einen Schritt gehen max 5cm schritt für schritt damit dieser höllische Schmerz nicht kommt. Nach 1-2 Stunden war es meist vorbei.
Beim der nächsten Kontrolle schilderte ich meine Schmerzen. Mir wurde gesagt das es alles nicht so schlimm sei und es das ist was man daraus macht. Ich dachte mir gut ist ne Wunde tut weh vielleicht ist das normal. Eine weitere Woche verging nur die reinziehschmerzen wurden heftiger länger und intensiver. Täglich meine oben angegebenen Medikamente. Ich muss betonen ich bin KEIN schmerzempfindlicher Mensch. Ich habe die Woche geschrien wie am Spieß. Die Fassade muss Risse haben und ich habe geweint wie noch nie zuvor in meinem Leben. Motiviert also zur nächsten Nachkontrolle man muss mich doch ernst nehmen. Wunde wurde und wird in den höchsten Tönen gelobt. Sieht super aus, Wundheilung top, schmerzen nicht erklärbar. Mein Magen war von den ganzen IBU's schon angegriffen deshalb verschrieb man mir ein anderes Medikamt (leider hab ich den Namen nicht mehr) eine Tablette täglich und nichts anderes mehr. Kaum Zuhause angekommen ging das gleiche Prozedere wieder los. Im Internet hatte ich gefunden das man das mit Diclofinac kombinieren kann welches ich auch getan habe aber wie bei der anderen Kombi keine Wirkung. Wieder zum Arzt weiterhin ratlos. Bat mir an Opiate zu verschreiben welches ich abgelehnt habe. Ich konnte die Schmerzen die mich so wegtreten lassen schon besser beschreiben meine oben beschriebenen Reinziehschmerzen (weil es sich so anfühlt) sind zuziehschmerzen. Die Wunde krampft zusammen und mein Körper so halbwegs mit. Mir wurde gesagt das ich dieses nur selbst verursachen kann da dieses zur Skelettmuskulatur gehört.
"Gleich geschafft bitte durchhalten"
Mein Kreislauf ist hin geht regelmäßig in den Keller und habe Schweißausbrüche bei den Schmerzschüben.
Die Schmerzen treten insbesondere Richtung Abend auf sind aber auch am Tag vertreten. Ich kann nicht schlafen beim bewegen ist es halbwegs erträglicher als im Liegen. Mein Rekord war vorgestern Nacht von 22:00 bis 6:30 *durchgehend* im 5-15 Sekunden Takt dieses zusammenpressen der Wunde und den damit verbundenen Schmerzen. Ich kann nicht mehr und ich will nicht mehr. War im Krankenhaus dort hat sich das jemand angeschaut und sagt mir exakt das gleiche wie meine Chirug kann er sich nicht erklären Wunde sieht einwandfrei aus und er wünscht mir eine gute Besserung.
Ich bin körperlich am Ende und seelisch ebenfalls ich weiß nicht mehr weiter und die verzweifelung macht sich nun langsam wirklich breit. Ich denke mir das nicht aus aber ernstgenommen werde ich auch nicht. Hat jemand in irgendeiner Form von einem ähnlichen Fall schonmal gehört oder kann mir helfen. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Ich habe bestimmt ein paar Dinge ausgelassen oder lesen sich wirr. Es ist auch viel zu viel Text dafür bitte ich um Entschuldigung.

LG
 
regine45  sagt am 24.12.2016
Hallo, lieber Easymonty,

was Sie schildern, ist keine Kleinigkeit. In welcher Gegend wohnen Sie? Sie müssen ins nächste Fachklinikum einer größeren Stadt in Ihrer Nähe, am besten als Notfall. Nicht in die Klinik, in der Sie schon waren. Die haben Scheuklappen auf.

Ich will Ihnen einen selbst erlebten Fall schildern: Mein erwachsener Sohn hatte eine weibliche Brustdrüse. Sie sollte aus optischen Gründen operiert werden. Nix Wildes, harmlos, kann ambulant gemacht werden. Das war am Mittwoch. Ich habe meinen Sohn begleitet und in den nächsten Tagen betreut. Am Freitag bekam er Fieber und Halsschmerzen. Na toll, jetzt auch noch eine Erkältung! Das Fieber wurde schlimmer und mein Sohn, begann sich zu übergeben. Er konnte nichts mehr bei sich behalten. Wir ließen den Notarzt kommen, er verschrieb Medikamente, gab Verhaltensanweisungen, sah sich die OP-Wunde an, alles in Ordnung, sieht sehr schön aus. Wiedersehen. Mittlerweile Samstag, meinem Sohn geht es immer schlechter, die Medikamente wirken nicht. Er ist ein kräftiger Baum von Mann, gut durchtrainiert, aber nun schwinden seine Kräfte. Wieder den Notarzt alarmiert. Der reagiert ungehalten, schließlich war ein Kollege 12 Stunden vorher schon mal da. Er untersucht die Wunde und gegen das Erbrechen schlägt er vor, nichts mehr zu trinken, damit sich der Magen beruhigt! Fieber ist in Nähe von 40°C. Vernünftig, wie wir sind, warten wir weiter ab, der Arzt muss ja Recht haben. Ist ja schließlich Arzt. Samstag Abend der dritte Notarztbesuch. Ich schlage eine Notaufnahme ins Krankenhaus vor. Der Arzt meint, weiter abwarten. Bis auf Fieber, Erbrechen und zunehmender Schwäche kann er nichts Auffälliges finden. In dieser Nacht wage ich nicht zu schlafen, mein Sohn fängt an zu delirieren, ist nicht mehr richtig bei Bewusstsein. Sonntag morgen um 6 Uhr rufe ich die Notfallambulanz des diensthabenden Krankenhauses an und kündige meinen Sohn an. Es gelingt mir, ihn anzuziehen, selber kann er das nicht mehr, ihn die Treppe hinab zu bugsieren und ins Taxi zu setzen. Im Krankenhaus kann ich ihn in einen Rollstuhl setzen. Er wird sofort untersucht und in den OP gefahren. Man öffnet die OP-Wunde und entdeckt dort einen massiven Eiterherd! Das war die Ursache des zunehmenden Verfalls meines Sohnes! Er hatte eine Sepsis, äußerlich nicht erkennbar. Wenige Stunden später wäre mein Sohn gestorben!

Lieber Easymonty, bitte, bitte lassen Sie sich in das nächste große Krankenhauszentrum fahren und bestehen Sie darauf, dass man die OP-Wunde öffnet und nachsieht, was dahinter ist. Äußerlich kann alles ganz harmlos aussehen und trotzdem katastrophal sein. Möglicherweise haben Sie eine Wundinfektion, die sich ausbreitet. Bitte, nicht abwimmeln lassen!

Ich wünsche Ihnen alles, alles Gute, auch wenn Sie Weihnachten vielleicht im Krankenhaus verbringen müssen. Das ist allemal besser, als sich in Lebensgefahr zu begeben.

Mit den allerbesten Grüßen aus Bochum.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich wieder melden und mitteilen, wie es Ihnen ergangen ist.
 
Nitropenta  sagt am 18.02.2017
Hallo,

leider wieder ein Metzger-Opfer.
Falls das Thema noch aktuell ist, bitte melden, da gibt es wesentlich kompetentere Ärzte.
 
Kochi0482  sagt am 19.08.2018
Hallo, mir geht es absolut genauso wie dir damals! Kannst du mir bitte berichten wie es bei dir weiterging?

Vielen Dank

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