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Zustand nach Trommelfellschnitt mit Paukenröhrchen

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DennisRalle  fragt am 05.03.2014
Hallo,
am Samstag wurde bei mir ein Trommelfellschnitt durchgeführt und ein Röhrchen eingesetzt. Die Diagnose lautete ungefähr:
- Paukenerguss
- periphere facialparese
- pulssynchrones Ohrgeräusch (3 Hz und 45db)
- Hörminderung (um ca 45%)
Alles auf der linken Seite. Ich bekam Kortison und Antibiotika per Infusion. Nun sind 4 Tage rum und ich bin der Meinung, dass sich noch nicht viel verbessert hat. Wann kann man denn mit einer Besserung rechne? Wie sind allgemein die Heilungschancen mit im alter von 34 Jahren?
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 06.03.2014
Entscheidend ist hier, ob sie auch Schwindel haben oder hatten, denn dann müsste man von einer sog. "serösen Labyrinthitis" ausgehen, die leider bei Fortschreiten der Erkrankung in eine eitrige Labyrinthitis übergehen kann. Ausserdem wäre wichtig zu wissen, ob Sie lediglich eine Schallleitungschwerhörigkeit ( bedingt durch den Paukenerguss) oder auch eine Innenohrbeteiligung hatten. In beiden Fällen sollten Sie über längere Zeit liquorgängige Antibiotika (zB Ceftriaxon) intravenös erhalten, da eine Meningitis als weitere Komplikation drohen könnte! Bei Labyrinthitis kommt es leider häufig zu einer sog. Defektheilung mit Hörschäden. Falls es sich
"nur" um eine schwerere Mittelohrentzündung - ohne Labyrinthitis - handelt, so wird sich wahrscheinlich eine völlige Wiederherstellung ergeben. Allerdings ist die Facialisparese eher ein Hinweis auf eine "Otitis media akutissima" mit Begleitlabyrinthitis. Hoffe das hilft Ihnen ein Bisschen weiter.
Melden Sie sich bitte und berichten Sie über en weiteren Verlauf, falls möglich
Alles Gute und gute Besserung wünscht Ihnen
Dr. Michael Schedler
 
DennisRalle  sagt am 07.03.2014
Hallo Herr Dr. Schüler,
vielen Dank für Ihre Antwort. Schwindel hatte ich bisher nicht. Laut Hörtest ist mein Innenohr nicht betroffen. Seit gestern bin ich aus der stationären Behandlung entlassen. Nachst läuft mir noch Sekret aus dem Ohr wenn ich lange genug auf der Seite liege, das deute ich mal als gutes Zeichen. Sonst hat sich bisher leider nichts gebessert, schlimmer noch, ich bin der Meinung, dass sich die Fazialparese verschlimmert. Folgende Diagnose steht in meinem Brief für den Weiter behandelnden Arzt:

Diagnosen:
Akute Otitis media mit peripherer inkompletter Fazialparese und Paukenerguss links

Therapie:
Cefuroxim 3x1,5g i.v., Prednisolon nach verkürztem Stennert Schema, Nasonex Spray, Paukendrainage links am 01.04.2014

Das Trommelfell zeigte sich vermehrt gefäßinjiziiert mit durchscheinenden Erguss.
Abstrich Gehörgang links: Kein Wachstum von Mikroorganismen
Sono Hals: Keine Raumanforderung der GL. parotis links

Procedere:
Kontrolle erbeten, Cefuroxim 2x500 mg p.o. weiter.

Unter "normalen" Umständen würde ich einfach auf Besserung warten. Da ich aber wie bereits erwähnt der Meinung bin, dass die Parese sich verschlimmert, habe ich Angst, dass mein Gesicht so bleibt, bzw. die Bewegungseinschränkung meines Gesichts so bleibt oder sogar noch weiter verschlimmert. Mein Termin beim Weiter behandelnden Hno-Arzt ist leider erst am Montag.

