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Worin unterscheiden sich OP-Verfahren wie Vertebroplastie, Kyphoplastie oder Vesselplastie?

Lesezeit: 3 Min.

Modernisierte Operationsverfahren

Ein Stauchungsbruch an der Wirbelsäule kann verschiedene Ursachen haben. Meistens liegt eine mechanische Krafteinwirkung vor, um eine Fraktur am Wirbel zu verursachen. In einigen Fällen kann es zu einem Wirbelbruch kommen, ohne dass ein Sturz oder Sprung vorangegangen ist. Hier liegen Begleiterkrankungen wie Osteoporose vor. Je nachdem, ob der Bruch stabil oder instabil ist, wird zwischen konservativer und operativer Therapie entschieden.

Eine Operation an der Wirbelsäule kann notwendig werden, um die Wirbel zu stabilisieren oder wieder aufzurichten. Es kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, die abhängig von der Art des Bruches und den Begleiterscheinungen sind.

Kyphoplastie

Die Kyphoplastie ist eine minimal-invasive Operation, die bei Wirbelbrüchen durch Osteoporose eingesetzt wird. Während des Eingriffes wird eine Kanüle an den Wirbel geführt, durch die Knochenzement eingebracht wird. Gegebenenfalls wird vorher ein Ballon aufgeblasen, um den eingebrochen Wirbel aufzurichten. Der Ballon hilft, den Zement kontrollierter an die Stelle zu bringen, an der der Knochenzement aufgefüllt wird. die Der Knochenzement sorgt dafür, dass der Wirbel aufgebaut und stabilisiert wird. Die Kyphoplastie eignet sich dann, wenn der Knochen brüchig ist und keine Chance besteht, dass dieser von alleine zusammenheilt. Ebenso kann es durch gebrochene Wirbelkörper passieren, dass Teile des gebrochenen Wirbels in die benachbarten Gebiete wandern und erhebliche Schmerzen und Beschwerden hervorrufen. Der Knochenzement verhindert eine solche Komplikation. Die Kyphoplastie stellt den Wirbel wieder her und verhindert neurologische Komplikationen. Die Kyphoplastie wird bei einem Wirbelbruch durch Osteoporose eingesetzt, um den Wirbelkörper in Form zu bringen. Durch einen kleinen Ballon kann ein Hohlraum geschaffen werden, der dann mit Zement ausgefüllt wird. Das minimal-invasive Verfahren ermöglicht, den Wirbel durch eine natürliche Öffnung zu behandeln und umliegende Gebiete nicht zu verletzen.

Vertebroplastie

Die Vertebroplastie ist der Vorgänger der Kyphoplastie. Das Verfahren kommt ebenfalls bei einem Wirbelbruch durch Osteoporose zum Einsatz, vor allem wenn der Patient unter starken Beschwerden und Schmerzen leidet. Dieses Verfahren wird auch nach Wirbelbrüchen durch mechanische Krafteinwirkung von außen erfolgreich eingesetzt. Im Gegensatz zur Kyphoplastie wird kein Ballon zur Aufrichtung des Wirbelkörpers verwendet. Beide Eingriffe sind ähnlich. Die Vertebroplastie kann wie auch die Kyphoplastie minimal-invasiv durchgeführt werden. Durch eine Hohlnadel wird Knochenzement in den betroffenen Wirbel eingeführt werden. Verwendet wird eine größere Hohlnadel, da der Knochenzement mit hohem Druck in den Wirbelkörper eingebracht wird. Das dient zur Aufrichtung des Knochens und dass sich der Zement gleichmäßig um die Bruchstücke verteilt. Hierbei kann es zu Reizungen des Rückenmarkes kommen, ebenso kommt es vor, dass der flüssige Knochenzement in die Blutbahn oder die Nervenbahnen gerät.

Vesselplastie

Die Vesselplastie ist ebenfalls ein minimal-invasive Eingriff, der bei osteoporotischen Wirbelfrakturen eingesetzt wird. Das Verfahren ist modern und ersetzt möglicherweise die Kyphoplastie. Bei diesem Eingriff steht das Ziel im Vordergrund, den gebrochenen Wirbelkörper zu stabilisieren, was mithilfe von Knochenersatzmaterial geschieht. Wie bei der Kyphoplastie wird der Wirbelkörper mit einem Ballon aufgerichtet und durch Knochenzement gefestigt. Bei beiden Verfahren wird eine dünne Kanüle unter Röntgenkontrolle eingeführt. Während bei der Kyphoplastie ein erhöhtes Risiko besteht, dass der Zement in die benachbarten Gebiete und in die Blutlaufbahn gerät, wurde dieses Risiko bei der Vesselplastie minimiert. Hier wird der Zement in ein ballonähnliches Netz gespritzt, damit er nicht in die umliegenden Gebiete gelangt. Der gefüllte Ballon (das System) verbleibt als Implantat mit dem Füllmaterial im Wirbelkörper.

Drei Operationsmethoden mit dem gleichen Ziel

Alle drei Operationsmethoden dienen dazu, den gebrochenen Wirbelkörper aufzurichten und mittels Zement zu stabilisieren. Moderne Verfahren minimieren Risiken und sind schonender. Während sich vor vielen Jahren noch die Vertebroplastie bewährt hat, ist diese von der Kyphoplastie abgelöst worden. Das neueste Verfahren, die Vesselplastie, weist aktuell keine langjährigen Studienergebnisse vor, scheint aber mit weniger Risiken verbunden zu sein. Insgesamt wurden bessere Ergebnisse bei der Aufrichtung des Wirbels festgestellt, ebenso eine verminderte Komplikationsrate und eine bessere Stellungskorrektur des Wirbelkörpers.

D. Klimpel Denise Klimpel
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 20.04.2017
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