Eine Knochenbiopsie ist die Gewinnung einer Gewebeprobe aus dem Knochen. Die Probe wird nach der Entnahme in ein Labor gegeben, wo es feingeweblich untersucht wird (Histologie). Die Biopsie und anschließende Untersuchung ermöglicht es, einige Knochenerkrankungen festzustellen und nach dem Schweregrad zu beurteilen.
Die Knochenbiopsie sollte nicht durcheinandergebracht werden mit der Knochenmarkbiopsie, bei der die Probe aus dem Knochenmark und nicht aus dem eigentlichen Knochengewebe entnommen wird.
Die Knochenbiopsie - wann wird sie durchgeführt?
Die Knochenbiopsie erfolgt, damit eine genauere Beurteilung des Knochengewebes bei verschiedenen Veränderungen möglich ist. Somit eignet sich die Gewebeentnahme aus dem Knochen zur Untersuchung bei einigen Erkrankungen beziehungsweise Beschwerden des Patienten. Der häufigste Grund für die Biopsie ist eine Minderung der Stabilität des Knochens. Allerdings gibt es auch eine Reihe weiterer Erkrankungen, bei denen die Knochenbiopsie angezeigt sein kann.
Die wichtigsten Erkrankungen, die durch die Knochenbiopsie festgestellt und genau beurteilt werden können, sind:
- Osteoporose
Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der der Knochen an Substanz verliert. Die Osteoporose kommt oft in späteren Lebensjahren und in den Wechseljahren vor. Raucher, schlanke Menschen und Menschen mit wenig körperlicher Bewegung sind häufig betroffen. Weitere Ursachen einer Osteoporose sind z. B. eine Cortisonbehandlung, Stoffwechselstörungen oder ein hormonelles Ungleichgewicht. Osteoporose äußert sich in einer verstärkten Brüchigkeit der Knochen, auch ohne größere mechanische Belastungen. Die Knochenbrüche treten oft in der Wirbelsäule auf, so dass der Rücken der Betroffenen oft verkürzt und gekrümmt ist sowie Schmerzen bereitet.
- Osteomalazie
Bei der Osteomalazie schwindet die Knochensubstanz ebenfalls, allerdings ist ein Mangel an Vitamin D dafür verantwortlich. Bei Kindern heißt die Erkrankung Rachitis. Das Vitamin D gelangt über den Darm in den Körper oder entsteht im Körper durch Sonnenlichtwirkung. Daher können eine Fehlernährung, zu geringes Sonnenlicht sowie manche anderen Faktoren zur Osteomalazie führen. Es kommt zur Formveränderung und zur Schmerzhaftigkeit der Knochen, z. B. in den Beinen oder den Wirbelkörpern.
- Morbus Paget
Beim Morbus Paget handelt es sich um eine Erkrankung, bei der an den Knochen aus bisher nicht bekanntem Grund Umbauvorgänge ablaufen. Die Knochen werden zwar dicker, aber instabiler. Es kommt zur Verkrümmung der Knochen. Typisch ist auch eine Zunahme des Kopfumfanges.
- Tumore
Es gibt unterschiedliche Tumore im und am Knochen. Sie können aus dem Knochengewebe abstammen, z. B. das Osteosarkom, aus der Umgebung entstehen oder als Metastasen (Tochtergeschwülste) aus fernen Tumoren zum Knochen gelangen. Bösartige Tumore können wiederum selbst Metastasen ausbilden und die umliegenden Strukturen durch Einwachsen zerstören.
- Entzündungen
Eine Entzündung des Knochens (Osteitis) entsteht meist durch Infektion mit Bakterien. Eine geschwächte Abwehr, beispielsweise bei Diabetes mellitus, HIV oder Medikamenteneinnahme, kann der Entzündung förderlich sein. Der Knochen vereitert, schwillt an der Stelle an und schmerzt. Das umliegende Gewebe kann durch die Entzündung geschädigt werden. Des Weiteren ist es möglich, dass sich die Entzündung über das Blut im ganzen Körper ausbreitet (Sepsis).
Letzte Aktualisierung am 23.07.2010.