Definition
Relativ
oberflächlich gelegene Defekte, Narben und Trübungen der Hornhaut können durch einen Eingriff mit dem
Laser entfernt werden (Phototherapeutische Keratektomie, PTK).
Ursachen
Hornhautnarben und -trübungen können unter anderem nach
Verletzungen,
Entzündungen und
Verätzungen entstehen. Auch manche angeborenen Syndrome können zu Hornhautveränderungen führen, die das klare Sehen beeinträchtigen. Bei einer Form, der bandförmigen Hornhautdegeneration, besteht beispielsweise ein Zusammenhang mit einer Arthritis. Eine phototherapeutische Keratektomie kann nur durchgeführt werden, wenn die Hornhautdefekte nicht besonders tief in die Hornhaut hineinreichen.
Hornhautabschürfungen (Erosio corneae) können unter anderem durch Fremdkörper und durch mechanische Einwirkungen, z. B. durch versehentliches Greifen in ein Auge mit dem Finger oder durch spitze Pflanzenteile entstehen. Manchmal bestehen die Erosionen trotz Salben- und Tropfentherapie über einen längeren Zeitraum oder kehren immer wieder (rezidivierende Hornhaut-Erosio). In diesem Fall kann eine PTK sinnvoll sein.
Nicht möglich ist eine PTK bei einem
laufenden Entzündungsgeschehen.
Symptome
Hornhauttrübungen können, insbesondere wenn sie im Zentrum liegen, zu verschleiertem und verschwommenem Sehen führen. Die Sehkraft kann dadurch teilweise erheblich eingeschränkt sein. Manchmal ist das Bild verzerrt.
Rezidivierende (wiederholte)
Hornhautabschürfungen äußern sich durch Fremdkörpergefühl und Schmerzen. Das Auge kann tränen, das Lid kann durch die Schmerzhaftigkeit oft nur schwierig offengehalten werden. Oftmals wird die Stelle durch das morgendliche Öffnen der Lider wieder aufgerissen.
Diagnose
Es erfolgt die Befragung des Patienten (Anamnese), ein genauer Sehtest mit Ermittlung der bestmöglichen Sehschärfekorrektur und die Betrachtung des Auges unter Vergrößerung. Der Augendruck wird oftmals bestimmt. Vor einem speziellen Gerät wird die Hornhautoberfläche vermessen.
Differenzialdiagnose
Insbesondere für die phototherapeutische Keratektomie müssen oberflächliche von tiefen Defekten der Hornhaut unterschieden werden. Mitunter kann eine wiederholte Hornhauterosion mit einer Entzündung verwechselt werden.
Therapie
Konservative Therapie
Hornhautnarben können nicht durch eine konservative Therapie beseitigt werden, Trübungen oft ebenfalls nicht. Eine wiederkehrende Hornhautabschürfung wird zunächst durch Augensalbe und -tropfen behandelt.
Operation
Die
phototherapeutische Keratektomie (PTK) kann vorgenommen werden, wenn durch die nichtoperativen Maßnahmen keine dauerhafte Besserung des Zustandes erreicht wird.
Für diesen Eingriff an der Hornhaut genügt die Gabe von örtlichen Betäubungstropfen. Zusätzlich können Beruhigungsmedikamente eingenommen werden.
Mit einem speziellen Laser wird die oberflächliche Hornhautschicht mitsamt Defekt abetragen. Manchmal muss zuvor die Hornhautoberfläche mit Instrumenten entfernt werden. Im Anschluss an die Behandlung wird meist eine Kontaktlinse aufgesetzt, um das Auge zu schützen. Augentropfen werden mehrere Tage lang verabreicht.
Mögliche Erweiterungen der Operation
In aller Regel muss keine Erweiterung der Laser-Operation erfolgen.
Komplikationen
Schmerzen und
Augenbrennen sowie vermehrtes
Tränen bestehen sehr häufig nach dem Eingriff. Auch eine
Augentrockenheit kann auftreten.
Narben können sich ergeben, die innerhalb von Monaten in aller Regel wieder verschwinden. Eine Fehlsichtigkeit, meist Weitsichtigkeit, kann hervorgerufen werden. Es kann wiederum durch den Eingriff zu einer wiederkehrenden Hornhautabschürfung kommen. Durch die offene Hornhaut können Infektionen und somit Hornhautgeschwüre entstehen.
In manchen Fällen kann es zu dauerhafter Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung oder dem Verlust des Auges kommen. Allergische Reaktionen können nicht ausgeschlossen werden.
Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.
Prognose
Vielfach kann die Hornhautveränderung durch die phototherapeutische Keratektomie (PTK) beseitigt werden. In den meisten Fällen findet in einigen Tagen eine Ausheilung der künstlich erzeugten Abschürfung statt. Dabei sind oft Schmerzen vorhanden, und das Sehen ist beeinträchtigt. Nachdem die oberflächliche Hornhautschicht geschlossen ist, kann es noch mehrere Monate dauern, bis der Endzustand erreicht wird. Zwischendurch können sich noch mäßige Eintrübungen ergeben, die zu einer erhöhten Blendungsempfindlichkeit führen können.
Hinweise
Vor der Operation
Der Patient sollte sich im Vorfeld informieren, ob die
Behandlungskosten für den Augenlaser von der Krankenkasse getragen werden.
Ansonsten sind vor dem Eingriff vom Patienten aus keine besonderen Maßnahmen zu beachten.
Nach der Operation
Erfolgt die Operation
ambulant, so muss sich der Patient abholen lassen, da er für
24 Stunden kein Auto mehr fahren darf, außerdem dürfen keine Maschinen bedient werden und keine bedeutsamen Entscheidungen getroffen werden. Wegen der erhöhten Blendungsempfindlichkeit sollte auch in den Folgemonaten im Dunkeln kein Auto gefahren werden.
Ein frisch operiertes Auge erfordert einen
vorsichtigen Umgang. In den Tagen nach der Operation sollte keine zu starke körperliche Tätigkeit ausgeübt werden, ebenfalls sollte kein Schwimmbad besucht und kein Make-up aufgetragen werden. Augentropfen, Augensalbe und weitere Medikamente sollten nach Anordnung regelmäßig angewendet beziehungsweise eingenommen werden. Die Kontaktlinse, die zum Schutz aufgesetzt wurde, darf nicht selbst herausgenommen werden. Nachuntersuchungen müssen unbedingt wahrgenommen werden.
Sollten sich Auffälligkeiten ergeben, die auf Komplikationen hindeuten könnten, so sollte rasch der Arzt verständigt werden.
Letzte Aktualisierung am 09.12.2009.