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Uveitis, Regenbogenhautentzündung

Was versteht man unter einer Uveitis (Regenbogenhautentzündung)?

Bei der Uveitis handelt es sich um eine Entzündung des Augeninneren, die oft schleichend beginnt und ohne Schmerzen zu einer Sehverschlechterung des Auges führt. Die Uveitis ist jedoch keine eigenständige Krankheit, sondern hat viele mögliche Ursachen.
In Deutschland leiden etwa 500.000 Menschen an der wenig bekannten Uveitis. Diese Krankheit des Auges kann viele Ursachen haben.

Bei der Erkrankung ist die so genannte „Uvea" entzündet. Unter dem Begriff Uvea werden folgende Teile des Auges zusammengefasst:

  • die Regenbogenhaut (Iritis)
  • der Strahlenkörper oder Ziliarkörper (Corpus ciliare) und
  • die Aderhaut (Choroidea)

Kommt es in einem oder mehreren dieser Bereiche zu einer Entzündung, so spricht man von einer Uveitis. Die Uveitis ist also ein Überbegriff für eine große Zahl von Erkrankungen. Charakteristisch ist jedoch die Anwesenheit von Entzündungszellen in der vorderen Augenkammer oder im Glaskörper, welcher normalerweise ganz zellfrei sein sollte.

Welche Formen der Uveitis gibt es?

Abhängig von der befallenen Struktur unterscheidet man zwischen:

  • Iritis: Entzündung der Regenbogenhaut
  • Iridozyklitis: Entzündung des Ziliarkörpers und der Iris
  • Chorioiditis: Entzündung der Aderhaut
  • Chorioretinitis oder Retinochorioiditis: Entzündungen der Ader- und Netzhaut
  • Retinitis: Entzündung der Netzhaut
  • Vitritis: Entzündung des Glaskörpers

Nach der Ursache kann man unterscheiden zwischen:

1. Primäre Uveitis

Abgesehen von der anatomischen Zuordnung ist die Ursache unklar. Früher wurde sie auch als endogene oder idiopatische Uveitis bezeichnet.

2. Sekundäre Uveitis

Folge einer Entzündung oder Erkrankung an anderer Stelle des Körpers.

3. Masquerade-Formen (Pseudo-Uveitis)

Sehen im ersten Moment aus wie eine Uveitis. Bei weiterer Diagnostik stellt man jedoch fest, dass es sich hierbei z.B. um Tumoren im Auge handelt. Die vermeintlichen Entzündungszellen sind hierbei Tumorzellen.

Eine weitere Möglichkeit zur Differenzierung ist die Einteilung nach dem anatomischen Ort der Entzündung:

1. Uveitis anterior

Hierbei handelt es sich um eine Entzündung des vorderen Bereichs der Uvea, insbesondere der Iris (Iritis) und des Ziliarmuskels. Begleitend können auch ein Makulaödem und ein Ödem der Sehnervenpapille auftreten.

2. Uveitis intermedia

Betroffen ist hier der mittlere Teil der Uvea. Hier findet man die höchste Dichte freier Entzündungszellen im Glaskörper. Begleitend können auch hier ein Makulaödem, ein Papillenödem und eine Periphlebitis retinae (Gefäßentzündung von Netzhautvenen, Vaskulitis) auftreten.

3. Uveitis posterior

Die Uveitis posterior umfasst auch Veränderungen an der Netzhaut und Aderhaut.

4. Panuveitis

Hier sind in allen 3 Bereichen Entzündungszellen vorhanden. Dies sagt aber nichts über die Schwere der Entzündung aus.

Ursachen

Meist ist die Ursache der Uveitis nicht klar. Manche Uveitis-Formen werden durch Viren und Bakterien sowie Pilze (Candida albicans) und Parasiten (Toxoplasmose) hervorgerufen. Dagegen kommen andere im Rahmen von Systemerkrankungen, unter anderem aus dem rheumatischen Formenkreisen wie Morbus Bechterew, vor. Bei 80 Prozent der Betroffenen bleibt die Ursache jedoch unbekannt.


Welche Beschwerden kann eine Uveitis hervorrufen?

Die Beschwerden sind abhängig vom Schweregrad der Erkrankung sowie der betroffenen Regionen am Auge. Typische Symptome einer Uveitis anterior sind Schmerzen, rotes Auge, Lichtempfindlichkeit, Fremdkörpergefühl und Tränenfluss. Die Symptome einer Uveitis intermedia sind hingegen Schleier- und Punktesehen bei äußerlich weißem Auge. Eine posteriore Uveitis hingegen führt häufiger zu einer dauerhaften Herabsetzung der Sehschärfe. Die Patienten sehen verschwommen oder eine sich nicht bewegende Wolke vor der Stelle des schärfsten Sehens.