Ich Danke schon mal für die Antworten und wünsche ein schönes Wochenende.

Viele Grüße
Dennis Ralle
 
DennisRalle  sagt am 07.03.2014
Es sollte natürlich Herr Dr. Schedler heissen, Entschuldigung.
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 07.03.2014
Kein Problem Herr Ralle!
also zunächst denke ich, dass sich der Gesichtsnerv wieder vollständig erholen wird, da ja der Nerv nicht durch irgendeine Verletzung,sondern wahrscheinlich "nur" durch eine Schwellung im Bereich seines knöchernen Kanals (so. Falloppio-Kanal),am Ehesten durch die Entzündung ausgelöst, geschädigt wurde! Dies tritt regelmäßig bei viralen Entzündungen des Mittelohrs, die beginnen auf das Innenohr überzugreifen, auf. Sehr selten kann das auch bei bakteriellen Infektionen auftreten, nämlich dann, wenn dedr Nerv in seinem Verlauf durch das Mittelohr teilweise frei liegt, d.h. nicht durch den knöchernen Falloppiokanal geschützt, eine sog. "Dehiszenz" zeigt. Dann ist der Nerv nur durch eine dünne Schleimhautschicht und das ebenfalls dünne Bindegewebe um den Nerven herum (Perineurium) geschützt und Bakterientoxine könnten leichter in den Nerven selbst übertreten und dann eine Parese (Lähmung) auslösen. Das ist aber, wie gesagt extrem selten. Daher würde ich empfehlen sicherheitshalber eine Blutuntersuchung auf Herpesviren durchführen zu lassen, da es mir in meiner Erfahrung schon mehrere Male vorgekommen ist, dass ein sog. Zoster oticus vorlag, der durch eine bakterielle Infektion "superinfiziert" war, und dann nur sehr schwer zu diagnostizieren war. Im Falle eines Nachweises einer Herpesinfektion sollten Sie dann zusätzlich auf alle Fälle ein Virustatikum wie Aciclovir, am Besten iv, erhalten.
Hoffe das hilft Ihnen weiter.
Kopf hoch Ihr Dr. Michael Schedler
 
DennisRalle  sagt am 07.03.2014
Hallo Herr Dr. Schüler.
Vielen Dank für die schnelle Antwort. Nun kann ich etwas entspannter in das Wochenende gehen. Ich werde die Blutuntersuchung auf Herpesviren bei meinem nächsten Termin ansprechen und durchführen lassen.

Ich werde über den weiteren Verlauf berichten. Ich wünsche ein schönes Wochenende.

Viele Grüße
Dennis Ralle
 
DennisRalle  sagt am 07.03.2014
Typisch Texterkennung. Es sollte natürlich Schedler heißen, erneut.
 
DennisRalle  sagt am 19.03.2014
Hallo,

ich wollte hier mal den aktuellen Stand berichten.
Es wurde bisher keine Untersuchung auf Herpesviren durchgeführt, mein behandelnder HNO-Arzt geht davon aus, dass das bereits im KH geschehen ist. Eine Rückmeldung des KH habe ich leider noch nicht.
Eine Therapie seitens meines behandelnden Arztes findet nicht statt. Zur Zeit nehme ich 2xtgl. Keltican forte und 1xtgl. Vitamin B12 Komplex, ich mach mehrmals täglich mimische Überungen, kann aber nicht sagen ob ich das richtig mache und streife meine Wange mit Kältestick aus (habe ich im Internet gelesen).
An meiner Fazialisparese hat sich leider nicht viel geändert (zwinkern geht noch nicht aber mit viel Mühe und Zeit kann ich mein Auge schließen, den Mundwinkel kann ich so ca. 10% heben, im Vergleich zur gesunden Seite). Weiterhin höre ich immer noch auf der linken Seite wie unter Wasser und es läuft jede Nach eine nicht unerheblich Menge Sekret aus meinem Ohr.
Nun zu meinen Fragen:

Ist das noch "normal"?
Sollte ich nicht einem Neurologen vorgestellt werden?
Sollte ich nicht Logopädie verschrieben bekommen?
Sollte ich nicht einem Augenarzt vorgestellt werden?

