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Wie sieht das Anfangsstadium einer Gürtelrose aus?

Lesezeit: 3 Min.

Gürtelrose macht sich meist schon vor dem Hautausschlag bemerkbar

Eine Gürtelrose (Herpes Zoster) ist durch einen Hautausschlag mit Bläschen gekennzeichnet. Doch bevor dieser charakteristische Ausschlag auftritt, kündigt sich die Erkrankung meist mit verschiedenen Anzeichen wie Missempfindungen, Schmerzen oder allgemeinen Beschwerden an. Da eine frühzeitige Behandlung das Risiko von Komplikationen und bleibenden Schmerzen (Post-Zoster-Neuralgie) herabsetzt, ist bei einem Verdacht eine umgehende Vorstellung beim Arzt sinnvoll.

Gürtelrose Virus Anfangsstadium

Entstehung und Anfangsstadium einer Gürtelrose

Eine Gürtelrose (Herpes Zoster) wird durch das gleiche Virus ausgelöst wie die Windpocken. Es handelt sich um das Varizella-Zoster-Virus. Bei einem infizierten Patienten tritt, meist in der Kindheit, zuerst eine Windpockenerkrankung auf. Die Viren können jedoch in Nervenknoten (Ganglien) im Körper fortbestehen, ohne dass es zu Symptomen kommt. Irgendwann im Leben können die Viren reaktiviert werden, zum Beispiel bei geschwächtem Immunsystem. Sie breiten sich dann entlang der Nerven in Richtung Haut aus. Es kommt zu einer Gürtelrose, die sich zumeist durch ein undeutliches Anfangsstadium ankündigt.

Im sogenannten Prodromalstadium kommt es bereits zu Beschwerden

Bei etwa 80 Prozent der Patienten zeigt sich ein Vorläuferstadium (Prodromalstadium) der Gürtelrose. Hier kann es in einem Zeitraum von drei bis fünf Tagen zu einem brennenden Gefühl, zu Kribbeln oder Taubheitsgefühl kommen. Diese Beschwerden des Gefühlssinns werden unter dem Begriff Parästhesien zusammengefasst. Ebenfalls noch vor dem Auftreten des Hautausschlags kommt es meist zu Schmerzen. Diese Schmerzen können bereits in diesem Stadium stark und stechend sein. Häufig jucken die Hautstellen.

Wie die voll ausgeprägte Gürtelrose ist in aller Regel ein bestimmter Hautbereich (Dermatom) auf einer Körperhälfte von dem Frühstadium betroffen. Dieser Bereich kann sich gürtelartig am Rumpf befinden, aber auch an anderen Körperstellen liegen wie den Armen und Beinen oder dem Gesicht. Uncharakteristische Symptome wie Müdigkeit und Erschöpfung, Krankheitsgefühl oder Fieber können zusätzlich auftreten. Manche Patienten leiden im Frühstadium der Gürtelrose an Kopfschmerzen oder sind lichtempfindlich. Mitunter kann eine Lymphknotenschwellung festgestellt werden. Die Vorzeichen und der Anfang der Gürtelrose sind jedoch sehr variabel. Während einige Patienten die beginnende Erkrankung kaum bemerken, klagen andere über erhebliche Beschwerden.

Die Schmerzen, die auftreten, bevor es zur typischen Bläschenbildung kommt, führen häufig zu Fehleinschätzungen und Fehldiagnosen. Beispielsweise kann eine beginnende Gürtelrose im Lendenbereich erst für einen Bandscheibenvorfall gehalten werden. Eine Nierenkolik, verschiedene akute Erkrankungen der Bauchorgane, ein Herzinfarkt oder eine Migräne können ebenso denkbar sein.

Nach einigen Tagen tritt allmählich das ganze Beschwerdebild der Gürtelrose mit Ausschlag, Bläschen und starken Schmerzen in Erscheinung. Dabei zeigt sich als erste Hauterscheinung eine Rötung, auf der sich nach einem halben bis einem Tag die Bläschen bilden. In seltenen Fällen kommt eine Gürtelrose ganz ohne Hauterscheinungen vor. Dieses wird als Zoster sine herpete (Gürtelrose ohne Bläschen) bezeichnet.

Was ist bei einem Verdacht auf eine beginnende Gürtelrose zu tun?

Bei Personen im höheren Alter (ab 50 Jahren) oder mit einer Schwächung des Immunsystems besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Gürtelrose. Stellen sich die Beschwerden wie Brennen und Missempfindungen an einer Hautstelle ein und kommt es dabei eventuell zu Abgeschlagenheit oder Fieber, kann dies auf die Herpes-Zoster-Erkrankung hinweisen. Wer solche Anzeichen verspürt, sollte sich noch am selben Tag zum Arzt begeben. Insbesondere wenn dabei Lähmungen auftreten oder der Bereich am Auge betroffen ist, sollte eine sofortige Vorstellung beim Arzt erfolgen.

Gürtelrose im Anfangsstadium: Wie lässt sich die Erkrankung feststellen?

Eine Diagnose ist schwierig, da der Arzt diese ansonsten hauptsächlich durch den Anblick der Haut stellt. Die Schmerzen und die Empfindungsstörungen in einem Hautsegment können bereits auf die Gürtelrose hinweisen. Bei einem Verdacht können Verfahren zum Virusnachweis wie eine PCR, ein Antikörpertest über die Serologie oder eine Viruskultur sinnvoll sein. Zur Behandlung werden Virostatika (Mittel zur Bekämpfung der Viren) gegeben, beispielsweise die Medikamente Aciclovir oder Brivudin. Die Behandlung mindert das Risiko für einen schweren Verlauf mit Komplikationen bis hin zu Hirnhaut- oder Hirnentzündungen oder dauerhaft anhaltenden starken Schmerzen (Post-Zoster-Neuralgie).



V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 03.10.2018
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Gürtelrose

 
Verwechslung   1 Antworten   Letzte Antwort
sagt carol47   vor 21 Tage  837

Leider kann ich ihnen keine Antwort geben, habe aber bei mir die gleiche Befürchtung, daher wollte ich beim Heilpraktiker einen Bioresonanztest ... mehr

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Alle 2 Jahre Zoster   Offene Frage
fragt prudi-41   vor ~ 1 Jahr  473

Alle 2 Jahre bekomme ich Schmerzen. Einmal an der Schulter, einmal an der Hüfte, auch schon mal an der Hand, das wechselt alle 2 Jahre.Vor 4 Jahren ... mehr

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immer noch   Offene Frage
fragt Sigibo   vor ~ 1 Jahr  717

Sehr geehrte ( r ) Arztin, Arzt,
seit Anfang Mai kämpfe ich mit einer Herpes Zoster Infektion.
7 Tage Aciclovir und danach noch 15 Infusionen mit ... mehr

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