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Inwiefern können Schmerzen in den Waden vor einem Herzinfarkt warnen?

Lesezeit: 3 Min.

Wadenschmerzen und ihr Zusammenhang mit Durchblutungsstörungen

Wadenschmerzen sind vielen Menschen nicht unbekannt. Immer wieder kommt es zu einem Ziehen oder Stechen, ohne dass klar ist, was eigentlich dahintersteckt.

Es gibt zahlreiche harmlose Erklärungen, die hinter den Schmerzen in den Waden stecken können. Allerdings ist es möglich, dass sich ernste gesundheitliche Probleme ankündigen. Bei wiederkehrenden Beschwerden sollten Betroffene aufmerksam sein, um unter anderem die Symptome eines drohenden Herzinfarktes nicht zu übersehen. Zwischen den Schmerzen in den Waden und dem Risiko eines Herzinfarktes gibt es einen deutlichen Zusammenhang.

Die Waden als Indikator für einen drohenden Herzinfarkt

Auf den ersten Blick hängen die Waden nicht mit dem Herz zusammen. Schaut man indes etwas genauer hin, wird schnell klar, dass die Probleme in den Waden durchaus eine Verbindung zum Herz aufweisen. Beide Körperteile können nämlich von den Folgen einer Arteriosklerose betroffen sein.

Bei einer Arteriosklerose bilden sich allmählich Ablagerungen in den Gefäßen. Bleibt dies unbehandelt, kommt es zu Durchblutungsstörungen. Treten diese im Bereich der Beine und speziell im Wadenbereich auf, werden sie für den Betroffenen spürbar. Damit sind sie ein Hinweis auf kommende Durchblutungsstörungen in verschiedenen Bereichen des ganzen Körpers. Die Arteriosklerose ist schließlich nicht auf die Beine begrenzt. Auch ein Herzinfarkt ist letztlich die Folge einer Arteriosklerose, welche hier die Herzkranzgefäße betrifft. Ist die Durchblutung der Herzwand zu gering, dann kommt es zum Absterben von Herzgewebe. Ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) entsteht.

Aus dem gleichen Grund ist diese Art von Wadenschmerz ein Hinweis auf eine erhöhte Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden. Der Schlaganfall entsteht durch eine Durchblutungsstörung des Gehirns, in vielen Fällen ebenfalls durch Arteriosklerose bedingt.

Allerdings sollte niemand mit Wadenschmerzen in Panik verfallen, da auch zahlreiche andere Ursachen infrage kommen.

Eine der wesentlichen Folgen der Arteriosklerose ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit. Diese Krankheit, kurz pAVK, betrifft sehr viele Menschen in ganz Deutschland. Besser bekannt ist das Phänomen unter dem Namen „Schaufensterkrankheit“. Der Grund für diesen zunächst etwas seltsam anmutenden Namen liegt darin, dass Leidende häufig stehen bleiben, um sich zu erholen. Sie verweilen nahezu an jedem Schaufenster, damit die Schmerzen in den Waden nachlassen und sie weitergehen können.

Die pAVK selbst kann aufgrund der verminderten Durchblutung in den Beinen zum Absterben von Gewebe führen, beispielsweise von Zehen.

Manchmal können im Rahmen der Durchblutungsstörungen der Beine Wadenkrämpfe auftreten. Damit können auch Krämpfe in den Waden mitunter in einen weitläufigen Zusammenhang mit einem Herzinfarktrisiko gebracht werden. Häufig ist ein Wadenkrampf jedoch durch Störungen im Elektrolythaushalt wie einen Magnesiummangel bedingt.

Der Wadenschmerz, der plötzlich wieder verschwindet

Tückisch und gemein tritt der Wadenschmerz bei einer peripheren Verschlusskrankheit oft auf. Viele Betroffenen denken gar nicht darüber nach, dass ihnen weit schwerwiegendere Auswirkungen wie ein Herzinfarkt bevorstehen könnten. Typisch ist, dass der Wadenschmerz beim Gehen schlimmer wird und sich bessert, sobald man sich nicht mehr bewegt.

Leider ziehen zahlreiche Leidende lediglich den Schluss, dass sie untrainiert sind und sich vielleicht überanstrengt haben. Tritt der Wadenschmerz erst nach einer ordentlichen Strecke auf, ist dies sicherlich ein naheliegender Gedanke.

Wer jedoch häufig Probleme mit den Waden bekommt und daher immer häufiger stehenbleibt, sollte einen Arzt aufsuchen. So kann schnell und einfach die Ursache abgeklärt werden.

Alter als mögliche Ursache für Wadenschmerzen

Natürlich liegt es nahe, das Alter als Begründung heranzuziehen. All jene Menschen, die schon ein paar Jahre älter sind, schieben Gebrechen wie den Wadenschmerz auf natürlichen Verschleiß.
Problematisch dabei ist, dass die Warnzeichen für einen drohenden Herzinfarkt oder Schlaganfall dabei übersehen werden können.

Wenn die Arteriosklerose die Adern verengt, betrifft dies meist nicht nur die Beine. Oft sind die Beine relativ gut durchblutet, sodass es bei Problemen höchste Zeit wird, dies ärztlich abklären zu lassen. Im Rahmen einer Untersuchung sollten Betroffene nicht nur ihre Beine durchchecken lassen. Es ist vielmehr erforderlich, das Herz zusätzlich genauer zu untersuchen.

Die Gefahr des Herzinfarktes wird oft unterschätzt

Nach wie vor ist deutschlandweit etwa jeder vierte Todesfall auf einen Herzinfarkt zurückzuführen. Umso wichtiger ist es, das Risiko zu minimieren. Wer bei sich selbst feststellt, dass er Wadenschmerzen beim Gehen hat, welche sich beim Stehenbleiben schnell verbessern, ist gefährdet.

Doch auch im Liegen macht sich die unzureichende Durchblutung bemerkbar. All jene, deren Zehen schmerzen, wenn sie liegen, und deren Beschwerden sich beim Aufstehen bessern, können ebenfalls an einer Durchblutungsstörung der Beine leiden. Um auch weiteren Erkrankungen wie einem Herzinfarkt vorzubeugen, sollte jeder, der entsprechende Symptome bei sich feststellt, diese fachkundig abklären lassen.

Was zur Vorbeugung eines Herzinfarktes hilft

Die „Klassiker“, die das Herzinfarktrisiko erhöhen, sind ein zu hoher Blutdruck sowie Übergewicht. Insbesondere, wer unter starkem Übergewicht leidet, ist häufiger vom einem Herzinfarkt betroffen. Neben diesen beiden Gruppen sind es vor allem Raucher, deren Durchblutung leidet. Wer sich zusätzlich wenig bewegt, fördert die Verkalkung der Gefäße beziehungsweise Arteriosklerose.

Umso wichtiger ist es daher, Ausdauersport zu treiben. Besonders geeignet sind Laufen, Radfahren und Schwimmen. Zusätzlich spielt die Ernährung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Eine einseitige Ernährung mit viel Fett, Zucker und Kalorien kann schnell zu weiteren Ablagerungen in den Arterien führen. Das Risiko einer Arteriosklerose und damit auch eines Herzinfarktes ist weiter erhöht.



Letzte Aktualisierung am 03.10.2017.
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