Strecksehne am Daumen durchgeschnitten - und nun?

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Zwillingfrau  fragt am 14.09.2015
Hallo, ich habe mir am Samstagmorgen leider mit einem scharfen Messer von vorne in den Daumen geschnitten - mittig, zwischen den beiden Gelenken. Hab ein Krankenhaus aufgesucht und dort wurde die Wunde geklebt. Im Laufe des Tages fiel mir dann auf, dass ich mein Daumenendglied quasi nicht mehr strecken kann. Bin daraufhin noch einmal ins Krankenhaus zurück und habe dies einem weiteren Arzt gezeigt. Dieser wollte aus Gründen der Infektionsgefahr aber die geklebte Wunde nicht wieder öffnen und hat mich bis zum Abheilen der Schnittwunde vertröstet. Ich soll mich in 14 Tagen wieder melden und wenn mich die Einschränkung dann noch stören sollte, könnte man den Daumen aufschneiden und die Sehne nähen. Ich mache mir jetzt aber viele Gedanken, ob man die Sehne nicht lieber wieder umgehend zusammennähen sollte. Wird das Ganze in zwei Wochen nicht komplizierter als jetzt? Und auf was muss ich mich nach der OP einrichten? Hoffentlich doch nicht 6 Wochen Gipsarm oder ähnliches?

Liebe Grüße und vielen Dank

Sabine, die jetzt dem Krankenhaus leider nicht mehr so ganz vertraut
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 26.09.2015
Hallo Zwillingfrau,

Hintergrund des Abwartens ist, dass man bei noch nicht verheilten Wunden ein deutlich höheres Risiko einer Wundheilungsstörung oder sogar einer Infektion befürchtet. Deswegen entweder gleich oder nach Abheilung der Wunde die Sehne versorgen.
Nach einer Sehnennaht dürfen Sie die Sehne zumindest Für 6-8 Wochen nicht aktiv anspannen. Ob darüber hinaus noch eine Ruhigstellung erforderlich ist, bleibt letztlich ihren Operator überlassen. Hier gibt es sehr unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen.
Gute Besserung Aus der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau,
Ihr Tobias Radebold
 
Zwillingfrau  sagt am 26.09.2015
Hallo :-),

vielen Dank für die Antwort. Da mir das Ganze komisch vorkam, hab ich mittlerweile eine Handchirurgin aufgesucht. Diese hat mir vor etwas über einer Woche die Sehne genäht und für 6 Wochen eine Gipsschiene verpasst.

Was mich total ärgert ist der Umstand, dass mich der 2. Arzt im Krankenhaus, der mir ja bestätigt hat, dass die Sehne verletzt war, mich mit quasi einem Pflaster auf dem Daumen hat nach Hause gehen lassen. Ich habe den Daumen und die Hand soweit es möglich war natürlich munter weiter benutzt. Bin autogefahren etc.

Bei der OP stellte sich dann heraus, dass ich Glück im Unglück hatte, da noch 1mm Verbindung zwischen den Sehnenenden bestand. Die Ärztin meinte, dass sie ansonsten mein Sehnenende hätte im Handgelenk oder Unterarm suchen müssen und ich dann mit einem Oberarmgips nach Hause gegangen wäre.

Des Weiteren hätte man doch nach mehreren Wochen die Sehne doch gar nicht mehr nähen können? Ich bin auf die örtliche BGU hier stinksauer. Und dabei rühmen sie sich für ihre 24-Stunden-Bereitschaft für abgetrennte Finger- und Gliedmaßen. Vielleicht hätte ich mir den Daumen ganz abschneiden müssen...

Ihnen trotzdem vielen Dank und lieben Gruß

Sabine

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