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Wann erfolgt eine Operation bei einem Pneumothorax?

Lesezeit: 2 Min.

Nur in schweren Fällen ist eine operative Lösung erforderlich

Je nach Intensität der Luftansammlung im Brustkorb entscheidet der Arzt oder der Chirurg, welche Behandlungsmethode die bestgeeignete ist. Eine Operation kommt in Frage, wenn wiederholt ein Pneumothorax auftritt, wenn ein sogenannter Spannungspneumothorax besteht oder wenn innerhalb mehrerer Tage eine Drainage nicht wirkungsvoll genug war.

In vielen Fällen reicht die Thoraxdrainage

Bei einem Spontanpneumothorax reicht in der Regel die minimal-invasive Einlage einer Thoraxdrainage aus. Die Drainage ist ein Schlauch, der den Abtransport von Luft, Blut und anderen Körperflüssigkeiten nach außen ermöglicht. Die Ursache an sich wird damit jedoch nicht behoben.

Nach einem Rückfall empfiehlt sich eine Operation

Selten kommt es nach einem Spontanpneumothorax zu einem Rückfall. Wenn der Pneumothorax erneut eintritt, empfiehlt sich eine Operation. Grund dafür ist, dass das Risiko für einen weiteren Pneumothorax nach einem zuvor bereits eingetretenen Rückfall beträchtlich steigt. Die Operation behebt ebenfalls nicht die Ursache an sich.

Operation bei Spannungspneumothorax

Der Spannungspneumothorax stellt einen akuten Notfall dar, bei der immer mehr Luft in den Pleuraspalt (Spalt zwischen Lunge und Brustwand) gelangt und die Lunge einengt. Neben der Thoraxdrainage (Punktion), die in der Regel noch an Ort und Stelle erfolgt, entscheidet der Arzt je nach Einzelfall, ob die chirurgische Öffnung des Brutkorbes (Thorakotomie) angezeigt ist.

Die Brustkorböffnung durch einen großen Schnitt wird jedoch immer seltener angewendet. Heute ist der Eingriff minimal-invasiv und wird mithilfe der „Schlüssellochchirurgie“ (mit dem sogenannten VATS-Eingriff) in Vollnarkose durchgeführt. Ein bis drei kleine Schnitte reichen aus, um das Videogerät (Endoskop) bis in den Raum zwischen Lunge und Brustwand zu führen und den Defekt zu verschließen. Die defekte Stelle in der Lunge und Blasen in der Lunge können entfernt werden. Ebenfalls erfolgt eine Pleurodese, bei der die beiden Schichten des sogenannten Lungenfells miteinander verklebt werden, um den Spalt aufzuheben und ein Zusammenfallen der Lunge zu verhindern. Auf diese Weise kann die Gefahr eines erneuten Pneumothorax reduziert werden. Zum Schluss wird eine Thoraxdrainage gelegt, um Luft sowie Blut beziehungsweise Sekret auszuleiten. Die Erfolgsquote liegt bei über 90 Prozent.

Operation eines traumatischen Pneumothorax

Die Behandlung des traumatischen Pneumothorax, der durch eine Stichverletzung oder stumpfe Gewalteinwirkung ausgelöst wird, muss an die weiteren Verletzungen des Patienten angepasst werden. Ob eine Operation notwendig ist, muss deshalb immer individuell entschieden werden.

Alternativen zu Brustkorb-Eröffnung (Thorakotomie) und Pleurodese (Lungenfell-Verklebung)

Neuerdings werden Verfahren wie die besonders präzise Laserbehandlung (Laser-Koagulation) und das Setzen von flexiblen Langzeit-Kathetersystemen statt der Pleurodese eingesetzt. Außerdem besteht auch die Möglichkeit, die VATS-Technik mit der SILS-Technik, bei der zur weiteren Behandlung nur ein einziger Schnitt ausreicht, zu verfeinern.



Letzte Aktualisierung am 16.03.2017.
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Pneumothorax

 
sagt goldie0815de   vor 3 Monate  28758

@nick
Bin selbstständig. Die spritzen habe ich auch bekommen unter röntgen.....Ich konnte mich ein bischen besser bewegen......Jedoch lässt die ... mehr

 
sagt Philibean   vor ~ 1 Jahr  443

Hallo Martin,

also ich war bei meinem Hausarzt.
Der hat mir gestern noch den letzten Faden von der Drainagewunde gezogen. Es ist war 10 Tage geht, ... mehr

?
Pneumothorax   Offene Frage
fragt Emma98   vor > 8 Jahre  1959

Bei meinem Freund wurde ein Pneumothorax diagnostiziert, der operativ behandelt wurde. Die Operation ist gut verlaufen. Allerdings kam es beim Ziehen ... mehr

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12 Fragen zu Pneumothorax
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