Definition
Eine bestimmte
krankhafte Veränderung des Bindegewebes der Hand mit Schrumpfung und Verhärtung wird als Dupuytren-Kontraktur (
Dupuytrensche Kontraktur) bezeichnet.
Ursachen
Das
Bindegewebe wird allmählich in der Feinstruktur umgebaut.
Die Erkrankung steht häufig im Zusammenhang mit Erkrankungen der Leber, z.B.
Zirrhose. Ebenfalls kann sie bei bestehendem
Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“), bei Krampfanfällen (Epilepsie) und bei bestimmten Wirbelsäulenerkrankungen auftreten. Es besteht zudem eine erbliche Komponente.
Symptome
Nach und nach kommt es bei der Erkrankung zu einem
Schrumpfprozess des Gewebes der Sehnenplatte an der Hohlhand.
Die Dupuytrensche Kontraktur wird in mehrere Schweregrade aufgeteilt. Bei Stadium 1 bestehen lediglich knotenartige oder flächenhafte Verhärtungen. In den weiteren Stadien kommt es immer mehr zu einem Zug des Gewebes, so dass sich eine Fehlstellung (Beugung) insbesondere des kleinen Fingers und des Ringfingers ausbildet. Bei sehr starker und langzeitiger Ausprägung (Stadium 4) kann es zu nachfolgenden Gelenkschäden kommen, so dass für die betroffenen Finger keine Streckung mehr möglich ist.
Diagnose
Die Diagnose wird durch Beurteilung der Hand gestellt.
Differenzialdiagnose
Kontrakturen können auch nach Verletzungen, anderen mechanischen Einwirkungen sowie bei krampfender Lähmung auftreten.
Therapie
Konservative Therapie
Es kann versucht werden, durch Spritzen, Arzneimittel oder Bestrahlung die Erkrankung zu behandeln. Dies ist meist jedoch nicht erfolgreich.
Operation
Die Operation erfolgt in
örtlicher Betäubung oder in
Vollnarkose.
Oftmals wird eine so genannte Blutleere vorgenommen. Dabei wird eine Manschette um den Arm gelegt, um die Blutzufuhr auszuschalten. Damit wird eine bessere Übersicht während des Eingriffes ermöglicht.
Die bindegewebige Veränderung wird herausgeholt, dabei wird sie von Nervensträngen, Adern und Sehnen getrennt, die möglichst erhalten werden. Bisweilen wird eine Lupe oder ein Mikroskop zur Hilfe genommen (
Mikrochirurgie).
Mögliche Erweiterungen der Operation
Ist die Dupuytrensche Kontraktur schon so weit fortgeschritten, dass ausgeprägte Gelenkveränderungen bestehen (Stadium 4), kann eventuell nur eine Amputation eines oder mehrerer Finger die Funktionalität der Hand weitgehend bewahren.
Komplikationen
Umgebende Strukturen können bei dem Eingriff verletzt werden, insbesondere wenn sie mit dem veränderten Gewebe verbacken sind. Es kann zu
Blutungen,
Nachblutungen und
Blutergüssen kommen. Bei Nervenschädigung kann es unter anderem zu Taubheitsgefühl kommen, was oftmals wieder verschwindet. Infektionen, Wundheilungsstörungen und Narbenbildung können sich ergeben. Es kann zu Einschränkungen in der Gelenkfunktion kommen. Allergien verschiedenen Schweregrades können nicht ausgeschlossen werden.
Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.
Prognose
Die Erfolgsaussichten sind abhängig von der Ausprägung der Dupuytren-Kontraktur, da z.B. in Stadium 4 bereits zu starke Gelenkschäden vorliegen. Die vorhergehenden Stadien können dagegen erfolgreich behandelt werden. Mit etwa 20% sind erneute Kontrakturbildungen (Rezidive) häufig.
Hinweise
Vor der Operation
Oftmals müssen
gerinnungshemmende Arzneimittel wie Marcumar® oder Aspirin® in Absprache mit dem Arzt abgesetzt werden.
Nach der Operation
Falls der Eingriff unter
ambulanten Bedingungen stattfindet, sollte sich der Patient danach abholen lassen. Fahrzeuge und andere Maschinen dürfen insbesondere am Operationstag nicht bedient werden, und auch bedeutsame Entscheidungen sollten vertagt werden.
Bereits eine kurze Zeit nach dem Eingriff sollten die Finger vorsichtig bewegt werden. Krankengymnastik kann den Heilungsverlauf unterstützen.
Bei Auffälligkeiten, bei denen es sich um Komplikationen handeln könnte, sollte der Arzt kontaktiert werden.
Letzte Aktualisierung am 16.12.2009.