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Inwiefern können Nierensteine mit dem Urin abgehen?

Lesezeit: 3 Min.

Kleine Steine und Nierengries werden mit dem Urin ausgeschieden

Es ist allgemein bekannt, dass Nierensteine heftige Schmerzen auslösen können. Insbesondere dann, wenn die Nierensteine abgehen und durch den Harnleiter in die Blase gelangen und mit dem Urin ausgeschieden werden. Durch die Überdehnung des Harnleiters können erhebliche Beschwerden auftreten. In einigen Fällen verbleiben Nierensteine in der Niere oder im Nierenbecken und verursachen keine Symptome. In anderen Fällen werden sie mit dem Urin ausgeschieden, ohne dass der Betroffene etwas davon bemerkt. Erst wenn die Nierensteine eine gewisse Größe angenommen haben, kann es zu Komplikationen und schwerwiegenden Symptomen kommen.

Die Größe der Nierensteine ist ausschlaggebend

Nierensteine sind Kristalle, die aus den Stoffen gebildet werden, welche sich im Urin befinden. Meist dann, wenn bestimmte Stoffe sehr hoch konzentriert sind, sodass sie sich nicht in der Flüssigkeit lösen und kleine Kristalle bilden. Diese können in den Nieren, dem Nierenbecken oder auch in den Harnwegen entstehen. Meist bestehen die Nierensteine aus Calcium, Oxalat oder Calciumphosphat. Seltener sind auch Harnsäuresteine, Magnesium-Ammonium-Phosphat-Steine oder Cystinsteine für die Beschwerden verantwortlich. Anfangs handelt es sich bei den Kristallen um Nierengries, der bestenfalls unbemerkt mit dem Urin ausgeschieden wird. Es kann jedoch passieren, dass der Nierengries weiter anwächst und somit zu einem Nierenstein wird. Je größer der Nierenstein ist, umso mehr Symptome kann er verursachen.

Kleine Steine gehen von alleine ab

Meist handelt es sich bei den Nierensteinen um Nierengries oder kleine Steine, die problemlos mit dem Urin ausgeschieden werden. Sie verursachen nur selten Symptome oder nur leichte Beschwerden wie ein stechendes Gefühl beim Wasserlassen. Auch größere Steine können mit dem Harn ausgeschieden werden, dies kann sich allerdings als schmerzhafter Akt herausstellen. Meist dauert es mehrere Minuten bis zu einigen Stunden, in denen größere Steine durch die Harnleiter wandern, bis sie schlussendlich in der Harnblase angelangen. Ab circa fünf mm großen Steinen wird die Ausscheidung durch die Harnwege sehr schmerzhaft. Folgende Symptome begleiten das Ausscheiden des Nierensteines:

  • krampfartige, stechende Schmerzen (Nierenkoliken)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Harndrang
  • Blut im Urin
  • Probleme beim Stuhlgang lassen
  • Schweißausbrüche, Fieber und Schüttelfrost
  • Auswirkungen auf den Kreislauf

Nicht bemerkte Nierensteine

In einigen Fällen verbleibt der Nierenstein in der Niere und wird dort gar nicht oder nur durch zufällige Untersuchungen entdeckt. Meist verursacht er im Nierenbecken keine Symptome, in einigen Fällen macht sich der Nierenstein durch einen Druck in der Nierengegend bemerkbar. Hier besteht die Gefahr, dass Bakterien zu einer Nierenbeckenentzündung führen. Infektionen oder Bakterien können zudem eine Schrumpfniere verursachen. Das bedeutet, dass immer mehr Nierengewebe verloren geht, bis schließlich die Funktion der Niere beeinträchtigt oder gänzlich verloren geht. Eine weitere Komplikation von Nierensteinen, die nicht ausgeschieden werden, ist die sogenannte Urosepsis. Hier gelangen Bakterien aus den Harnwegen in den Blutkreislauf, was zu einer Blutvergiftung führt.

Große Steine, große Beschwerden

Schmerzhaft wird es, wenn die Steine eine Größe erlangt haben, die es nicht mehr möglich macht, sie durch den Harnleiter auszuscheiden. Hier kann es zu schweren Komplikationen kommen, insbesondere dann, wenn sich der Stein festsetzt und den Harnleiter blockiert. Der Urin, der gebildet wird, kann nicht mehr abgelassen werden, der Harn staut sich an. Es besteht die Gefahr, dass das Nierengewebe in Mitleidenschaft gezogen wird und die Giftstoffe, die die Niere aus dem Blut filtert, nicht mehr ausgeschieden werden. Auch in diesen Fällen kann es durch Bakterien zu einer Harnwegsinfektion und einer Urosepsis (Blutvergiftung) kommen.

Große Steine müssen behandelt werden

Etwa sieben bis acht von 10 Nierensteinen werden vom Körper mit dem Urin ausgeschieden, ohne dass eine Behandlung notwendig ist. Dieser Vorgang kann unterstützt werden, in dem der Patient viel trinkt und die Ernährung entsprechend umstellt, damit keine weiteren Steine entstehen oder sich bestehende Steine nicht vergrößern. Bestehende Nierensteine, die eine Größe haben, bei der ein alleiniger Abgang möglich ist, werden vom Arzt beobachtet. Dabei kann eine konservative (nicht-operative) Therapie behilflich sein, zu der Maßnahmen wie reichliche Flüssigkeitsaufnahme, Wärmebehandlung und viel Bewegung zählen. Gestaltet sich der Abgang des Nierensteines als sehr schmerzhaft, kommen schmerzstillende Medikamente zum Einsatz. Komplizierter wird es bei großen Steinen, die sich bereits festgesetzt haben. Hier muss der Nierenstein manuell entfernt werden.

Entfernung großer Steine

Es gibt verschiedene Therapien, um bestehende Nierensteine zu entfernen. Hierzu zählen einige Medikamente, die es möglich machen, den Nierenstein aufzulösen. Eine weitere Möglichkeit ist die Zertrümmerung des Steines mittels Stoßwellentherapie (ESWL). Die Trümmerstücke des Nierensteines werden daraufhin mit dem Urin ausgeschieden. Ebenfalls ist eine Zertrümmerung der Steine durch eine Punktionsnadel möglich. Sitzt der Nierenstein im Harnleiter fest, kann eine Harnleiterspiegelung Abhilfe schaffen. Hierzu wird ein dünnes Rohr in den Harnleiter geführt, um den Stein zu entfernen. Es ist zudem möglich, eine Schlinge in den Harnleiter einzuführen und den Stein herausziehen, was jedoch das Risiko birgt, den Harnleiter zu verletzen. Ebenfalls selten kommt eine offene Operation zum Einsatz. Diese kann aber notwendig sein, wenn der Nierenstein an einer ungünstigen Stelle in der Niere sitzt.



D. Klimpel Denise Klimpel
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 29.04.2017
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Nierensteine

 
sagt Verena10   vor 3 Monate  173711

Bitte sei so freundlich und maile mir den Namen oder die Anschrift des KH in Berlin wegen der Ureterstenose. Wäre sehr dankbar.

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