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Welche Nahrungsmittel und Medikamente fördern die Bildung von Nierensteinen?

Lesezeit: 3 Min.

Kochsalz und Oxalate vermeiden

Nierensteine sind von vielen Menschen gefürchtet, verursachen sie schließlich nicht selten krampfartige Bauchschmerzen und weitere, unangenehme Symptome. Besonders Patienten, bei denen bereits Nierensteine entfernt werden mussten, besteht die Gefahr, dass sich erneut welche bilden. Die Ernährung und Lebensweise spielt dabei eine nicht geringe Rolle. Es gibt sogar einige Nahrungsmittel und Medikamente, die die Bildung von Nierensteinen begünstigen und besonders von Risikopatienten vermieden werden sollten.

Aus diesen Stoffen bilden sich Nierensteine

Nierensteine entstehen nicht grundlos. Um die Ursache für die Bildung der Nierensteine herauszufinden, muss zunächst beleuchtet werden, wie diese entstehen. Nierensteine bilden sich durch eine hohe Konzentration von Stoffen und Mineralien, die sich im Harn des Menschen wiederfinden. Die Nieren sind dafür zuständig, die Giftstoffe aus unserem Blut herauszufiltern und durch den Urin auszuscheiden.

Nierensteine können aus verschiedenen Stoffen bestehen. Meist handelt es sich um Calcium-Oxalat-Steine oder Calcium-Phosphat-Steine. Weiterhin können sie aus Harnsäure oder Struvit bestehen. Werden diese Stoffe in großer Menge aufgenommen, begünstigt dies die Entstehung von Nierensteinen. Bestimmte Stoffwechselkrankheiten oder Entzündungen können ebenfalls dafür sorgen, dass sich Nierensteine bilden. Besonders Risikopatienten sollten daher auf eine Ernährung achten, die der Bildung von Nierensteinen entgegenwirkt.

Verschiedene Lebensmittel begünstigen die Entstehung von Nierensteinen

Einer der Übeltäter, der die Entstehung von Nierensteinen begünstigt, ist das Kochsalz. Kochsalz enthält Natrium, das sich mit dem Oxalat verbindet und die Bildung von Nierensteinen begünstigt. Daher sollte auf kochsalzarme Ernährung geachtet werden. Viel Kochsalz ist enthalten in Fertiggerichten und Konserven.

Eine calciumarme Ernährung ist nicht notwendig, denn Calcium sorgt dafür, dass der Darm nur wenig Oxalat aufnehmen kann. Eine calciumarme Ernährung würde dafür sorgen, dass mehr Oxalat im Harn enthalten ist und wiederum das Risiko für die Entstehung von Nierensteinen erhöht. Eine Ausnahme bilden hier Calciumpräparate zur Nahrungsergänzung. Auf diese sollte verzichtet werden, da der Calciumspiegel im Blut dadurch zu stark erhöht werden kann. Besser ist es, auf oxalatreiche Lebensmittel zu verzichten und sich salzarm zu ernähren.

Daher sollten auch Lebensmittel, die viel Oxalat enthalten, reduziert werden. Dazu zählen:

  • Nüsse
  • Spinat
  • Rhabarber
  • Petersilie
  • Schokolade
  • Tee
  • Cola
  • Kaffee

Zudem begünstigen tierische Eiweiße die Entstehung von Nierensteinen. Hier sollte weitgehend auf rotes Fleisch verzichtet werden. Auch zu viel Zucker und Alkohol sollte vermieden werden.

Diese Lebensmittel sind zu empfehlen

Ein calcium- und magnesiumreiche Ernährung dagegen sorgt dafür, dass sich das Oxalat nicht zu Nierensteinen entwickeln kann. Die folgenden Lebensmittel sind daher zur Vorbeugung von Nierensteinen geeignet.

Calciumreiche Produkte:

  • Milchprodukte
  • Broccoli
  • Orangen

Magnesiumreiche Produkte:

  • Getreide
  • Beeren
  • Bananen
  • Gemüse
  • Hülsenfrüchte

Medikamente im Zusammenhang mit der Nierensteinbildung

Es gibt einige Medikamente, die die Bildung von Nierensteinen begünstigen. Darunter zählen:

  • Acetazolamid
  • Triamteren
  • Sulfonamide
  • Indinavir
  • Acetylsalicylsäure, wenn diese in hohen Mengen eingenommen wird

Bei solchen Mitteln ist gegebenenfalls eine Beurteilung durch den Arzt notwendig, ob auf diese verzichtet werden kann oder deren Einnahme erforderlich ist.

Andere Medikamente helfen hingegen, der Bildung von Nierensteinen vorzubeugen. Besonders bei Risikopatienten reicht es nicht immer aus, das Essverhalten zu ändern und sich gesund zu ernähren. In einigen Fällen sind auch andere Erkrankungen für die vermehrte Bildung von Nierensteinen verantwortlich. Bei Risikopatienten kommen daher nicht selten Medikamente zum Einsatz, die verhindern sollen, dass erneut Nierensteine entstehen. Bestehen die Nierensteine aus Calcium, Harnsäure oder Cystin, kann Kaliumcitrat in Form von Medikamenten verabreicht werden. Dieses sorgt dafür, dass sich die Salze im Urin besser lösen und nicht zu einem Nierenstein heranwachsen. Andere Medikamente dagegen senken den Harnsäurespiegel im Urin. Entwässernde Medikamente können dafür sorgen, dass nicht zu viel Calcium vom Blut in den Urin gelangt. Medikamente, die viel Magnesium enthalten, sind ebenfalls zu empfehlen.

Flüssigkeitsmangel begünstigt die Entstehung von Nierensteinen

Menschen, die viel Flüssigkeit zu sich nehmen, haben einen geringer konzentrierten Harn und laufen weniger Gefahr, dass sich ein Nierenstein bildet. Insbesondere dann, wenn der Körper zum Beispiel durch harte Arbeit oder Sport viel Flüssigkeit in Form von Schweiß ausscheidet, kann es zu einer hohen Konzentration der Stoffe und Mineralien im Harn kommen. Verfestigen diese sich und bilden kleine Kristalle, ist die Grundlage für die Entstehung eines Nierensteines geschaffen. Bestenfalls nimmt der Mensch so viel Flüssigkeit am Tag zu sich, dass er etwa zwei Liter Urin ausscheidet. Damit ist gewährleistet, dass der Harn nicht zu hoch konzentriert ist.

Es lässt sich keine pauschale Antwort geben, wie viel Flüssigkeit in Litern am Tag zu sich genommen werden soll, da weitere Faktoren wie etwa die Schweißausscheidung Einfluss darauf haben, wie viel Flüssigkeit letztendlich im Harn angelangt. Personen, die viel Sport treiben oder regelmäßig in die Sauna gehen, sollten daher den Verlust von Flüssigkeit durch das Schwitzen einkalkulieren.



D. Klimpel Denise Klimpel
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 12.05.2017
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Nierensteine

 
sagt Verena10   vor 3 Monate  173947

Bitte sei so freundlich und maile mir den Namen oder die Anschrift des KH in Berlin wegen der Ureterstenose. Wäre sehr dankbar.

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