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Epiglottitis, Diagnose und Therapie

Lesezeit: 2 Min.

Diagnose der Epiglottitis (Kehldeckelentündung)

Der erfahrene Arzt kann die Kehldeckelentzündung schon anhand der Symptome erkennen. Deshalb erfolgen bei dem üblichen schweren Verlauf mit der Notfallsituation nur wenige, absolut erforderliche Untersuchungen. Der Arzt kann die Atemwege und die Lunge abhören. Er kann die auffälligen Atemgeräusche wie ein Pfeifen (Giemen) oder schnarchähnliche Laute hören. Die Feststellung der Epiglottitis (Kehlkopfentzündung) geschieht mittels einer Spiegelung des Kehlkopfes (Laryngoskopie), die nur in der Klinik durchgeführt werden kann, um bei einer Verschlechterung des Zustandes sofort Notfallmaßnahmen treffen zu können. Der Kehldeckel sieht für den Arzt beinahe kugelig aufgetrieben aus und ist stark gerötet. In einer Anamnese, dem Gespräch mit dem Patienten oder dessen Eltern, fragt der Arzt darüber hinaus nach den genauen Symptomen und Vorerkrankungen.

Mit einer Blutgasanalyse (BGA) wird der Sauerstoffgehalt des Blutes in den Arterien getestet. Hierfür ist eine Entnahme von Blut aus einer Arterie notwendig. Der Sauerstoffwert im Arterienblut ist erniedrigt, wenn der Patient zu wenig Luft bekommt. Des Weiteren wird Blut aus der Vene abgenommen und untersucht. Unter Umständen erfolgen bildgebende Untersuchungen wie eine Röntgenaufnahme des Brustbereiches (Röntgen-Thorax) oder des Kehlkopfes selbst, an dem der geschwollene Kehldeckel zu erkennen ist.

Differenzialdiagnose

Eine Abgrenzung zu anderen Erkrankungen, die Atemnot verursachen, muss durch den Arzt erfolgen. Ähnliche Symptome finden sich bei weiteren Erkrankungen, die unter den Oberbegriff Krupp fallen. Dazu gehören der vergleichsweise sehr häufige Pseudokrupp (eine Viruserkrankung, die meist nicht so schwer verläuft) und der echte Krupp (Diphtherie-Infektion am Kehlkopf), welcher aber heute sehr selten geworden ist. Manchmal wird die Krupp-Symptomatik durch eine Reizung der Atemwege ausgelöst. Auch Fremdkörper in den Atemwegen führen zu einer Symptomatik mit Atemnot, die mit der Epiglottitis und anderen Erkrankungen verwechselt werden kann.

Therapie der Epiglottitis (Entzündung des Kehldeckels)

Die Epiglottitis ist eine Notfallsituation, da die Atmung erheblich beeinträchtigt werden kann. Beim Verdacht sollte umgehend der Notarzt gerufen werden. Eine Therapie im Krankenhaus ist erforderlich. Viele Patienten müssen auf der Intensivstation behandelt werden.

Allgemein sollte der Betroffene beziehungsweise das Kind möglichst beruhigt werden, um nicht noch zusätzliche Schwierigkeiten herbeizuführen. Der Patient sollte aufrecht sitzen. Der Arzt muss erst einmal die Atmung sicherstellen.

Bei verschlechterter Atmung wird dem Patienten Sauerstoff gegeben. In vielen Fällen ist es unumgänglich, eine Intubation zu legen, also einen Schlauch, der den Atemweg offen hält. Als allerletzte Methode, wenn die Atmung nicht ausreicht und auch die Intubation nicht funktioniert, wird ein Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) vorgenommen.

Antibiotika müssen zudem verabreicht werden, damit die für die Entzündung verantwortlichen Bakterien bekämpft werden. Die Antibiotika werden meist über die Vene gegeben. Akut kann ein Adrenalinspray eingesetzt werden, um die Atmung zu verbessern. Außerdem kann sich Cortison als nützlich erweisen, die Schwellung des Gewebes zu reduzieren.

Prognose

Die Epiglottitis ist sehr bedrohlich, da die Patienten an der Entzündung ersticken können. Deshalb kommt es auf einen möglichst raschen Beginn der Behandlung an. Wenn diese früh genug durchgeführt wird, dann sind die Aussichten gut und die Symptome sollten nach einigen Tagen zurückgehen. Ansonsten besteht eine große Gefahr, dass der Patient in einen lebensgefährlichen Zustand gerät.

Letzte Aktualisierung am 15.03.2016.
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