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Dupuytrensche Kontraktur

Lesezeit: 2 Min.

Operation Dupuytren Kontraktur, Dupuytren, Morbus Dupuytren

Eine bestimmte krankhafte Veränderung des Bindegewebes der Hand mit Schrumpfung und Verhärtung wird als Dupuytren-Kontraktur (Dupuytrensche Kontraktur) bezeichnet.

Ursachen

Das Bindegewebe wird allmählich in der Feinstruktur umgebaut.
Die Erkrankung steht häufig im Zusammenhang mit Erkrankungen der Leber, z.B. Zirrhose. Ebenfalls kann sie bei bestehendem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), bei Krampfanfällen (Epilepsie) und bei bestimmten Wirbelsäulenerkrankungen auftreten. Es besteht zudem eine erbliche Komponente.

Symptome

Nach und nach kommt es bei der Erkrankung zu einem Schrumpfprozess des Gewebes der Sehnenplatte an der Hohlhand.

Die Dupuytrensche Kontraktur wird in mehrere Schweregrade aufgeteilt. Bei Stadium 1 bestehen lediglich knotenartige oder flächenhafte Verhärtungen. In den weiteren Stadien kommt es immer mehr zu einem Zug des Gewebes, so dass sich eine Fehlstellung (Beugung) insbesondere des kleinen Fingers und des Ringfingers ausbildet. Bei sehr starker und langzeitiger Ausprägung (Stadium 4) kann es zu nachfolgenden Gelenkschäden kommen, so dass für die betroffenen Finger keine Streckung mehr möglich ist.

Diagnose

Die Diagnose wird durch Beurteilung der Hand gestellt.

Differenzialdiagnose

Kontrakturen können auch nach Verletzungen, anderen mechanischen Einwirkungen sowie bei krampfender Lähmung auftreten.

Therapie

Konservative Therapie

Es kann versucht werden, durch Spritzen, Arzneimittel oder Bestrahlung die Erkrankung zu behandeln. Dies ist meist jedoch nicht erfolgreich.

Operation

Die Operation erfolgt in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose.

Oftmals wird eine so genannte Blutleere vorgenommen. Dabei wird eine Manschette um den Arm gelegt, um die Blutzufuhr auszuschalten. Damit wird eine bessere Übersicht während des Eingriffes ermöglicht.

Die bindegewebige Veränderung wird herausgeholt, dabei wird sie von Nervensträngen, Adern und Sehnen getrennt, die möglichst erhalten werden. Bisweilen wird eine Lupe oder ein Mikroskop zur Hilfe genommen (Mikrochirurgie).

Mögliche Erweiterungen der Operation

Ist die Dupuytrensche Kontraktur schon so weit fortgeschritten, dass ausgeprägte Gelenkveränderungen bestehen (Stadium 4), kann eventuell nur eine Amputation eines oder mehrerer Finger die Funktionalität der Hand weitgehend bewahren.

Komplikationen

Umgebende Strukturen können bei dem Eingriff verletzt werden, insbesondere wenn sie mit dem veränderten Gewebe verbacken sind. Es kann zu Blutungen, Nachblutungen und Blutergüssen kommen. Bei Nervenschädigung kann es unter anderem zu Taubheitsgefühl kommen, was oftmals wieder verschwindet. Infektionen, Wundheilungsstörungen und Narbenbildung können sich ergeben. Es kann zu Einschränkungen in der Gelenkfunktion kommen. Allergien verschiedenen Schweregrades können nicht ausgeschlossen werden.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose

Die Erfolgsaussichten sind abhängig von der Ausprägung der Dupuytren-Kontraktur, da z.B. in Stadium 4 bereits zu starke Gelenkschäden vorliegen. Die vorhergehenden Stadien können dagegen erfolgreich behandelt werden. Mit etwa 20 Prozent sind erneute Kontrakturbildungen (Rezidive) häufig.

Hinweise

Vor der Operation

Oftmals müssen gerinnungshemmende Arzneimittel wie Marcumar® oder Aspirin® in Absprache mit dem Arzt abgesetzt werden.

Nach der Operation

Falls der Eingriff unter ambulanten Bedingungen stattfindet, sollte sich der Patient danach abholen lassen. Fahrzeuge und andere Maschinen dürfen insbesondere am Operationstag nicht bedient werden, und auch bedeutsame Entscheidungen sollten vertagt werden.

Bereits eine kurze Zeit nach dem Eingriff sollten die Finger vorsichtig bewegt werden. Krankengymnastik kann den Heilungsverlauf unterstützen.

Bei Auffälligkeiten, bei denen es sich um Komplikationen handeln könnte, sollte der Arzt kontaktiert werden.

Operation Dupuytren Kontraktur, Dupuytren, Morbus Dupuytren



V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 19.08.2016
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Dupuytrensche Kontraktur

Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
sagt T. Radebold   vor 3 Monate  72

Leider gibt es nichts mir Bekanntes, was den natürlichen Verlauf dieser Erkrankung verändern würde. Dehnen und die Beweglichkeit erhalten ist ... mehr

Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
sagt T. Radebold   vor > 3 Jahre  965

@bemme
Hallo Bemme,
Ich kenne die Hamburger Szene nicht so gut, halte aber die richtige Nachbehandlung mit frühzeitiger und intensiver ... mehr

?
Dupuytren OP   Offene Frage
fragt k.h.   vor > 3 Jahre  109

Welcher Handchirurg in Dortmund hat die meiste Erfahrung in der Dupuytren OP?

Alle Beiträge anzeigen: Handchirurgie » Dupuytrensche Kontraktur

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