Wie am besten Donati-Naht Fäden ziehen? Muss es auf Weltreise selber machen ...

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McNitefly  fragt am 20.02.2015
Hallo liebe Mediziener,

meine Frau und ich sind gerade auf Weltreise. Sie hat sich am äußeren Oberschenkel eine ordentliche Wunde zugezogen, die mit 5 Stichen genäht wurde. Da wir zum Zeitpunkt des Fädenziehens irgendwo in Myanmar unterwegs sein werden, muss ich das Fädenziehen übernehmen. Der Arzt, der die Wunde genäht hat, meinte das wäre kein Problem ... aber ich habe eine Frage:

Die Wunde wurde mit einer Donati Naht verschlossen. Der Arzt meinte, ich soll auf der Seite des Knotens die Schlaufe mit der Pinzette anheben und neben dem Knoten den Faden duchschneiden. Dann an Fadenende mit dem Knoten den Faden greifen, und herausziehen.

Mir erscheint das unlogisch. Mache ich es so, muss ich doch das Fadenende ohne Knoten quasi "den ganzen Weg durch den Fadenkanal" ziehen. Einmal hin zur Schlaufe ohne Knoten, und wieder zurück.
Ist es nicht besser, den Faden in der Schlaufe ohne Knoten anzuheben und zu durchschneiden, und dann mit der Pinzette den Faden beim Knoten zu greifen und die beiden Fadenenden herauszuziehen?

Wie macht man das im Medizieneralltag? Im Netz konnte ich keine Infos dazu finden - aber vermutlich ist es im Medizineralltag so eine normale Sache, dass keiner drüber schreibe ;-)

An Material haben wir übrigens die Pinzette, eine scharfe Schere und ordentliches medizinisches Desinfektionsspray, so dass ich die Instrumente (und auch den Faden???) ordentlich desinfizieren kann.

Bin für jeden Hinweis dankbar,

viele Grüße,
Tom
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 20.02.2015
Hallo Tom,

theoretisch ist die Überlegung mit dem längeren Fadendurchzug richtig, in der Praxis tut man sich oft schwer, die Schlaufe aus der Tiefe hochzuziehen; dies geht am Knoten leichter. Wenn man dabei aus Versehen beide Fäden durchtrennt, ist dies auch kein Weltuntergang, wenn mal ein Fadenstück drin bleibt.

Schöne Reise,

TR
 
McNitefly  sagt am 20.02.2015
Vielen Dank für Deine Antwort!
Verstehe ... ich glaube in meinem Fall sind die Schlaufen auf der "Nicht-Knoten-Seite" so gross angelegt, dass ein Hochheben und Durchschneiden kein Problem darstellen sollte. Sie sind nicht in der Tiefe, sondern liegen oben auf der Haut. Auf einer Länge von ca. 5 mm, sollten also gut greifbar sein mit der Pinzette. (Habe ich aber noch nicht probiert ... kann also gut sein, dass es trotzdem schwer geht ... verstehe, auf der anderen Seite habe ich ja die hochstehenden Fadenenden vom Knoten.)

Wenn die Fäden auf der "Nicht-Knoten-Seite" so leicht greifbar sein sollten, wie ich vermute - wäre es dann also OK, hier zu schneiden?

Sorry für das Nachgehake ... ist ja mein erstes Mal, dass ich so etwas mache, und ich möchte die einfachste Art rausbekommen. Aber vielleicht überschätze ich ja auch, wie kniffelig das ist ...

Vielen Dank schonmal :-)
Tom
 
McNitefly  sagt am 20.02.2015
Oh, und vielen Dank ... ja, die Reise ist schon jetzt echt toll. Sitzen gerade in Bangkok im Cafe :-)
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 20.02.2015
Neid!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich sitze an meinem Schreibtisch vor Akten und sehe auf das trübe Hessisch Lichtenau-wollen wir nicht tauschen ;-)
 
McNitefly  sagt am 20.02.2015
... hmm ... Moment ... Nein ;-)

Aber hey - so eine Weltreise ist schneller geplant, als man denkt! :-)

Noh als kurzer Nachhaker: Spricht denn etwas dagegen, auf der "Nicht Knoten Seite" zu schneiden und dann auf der Knotenseite zu ziehen wenn ich die Schlaufe super zu fassen bekomme?
 
McNitefly  sagt am 21.02.2015
So, kurzes Update: Fäden sind raus. Schnitt auf der Seite des Knotens war in 4 von 5 Stichen völlig problemlos möglich, und der Faden glitt danach super einfach raus. Dieses "um die Kurve ziehen", vor dem ich Respekt hatte, war durch die gute Gleitfähigkeit des Fadens gar kein Problem. Der 5. Knoten hing so tief, dass ich ihn nicht gut auf der Seite des Knotens hätte schneiden können. Ich hatte Bedenken, mitten im Knoten zu schneiden, und so lauter Fadenstücke in der Wunde zu erzeugen. Hier kam ich allerdings auf der anderen Seite so gut unter die Schlaufe, dass ich ihn hier locker durchschneiden konnte - und so dann am Konten beiden Enden rausziehen konnte. Operation gelungen :-) Vielen Dank nochmal! Tom
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 21.02.2015
Gern geschehen. Wenn Sie in der Gegend sind und sich langweilen-fliegen Sie nach Kota Kinabalu und steigen auf den Mt Kinabalu-eine meiner schönsten Touren, die mir für immer in Erinnerung bleibt.
LG, TR

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