Definition eins Steißbeinbruches
Unter einer Steißbeinfraktur versteht man einen Bruch des Steißbeines (Os coccygis).
Das Steißbein bildet die untere Spitze des Kreuzbeins und liegt unterhalb der Wirbelsäule. Sie ist Ansatzpunkt für verschiedene Bänder und Muskeln des Beckens, besonders im Bereich des Beckenbodens und der Hüftgelenke.
Das Steißbein selbst besteht aus 4-5 Steißwirbeln, die aber bei den meisten Menschen zu einem einheitlichen Knochen verschmolzen sind. Sie wird auch als Rudiment des Schwanzes der Wirbeltiere angesehen, der sich im Laufe der menschlichen Entwicklung zurückgebildet hat.
Ursachen einer Steißbeinfraktur
Typische Ursachen für eine Steißbeinfraktur sind:
- Sturz auf das Gesäß
- Kräftiger Tritt in das Gesäß (mit einem beschuhten Fuß)
- Steißbeinbruch unter der Geburt
Symptome
Die Patienten leiden besonders unter folgenden Beschwerden:
- Sehr starke Schmerzen, die vor allem beim Gehen oder Sitzen auftreten.
- Meistens ist ein Bluterguss ersichtlich.
Diagnose
Zunächst erfolgt ein Aufnahmegespräch mit dem Patienten. Hier werden besonders die Ursache und die Beschwerden erfragt. Im folgenden führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Nach einer Inspektion wird eine rektale Untersuchung vorgenommen. Bei dieser Untersuchung ertastet der Arzt mit seinem Zeigefinger eine schmerzhafte Beweglichkeit ( die normalerweise nicht vorhanden ist) des Steißbeines. Da diese Untersuchung für den Patienten sehr unangenehm sein kann, wird sie mittels schmerzstillender Medikamente durchgeführt.
Differentialdiagnose
Differentialdiagnostisch kommen unter anderem folgende Krankheitsbilder in Betracht:
- Steißbeinluxation
- Beckenringverletzungen
- Kokzygodynie: schmerzhafte Erkrankung im Bereich des Steißbeins.
- Prellungen am Gesäß
Therapie eines Steißbeinbruches
Die Behandlung einer Steißbeinfraktur sollte zunächst konservativ erfolgen, z.B. kann die Verwendung eines Ringkissens bereits zu einer wesentlichen Entlastung führen. Eine Behandlung mit schmerzstillenden Medikamenten ist oft ausreichend.
Liegt keine Dislokation (Verschiebung) vor, so ist meistens eine folgenfreie Ausheilung möglich. Bei einer Steißbeinfraktur ist man mit einem operativen Eingriff sehr zurückhaltend. Besteht dagegen aber ein anhaltender Schmerz mit Instabilität (Kokzygodynie), so ist eine operative Versorgung leider erforderlich. Operative Eingriffe werden bei einer Steißbeinfraktur äußerst selten durchgeführt, ist dies aber notwendig, so erfolgt hier eine Resektion (Entfernung) des distalen (vom Körper entfernt gelegenen) Knochenfragments.
Prognose
Ein Steißbeinbruch kann trotz erfolgreicher Therapie auch nach Jahren immer wieder zum Vorschein kommen und sehr starke Schmerzen verursachen. Viele Patienten berichten über jahrelang anhaltende Schmerzen, die leider immer wieder auftreten. Eine völlige Beschwerdefreiheit wird nur selten berichtet.
Hinweise für Patienten
- Hilfreiche Tipps die eine Schmerzlinderung ermöglichen:
- Lassen Sie sich von ihrem Arzt einen Sitzreifen bzw. einen Ringkissen verordnen. Damit wird das Steißbein entlastet.
- Achten Sie auf eine optimale Abstützung im Bereich beider Sitzbeine. Dadurch können Sie den Steißbeinbereich effektiv entlasten.
- Halten Sie am Anfang Bettruhe ein.
- Rückenschulung
Letzte Aktualisierung am 10.05.2010.