Ich habe versucht selbstständig einen Termin beim Neurologen zu bekommen aber das ist ohne Überweisung und dann mit einer Wartezeit von 1-3 Monaten nicht möglich.
Weiterhin habe ich auch versucht, einen Termin bei einem anderen HNO-Arzt zu bekommen um eine weitere Meinung zu haben, das ist leider auch mit einer langen Wartezeit verbunden.

Viele Grüße
Dennis Ralle
 
DennisRalle  sagt am 01.04.2014
Hallo,
hier der weitere Verlauf kurz dargestellt mit der Hoffnung auf Kommentare:
- am 21.03 Besuch beim Neurologen. Nach MRT festgestellt, dass die Entzündung mit Flüssigkeitsansammlung noch vorhanden ist. Mir wurde Cortison verschieben (10*100mg und danach in Schritten weniger). Die Bewegungen kamen wieder und wurden mit logopädischer Unterstützung immer besser.
- am 24.03 starke Blutungen aus Nase, Ohr und Mund. Bekam Penicillin (2mal tgl 125mg über 5 Tage).
- am 26.03 festgestellt, dass das Röhrchen verstopft ist. Nach Rücksprache mit meinem HNO-Arzt keine weiteren Maßnahmen da die Entzündung erst weg müsse.
- 28.03: Logopädin stellt Verschlechterungen fest.
- Bewegungen werden kontinuierlich weniger bis am 31.03 keine mehr möglich sind. Nun erkennt man die Parese auch im Ruhezustand deutlich.
- 31.03 erneute stationäre Aufnahme, 500mg Prednisolon i.v..
- 01.04 erneuter Schnitt ins Trommelfell, absaugen des dahinter befindlichen Blutes und Einsätzen eines neuen Röhrchens, 100mg Prednisolon i.v..
Bis jetzt hängt das Gesicht immer noch. Kann ich noch mit einer Besserung rechnen? Die Ärzte hier halten sich mit einer Aussage eher zurück.
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 02.04.2014
@Dennis Ralle,
Bei diesem Verlauf besteht wären jetzt folgende Untersuchungen bzw. Maßnahmen notwendig. Wir rekapitulieren:die Ursache für die Facialisparese (Gesichtsnervenlähmung) ist immer noch nicht geklärt!
2. die Blutungen aus "Nase,Ohr und Mund" sind absolut ungewöhnlich bzw. unerklärlich in diesem Zusammenhang.
3. Die Lähmung wurde,wenn ich das richtig interpretiert hatte, erst langsam etwas besser jetzt aber wieder schlechter?
Folgende Maßnahmen sollten ergriffen werden: erstens Absetzen der Antibiotika (2x tgl. 125 mg wäre sowieso ein Witz!). Dann Abstrich aus dem Mittelohr, sollte bei liegendem Röhrchen kein Problem sein. Drittens eingehende Blutuntersuchung einschließlich Gerinnungsdiagnostik, Fibrinogen, ASL, CRP, RF, akute Phase Proteine, natürlich großes Blutbild und eine BSG. Dazu jetzt bitte eine Herpes-Serologie ( VZV, HSV, EBV). Wenn Sie mein Pat. wären hätte ich wahrscheinlich schon längst ein Felsenbein-CT in High Resolution Technik durchführen lassen und eine explorative Tympanotomie mit Antrotomie und ggf. Mastoidektomie durchgeführt. Es tut mir leid, dass ich Sie und die Forumsteilnehmer mit sovielen Fachausdrücken bombardiere, aber ich kann hier jetzt leider nicht alle diese Ausdrücke "übersetzen", möchte Ihnen andererseits aber etwas an die Hand geben, das Sie mit Ihren behandelnden Ärzten besprechen können! Falls Sie mich auf meiner privaten Emailadresse kontaktieren, so kann ich Sie evtl. weiter beraten und mir ggf. auch Ihre Befunde anschauen.
Wenn Sie das wünschen, dann kontaktieren sie mich unter "dr.schedler@[Link anzeigen]". Der weitere Verlauf interessiert mich sehr und ich wünsche Ihnen eine schnelle Diagnose und rasche Besserung.
Ihr Dr.Michael Schedler
 
