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Therapie beim Retinoblastom

Lesezeit: 2 Min.

Muss in jedem Fall operiert werden?

Die Therapie hat zum Ziel, das Retinoblastom vollständig zu beseitigen. Was gemacht wird, hängt von der Ausdehnung des Tumors ab. Meist ist eine Operation zur Tumorentfernung notwendig. Manchmal kann bei einem kleinen Retinoblastom eine andere Therapieform genügen. Wenn beide Augen ein Retinoblastom aufweisen, wird häufig auf einem der Augen ebenfalls keine Operation zur Entfernung durchgeführt, so dass das Augenlicht erhalten bleibt. Das andere, bei dem sich in der Regel der Tumor stärker ausgebreitet hat, wird operativ entfernt.

Eine Bestrahlung kann bei diesen Fällen von kleineren Tumoren in Frage kommen. Sie kann als Bestrahlung von innen durchgeführt werden: Mit einer Operation wird eine Strahlungsquelle in direkte Nähe des Tumors gebracht, die dann über einige Zeit wirken kann. Die Strahlen greifen damit gezielt den Tumor an.

Eine Kältebehandlung (Kryotherapie, Vereisung) kann ebenso durchgeführt werden wie eine Hitzebehandlung (Thermotherapie). Auch mit dem Laser kann eine Spezialbehandlung möglich sein (Laserkoagulation). Mit dem Laser werden diejenigen Blutgefäße zerstört, die zum Retinoblastom führen, so dass es nicht mehr richtig versorgt wird und zugrunde geht.

Vor allem bei größeren Retinoblastomen besteht die Therapie darin, das ganze Auge mitsamt Tumor zu entfernen. Oft ist hier schon die Sehschärfe deutlich vermindert und das Auge stark angegriffen. Die Entfernung des Auges wird als Enukleation bezeichnet. Um eine Heilung zu erzielen, darf der Tumor noch keine Metastasen gebildet haben und sich nicht in Gewebe ausgebreitet haben, die nicht ohne Weiteres mit entfernt werden können. Als kosmetischen Ersatz für das Auge erhält das Kind ein Kunstauge (Augenprothese, Glasauge).

Retinoblastome, die schon Metastasen gebildet haben oder in die Umgebung eingewachsen sind, werden ergänzend (zur OP oder zu den anderen Methoden) mit einer Chemotherapie bekämpft.

Prognose

Wenn ein Retinoblastom nicht behandelt wird, führt es im Verlauf zum Tod des Betroffenen. Je eher der Tumor festgestellt und einer geeigneten Therapie unterzogen wird, umso besser ist die Prognose. Früh bemerkte Retinoblastome können in fast allen Fällen (zu 95 Prozent und mehr) komplett beseitigt und der junge Patient somit geheilt werden. Das Retinoblastom weist von allen Krebsarten von Kindern die günstigsten Heilungsschancen auf. Wird das Retinoblastom erst spät registriert und diagnostiziert, ist die Prognose nicht mehr so gut, doch auch in diesen Fällen kann ungefähr jedes zweite Kind geheilt werden. Früherkennungsuntersuchungen dienen dazu, einen möglichen Befall in einem noch nicht so fortgeschrittenen Zustand zu entdecken und die Prognose günstig zu halten.

Ob die Sehfähigkeit erhalten werden kann, hängt vom Befund ab. Nicht selten kann sogar das Sehen auf dem betroffenen Auge erhalten werden, es kann mehr oder weniger stark beeinträchtigt sein. Oft ist eine Entfernung des Auges aber die beste Methode, um die Erkrankung auf Dauer zu beseitigen - die Sehkraft dieses Auges fällt somit natürlich weg und wird üblicherweise vom anderen Auge recht gut kompensiert. Eine ästhetisch ansprechende Versorgung ist mit einem Glasauge (Augenprothese) möglich, ein solcher Augenersatz fällt heutzutage kaum auf.

Im Wesentlichen bei der erblichen Form des Retinoblastoms kann es zu einer erneuten Bildung eines solchen Tumors an anderer Stelle kommen. In einzelnen Fällen kommt es auch nach einer Behandlung dazu, dass der Tumor an derselben Stelle wie vorher wieder auftritt (Rezidiv). Außerdem besteht bei einigen Betroffenen, insbesondere bei vererbtem Retinoblastom, ein erhöhtes Risiko für andere Tumore wie ein Pinealom (Tumor der Zirbeldrüse, manchmal insgesamt als trilaterales Retinoblastom bezeichnet) oder eine Form von Knochenkrebs (Osteosarkom) oder Bindegewebstumore sowie Blutkrebs (Leukämie oder Lymphom). Aus diesen Gründen sollte regelmäßig eine Nachsorge zum Retinoblastom erfolgen. Dazu wird das Kind in der Regel jede drei Monate zum Arzt einbestellt, um Kontrolluntersuchungen durchzuführen.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 14.08.2015
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