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Blastocystis hominis

Kaum bekannter Erreger von Durchfallerkrankungen...

Was ist Blastocystis hominis?

Die Liste der humanen Pathogene, die zu gastrointestinalen Beschwerden führen, umfasst neben verschiedenen Bakterien, einschließlich deren Toxine, Viren, Würmer, Pilze sowie Protozoen, auch weniger bekannte Erreger. Als ein weniger bekannter Erreger muss Blastocystis hominis angesehen werden. Blastocystis hominis, ein zu den Protozoen gerechneter Erreger, gilt heute als fakultatives humanes Pathogen. Noch bis vor kurzem wurde seine Rolle als Verursacher von Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes kritisch angesehen. Neuere Arbeiten weisen jedoch durchaus auf eine Pathogenität (Fähigkeit, eine Krankheit auszulösen) hin. Angenommen wird, dass es sich bei der Infektion mit Blastozysten um eine Zoonose handeln könnte. Blastozysten sind weltweit verbreitet und lassen sich oftmals bei asymptomatischen Personen wie auch bei Patienten mit Diarrhoen nachweisen.

 

Wie wird die Erkankung übertragen? 

Zwar ist der Übertragungsweg bislang nicht gesichert, jedoch kann angenommen werden, dass es sich um eine fäkal-oral übertragene Infektion handelt. Infektionsquellen können Trinkwasser wie auch kontaminierte Nahrungsmittel sein. Wichtiger Risikofaktor für eine Infektion mit Blastocystis sind zudem Reisen in tropische Länder, da der Erreger bei heißem und feuchten Klima häufiger akquiriert zu werden scheint.

 

Epidemiologie und Klinik des Erregers 

Typisch für Blastozysten ist eine nur geringe Umweltresistenz. Die Aufnahme der Zysten erfolgt oral. Nach der Magenpassage kommt es zur Ruptur (Riss) der Zysten und Freisetzung vakuolärer Formen, die sich anschließend durch Mitosen vermehren. Es entwickeln sich dabei multivakuoläre sowie amoeboide Formen. Nach schizogener Weiterentwicklung bilden sich Zystenformen, die wiederum mit dem Stuhl ausgeschieden werden.

Der Erreger kolonisiert im Kolon (Dickdarm) und verursacht eine lokale Entzündung. In der Darmbiopsie findet sich ein mukosales Ödem mit lympho-plasmazellulären Infiltraten in befallenen Regionen.

Klinisch stehen abdominelle Beschwerden (Beschwerden des Magen-Darm-Traktes) mit Krämpfen und Meteorismus (Ansammlung von Gas im Darm) sowie Diarrhoen im Vordergrund. Daneben bestehen Übelkeit, Erbrechen sowie Gewichtsverlust. Die Dauer der Beschwerden kann zum Teil mehrere Wochen betragen. Betont werden muss jedoch, dass sicherlich die überwiegende Zahl der Infektionen asymptomatisch (ohne Symptome) verlaufen.

Bei immunsupprimierten Patienten kann Blastocystis hominis als opportunistische Infektion jedoch durchaus von klinischer Relevanz sein.

 

Diagnose von Blastocystis hominis

Blastozysten lassen sich in frischen Stuhlproben mikroskopisch nativ nachweisen. Auch im Duodenalsekret finden sich die Erreger. Meist lassen sich dabei multivakuoläre, sphärische bis ovale Formen darstellen.

 

Therapie der Erkrankung 

Eine Therapie ist nur bei symptomatischen Patienten angezeigt. Vor der Entscheidung einer medikamentösen Behandlung sollte eine weitergehende Stuhldiagnostik durchgeführt werden, um andere, oftmals wahrscheinlichere Pathogene (Krankheitserreger) auszuschließen. Verläuft diese Diagnostik negativ und bestehen die abdominellen Beschwerden weiterhin, ist eine antimikrobielle Therapie gerechtfertigt. Als wirksame Substanzen gelten dabei Metronidazol über 7 bis 10 Tage sowie Iodoquinol über 20 Tage. Zudem lässt sich der Erreger auch mit Imidazol-Derivaten, Cotrimoxazol sowie Tetrazyklinen effektiv behandeln.



Letzte Aktualisierung am 07.11.2008.

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