DennisRalle  sagt am 04.04.2014
Hallo Herr Dr. Schedler,

erstmal vielen Dank für Ihre Antwort. Gerne komme ich auf Ihr Angebot zurück und sobald ich eine Kopie meiner Befunde (Krankenakte) habe, werde ich sie Ihnen zur Verfügung stellen.
Die Ursache der Parese ist die Entzündung, laut meines Arztes handelt es sich nicht mehr um eine idiopathische Parese (war eigentlich schon vorher klar).
Die Ursache der nach wie vor oder wieder vorhandenen Entzündungen ist derzeit unklar. In meiner Akte steht nun v.a. Virusinfektion. Weiterhin hat der Arzt die Vermutung geäußert, dass der Nerv freiliegen könnte.
Zur Ursache der Blutung wurde sich bisher nicht geäußert. Zur Zeit findet auch noch ein Ausfluss von Blut, bzw. einer blutartigen Flüssigkeit statt, laut Akte Otorrö.
Zu 3, die Parese wurde nach meiner Entlassung Anfang März schlechter. Nach Einnahme von Prednisolon schnell viel besser und dann nach der Blutung und demzufolge dem Verschluss der PD wieder schlechter bis zur kompletten Lähmung links.

Ich hab die von Ihnen angesprochen Untersuchungen vorgeschlagen. Nach erstem verhaltenen Aktionismus wurde ein CT vom Felsenbein durchgeführt mit folgendem Ergebnis (aus meinem Gedächtnis) - die Belüftung ist gegeben, es ist nur ein kleiner Schatten zu sehen (Flüssigkeit!?) erstmal ist kein Eingriff notwendig.
Weiterhin bekam ich gestern die erst Dosis Aciclovir (500mg 3xtgl. 5 Tage lang i.v.). Heute wurde auch Blut für eine Herpes Serologie abgenommen. Ein Ergebnis wird Anfang nächster Woche erwartet. Die weiteren Blutuntersuchungen sollen im voraus bereits gelaufen sein. Auch mit dem Prednisolon wird weiter ausgeschlichen (heute 150mg i.v.)

Das Gehör links wird leider immer schlechter (ca 20% sind noch da). Als positives Zeichen Werte ich mal vermehrte Muskelzuckungen auf der Seite mit der Parese, können Sie dem zustimmen?

Vielen Dank und viele Grüße
Dennis Ralle
 
DennisRalle  sagt am 07.04.2014
Nachtrag:
Zu der Blutung habe ich folgende Theorie:" Kann die Bluntung (immer noch vorhanden) durch z.B. defekte Gefäße im Ohr/Mittelohr ausgelöst werden, z.B. arteriovenöse Verbindungen? Das würde evtl. auch das"pochernde" Gefühl in meinem Ohr erklären. Das Gefühl/Geräusch verstärkt sich bei Anstrengung/Kopf über."