Generell kann man sagen: Je weiter vorne und außen die Entzündung lokalisiert ist, desto mehr Beschwerden bereitet sie dem Patienten. Die Entzündung kann beidseitig auftreten, muss aber nicht. Von Laien wird sie auch häufig mit einer Bindehautentzündung verwechselt.
Zudem können bestimmte Uveitiden, vor allem bei Kindern mit einer rheumatischen Erkrankung, ohne Symptome ablaufen und so unbemerkt bleiben. Daher sollten Kinder mit rheumatischen Erkrankungen unverzüglich nach der Diagnosestellung des Rheumas einem Augenarzt vorgestellt werden.


Wie wird eine Uveitis festgestellt?

Für die Diagnosestellung muss zunächst die Pupille des Patienten erweitert werden. Durch verschiedene Arten der Augenhintergrund-Untersuchung werden typische Erscheinungen unterschieden und ermöglichen bereits eine große Einordnung des Krankheitsbildes. Die Entzündungszellen sehen wie Staubkörnchen aus.
Zur Ursachenfindung sind meist zusätzliche Untersuchungen bei anderen Fachärzten erforderlich.


Mögliche Folgen einer Uveitis

Die Uveitis ist ein sehr vielfältiges Krankheitsbild und kann akut und chronisch verlaufen. Sie kann entweder einmalig auftreten oder sich in Schüben wiederholen. Um Dauerschäden zu vermeiden, muss die Erkrankung sofort erfolgreich behandelt werden. Durch die regelmäßige Ausschwemmung von Entzündungszellen und Eiweiß kann es zu folgenden krankhaften Veränderungen kommen:

  • Verwachsungen (Synechien) der Regenbogenhaut mit der Linse oder dem Kammerwinkel
  • Glaskörpertrübungen
  • Grauer oder grüner Star
  • Sehbehinderungen
Bei bestimmten Formen der Erkrankung kann es zu großflächigen Zerstörungen kommen, die eine Nachtblindheit oder gar eine Erblindung nach sich ziehen.


Wie wird eine Uveitis behandelt?

Die Behandlung ist abhängig von der Schwere und dem Verlauf der Erkrankung. Oft sind cortisonhaltige Augensalben, gegebenenfalls in Kombination mit cortisonfreien Entzündungshemmern in Form von Augensalben oder Tropfen ausreichend.
Zusätzlich werden Tropfen gegeben, die die Pupille erweitern (Mydriatikum), damit keine Verklebungen zwischen Iris und Linse auftreten und dadurch die Sehfunktion nicht dauerhaft beeinträchtigt wird.

Bei schweren Regenbogenhautentzündungen erfolgt die Injektion von Cortison unter die Bindehaut und/oder die Gabe von Cortisontabletten, damit das Auge nicht dauerhaft an Sehkraft verliert. Bei wiederholten Schüben werden eine dauerhafte Therapie mit niedrigdosierten Kortikosteroiden und/oder eine systemische Immunsuppression eingeleitet.
Kann für die Uveitis eine infektiöse Ursache ausgemacht werden, so erfolgt eine gezielte antibiotische Therapie. Diese muss ausreichend hoch dosiert sein und so lange wie nötig durchgeführt werden, damit die Erreger vollständig abgetötet werden und es später nicht zu Rückfällen kommt. Durch die gleichzeitige örtliche Verabreichung von Cortison kann die Entzündung effektiv vermindert werden. Die Auswahl der Antibiotika ist abhängig von dem zugrundeliegenden Keim.

Bei einer Augeninnendruckerhöhung sind zusätzlich drucksenkende Tropfen oder Tabletten erforderlich.  In sehr seltenen Fällen sind chirurgische Maßnahmen notwendig. Am wichtigsten sind die Kryopexie (Kälteanwendung zur Glaskörperaufhellung und Verhütung einer Nerzhautablösung), die Vitrektomie (Glaskörperentfernung zur Herabsetzung der Entzündungsaktivität, Verhinderung eines Makulaödems und ebenfalls Verhütung einer möglichen Netzhautablösung), die Operation des Grauen Stars unter Cortison-Schutz und Lederhaut eindellende Operationen.


Prognose

Je länger eine Entzündung unbehandelt bleibt, desto eher muss man mit bleibenden Schäden bis hin zur Erblindung durch irreversible (unumkehrbare) Schäden an sensiblen Strukturen des Auges rechnen.


Hinweise für Patienten

Suchen Sie vor allem dann einen Augenarzt auf, wenn sich ein „rotes Auge" nach ein bis zwei Tagen nicht spontan bessert.


Letzte Aktualisierung am 22.07.2010.

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