Kann ich mich auch nachträglich, im Laufe der Krankheit mit dem Herpes zoster oticus (bisher noch bestätigt) angesteckt haben? Denn an meinem letzten stationären Tag/Nacht bei meinem ersten Krankenhausaufenthalt wurde ich auf ein Zweibettzimmer verlegt. Mein Bettnachbar hatte diesen Virus sichtlich über sein ganzes Ohr verteilt.
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 07.04.2014
Also, ich muss Ihnen schon sagen, dass es ein ziemlicher Hammer ist, dass bei Ihnen immer noch kein serologisches Ergebnis zum Ausschluss einer Herpesinfektion vorliegt. So was mache ich bei einer Facialisparese am Anfang der Diagnostik und die Sache geht bei Ihnen schon über einen Monat! Sie müssen außerdem Aciclovir Tabletten 5x800mg tgl. im Anschluss an die Infusionen einnehmen. Ich hoffe das haben Sie zwischenzeitlich gemacht?
Die Blutung aus Nase und Mund kommt mit einiger Sicherheit nicht aus dem Mittelohr und schon gar nicht aus arteriovenösen Verbindungen. Sie haben eine wohl immer noch nicht kontrollierte Infektion/Entzündung im Mittelohr und deshalb pulsiert es im Ohr.
Bei der Zosterserologie müssen Sie aufpassen, da offensichtlich oft übersehen wird, dass bei Herpesvirusinfektionen nur beim Erstinfekt, bei Zoster also den Windpocken, eine IgM-Reaktion auftritt und die Reaktivierung exakt nur an der Erhöhung des IgA abzulesen ist! Leider wird dies aber (fast) nie bestimmt, so dass man die Zosterinfektion nur an dem erhöhten IgG-Titer erkennen kann. Da das IgG auch eine sog "Serumnarbe" (erhöhte Antikörper nach Infektion in der Jugend z.B.) sein könnte, wird dem Pat. dann gesagt, es handele sich nicht um eine akute Zosterinfektion, sondern um einen erhöhten Virustiter nach Windpockeninfektion, was in diesem Fall aber nicht zutrifft! Ich glaube übrigens nicht, dass Sie sich nachtäglich angesteckt haben, zumindest dann nicht, wenn ich Sie richtig verstanden habe und Sie die Gesichtsnervenlähmung schon vor der ersten Op hatten.
Ich drücke Ihnen die Daumen, dass erstens alles gut und zweitens endlich mal eine Diagnose gestellt wird.
Ihr Dr. Michael Schedler
 
DennisRalle  sagt am 08.04.2014
Also der Stand gestern war, dass eine Zosterinfektion nicht nachgewiesen werden konnte aber als sehr wahrscheinlich gilt und deshalb die Dauer der Medikation mit 500mg Aciclovir i.v. auf 7 Tage erhöht wurde. Heute kamen weitere Untersuchungsergebnisse, Igg=3 und Igm=26 (weitere Ergebnisse werden morgen erwartet). Aufgrund dessen wird nun von einer Borrelieninfektion ausgegangen. Die Infektion wird mit 200mg Doxycyclin tgl. über 3 Wochen behandelt.
 
DennisRalle  sagt am 18.04.2014
Hallo,
nun bin ich seit 3 Tagen zum dritten mal in stationärer Behandlung. Eigentlich sollte gestern eine Mastiodektomie durchgeführt werden, diese wurde dann aber während der OP abgebrochen. Der operierende Arzt hat ein Glomustumor gesehen. Nun folgen weitere Untersuchungen und ich hoffe eine operative Entfernung sowie eine baldige Heilung. Zumindest ist nach, in Summe, 4 Wochen Klinik Aufenthalt und 3 Monaten Beschwerden eine Diagnose gestellt worden.
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 19.04.2014
Die pulssynchronen Ohrgeräusche sind damit geklärt, nicht aber die Mittelohrentzündung und die Facialisprese. Sie haben den Glomus jugulare Tumor mit Sicherheit schon länger gehabt und obendrauf hat sich die Infektion gesetzt, am Wahrscheinlichsten ist die Herpes Zoter Infektion. Suchen Sie sich einen Operateur aus der genügend Erfahrung mit Glomustumoren hat, diese sind nicht einfach zu operieren und können sehr stark bluten während der Operation.
Alles Gute für Sie, ich wäre dankbar über den weiteren Verlauf zu erfahren.
Ihr Dr. Michael Schedler
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 19.04.2014
Die pulssynchronen Ohrgeräusche sind damit geklärt, nicht aber die Mittelohrentzündung und die Facialisprese. Sie haben den Glomus jugulare Tumor mit Sicherheit schon länger gehabt und obendrauf hat sich die Infektion gesetzt, am Wahrscheinlichsten ist die Herpes Zoster Infektion. Suchen Sie sich einen Operateur aus der genügend Erfahrung mit Glomustumoren hat, diese sind nicht einfach zu operieren und können sehr stark bluten während der Operation.
Alles Gute für Sie, ich wäre dankbar über den weiteren Verlauf zu erfahren.
Ihr Dr. Michael Schedler
 
DennisRalle  sagt am 20.04.2014
Hallo Herr Dr. Schedler,
erstmal wünsche ich Ihnen ein frohes Osterfest und vielen Dank für Ihre Antwort.
Zur Zeit befinde ich mich im Klinikum Wolfsburg, hier wird die Embolisation und Operation nicht durchgeführt werden. Von meinem behandelnden Oberarzt wurde eine evtl. Verlegung in die Medizinische Hochschule Hannover angesprochen.
Würden Sie dieses Zentrum auch empfehlen oder ist Ihnen ein anderes Zentrum im möglichst im Norden Deutschlands bekannt. Können Sie ein Zentrum empfehlen?

Vielen Dank und viele Grüße
Dennis Ralle
 
DennisRalle  sagt am 23.04.2014
Hallo nochmal,

nun bin seit gestern (22.04.2014) wieder zu Hause mit der Diagnose Fazialisparese links und glomus aorticum links. Freitag muss ich zur nachstationären Untersuchung, da wird auch die Tamponade entfernt und mir der Termin für die Embolisation sowie die operative Entfernung der glomus aorticums an der Medizinischen-Hochschule-Hannover genannt.
Mein Frage ist:
Kann die Fazialisparese ihre Ursache in dem glomus aorticum haben oder ist das ausgeschlossen und für die Parese muss es eine andere Ursache geben?

Viele Grüße
Dennis Ralle
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 23.04.2014
Das ist jetzt wirklich Unsinn, hier muss ein Irrtum vorliegen! Es kann sich in diesem Falle niemals um ein Glomus aorticum handeln, sondern allenfalls um ein Glomus caroticum, klingt ja ähnlich! Doch selbst dieses könnte nicht die Symptomatik erkläre, da es am Hals liegt, nämlich in der Carotisgabel. Das Glomus aorticum liegt übrigens IM BRUSTKORB! Es handelt sich also mit anzunehmender Sicherheit um einen Glomus jugulare Tumor, der sich im Mittelohr ausgebreitet hat und der von einem absoluten Spezialisten operiert werden sollte. Der Glomus jugulare Tumor kann übrigens als einziger der genannten Glomus Tumore, zumindest theoretisch, d.h. von seiner Lage im Mittelohr her eine Facialisparese, auslösen! Ich bin aber, nicht zuletzt wegen des Verlaufs der Erkrankung, ziemlich sicher, dass Sie zwar einen Glomus jugulare Tumor haben, die Facialisparese aber viral bedingt ist bzw. war. Mich würde wirklich jetzt mal interessieren, welche Diagnosen in Ihrem Arztbrief und Op-Bericht stehen? Wäre nett, wenn Sie mir diese auf meine Emailadresse: dr.schedler@[Link anzeigen] zu kommen lassen würden. Im Übrigen gilt immer noch der Satz: "vor jede Therapie hat der liebe Gott die Diagnose gesetzt"!
Alles Gute Ihr Dr. Michael Schedler
 
DennisRalle  sagt am 23.04.2014
Dann liegt der Fehler wohl bei mir. Ich habe nämlich den Code aus der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung übersetzt: D44.7 und G51.0.
Leider habe ich noch keine Arztbrief, den bekomme ich am Freitag aber ich sende Ihnen eine Kopie meiner Akte mit dem OP-Bericht und den Notizen.
Vielen Dank für Ihre Mühe!

Viele Grüße
Dennis Ralle
 
DennisRalle  sagt am 25.04.2014
Hallo Herr Dr. Schedler,
die Unterlagen habe ich Ihnen gesendet. Ich hoffe sie sind angekommen.

Viele Grüße
Dennis Ralle
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 26.04.2014
Alles angekommen, bis auf die Ct-Bilder! Die CT-Bilder wären interessant gewesen, allerdings hat der Radiologe in seinem schriftlichen Befund nichts von einem Tumor im Bereich des Mittelohrs erwähnt, was m.E. bedeutet, dass der Glomus-Tumor noch relativ klein ist! Daher ist es auch nach wie vor unklar, bzw. sogar unwahrscheinlich, dass er die Ursache für die Facialisparese darstellt. Ich denke Sie sollten sich an der MHH vorstellen und die Sache weiter abklären lassen. Zur Darstellung des Tumors wird man wohl eine sog. DSR bzw. Angiographie = Gefäßdarstellung machen müssen, bei der Gelegenheit sollte dann auch gleich die Embolisation des Tumors versucht werden, was bei kleinen Tumoren oft gar nicht so einfach ist!
Wenn Sie möchten, können Sie mir noch eine Kopie der CT-Aufnahmen zuschicken - ist aber nicht unbedingt notwendig.
Ich drücke Ihnen mal die Daumen und wünsche alles Gute.
Ihr Dr. Michael Schedler
PS: wird die Facialisparese langsam besser?
 
DennisRalle  sagt am 27.04.2014
Hallo Herr Dr. Schedler,
vielen Dank für Ihren Beitrag. Leider gibt es noch keine Besserung der Facialisparese. Die CT-Bilder sind auf einer CD als "Programm" hinterlegt und nicht, zumindest soweit ich das erkennen konnte, als Bild-Dateien.
Am Freitag war die nachstationäre Untersuchung im KH. Der Chefarzt erklärte mir, dass der Tumor sehr stark durchblutet ist und er daher während der OP keine Probe nehmen konnte, weiterhin ist er räumlich sehr nahe an dem Facialisnerv, so dass er Druck auf den Nerv ausübt.
Ich werde den Termin am Montag wahrnehmen.

Ich fasse mal kurz zusammen:
Nach aktuellem Stand gibt es 3 Theorien zur Entstehung der Facialisparese?

1. Glomus-Tumor und oben drauf ein viraler Infekt der Auslöser für die Parese ist.
2. Meinung der Ärzte aus dem Krankenhaus: Ein Tumor in der Nähe meines Nerves, dieser drück auf den Facialisnerv, so dass dieser gestört ist.
3. Weitere Theorie von mir aber ich habe so gut wie kein medizinisches Wissen. Kann es sein, dass auf Grund der starken Blutungen des Tumors immer wieder eine Raumforderung entsteht und Druck auf den Nerv ausgeübt wird und dadurch die Parese entsteht?

Viele Grüße
Dennis Ralle
 
DennisRalle  sagt am 15.05.2014
Hallo,
hier nun ein update:
Gestern wurde die Angiographie durchgeführt.
Es ist kein Glomus Tumor sondern eine andere Raumforderung, genaueres kann man erst nach der Entfernung sagen. Diese Raumforderung liegt im Mittel und Innenohr und hat bereits den Nerv involviert, so dass dieser an der Stelle operativ mit entfernt werden muss und durch einen Nerven aus meinem Bein ersetzt wird. Nun werde ich erstmal entlassen und bekomme kurzfristig einen Termin zur Op. Die geplante Dauer der Op liegt bei einem ganzen Tag.
Was sagen zu dieser Methode? Alternative wurde noch die Bestrahlung angesprochen mir aber davon abgeraten da ich noch sehr jung bin.

Viele Grüße
Dennis Ralle

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