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Keratokonus: Therapie

Lesezeit: 1 Min.

Therapie eines Keratokonus (Hornhautkegel)

In einem noch nicht so fortgeschrittenen Zustand kann die Fehlsichtigkeit aufgrund der Hornhautausziehung noch durch ein Brillenglas korrigiert werden. Bei stärkerem Keratokonus ist nur noch eine (formstabile) Kontaktlinse eine Möglichkeit, scharfes Sehen zu erreichen. Ein sehr ausgeprägter beziehungsweise fortgeschrittener Keratokonus führt zu dem Problem, dass die Kontaktlinse herausfällt.

Mit einer Behandlung zur Hornhautvernetzung, auch als Corneal Crosslinking (CXL, CCL) bezeichnet, kann das Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten werden. Die Methode führt zu einer besseren queren Vernetzung von Fasern (Kollagen) innerhalb der Hornhaut und somit zu mehr Stabilität. Das Corneal Crosslinking kann schon früh im Verlauf eines Keratokonus durchgeführt werden. Für das Verfahren wird zunächst Vitamin B2 (Riboflavin) auf das Auge geträufelt. Dann wird die Hornhaut mit UV-Licht bestrahlt (UV-Licht steht für ultraviolettes Licht, also Licht außerhalb des sichtbaren Bereiches mit kleinerer Wellenlänge als violettes Licht). Dies sorgt in Kombination für die Querverbindungen innerhalb der Hornhaut.

Eine weitere Methode, die beim Keratokonus eingesetzt werden kann, ist die CKT (cirkuläre Keratotomie). Im zentralen Bereich der Hornhaut geschieht eine Anbohrung, die das Krankheitsgeschehen aufhalten soll.

In einzelnen Fällen wird beim Keratokonus eine ringförmige Kunststoffstruktur in die Hornhaut eingearbeitet. Dieses Verfahren nennt sich ICR (intrastromaler cornealer Ring). Die Verkrümmung der Hornhaut wird dadurch reduziert und die Fehlsichtigkeit vermindert.

Schließlich kommt bei einigen Patienten eine Hornhauttransplantation (Keratoplastik) in Frage. Insbesondere bei einem akuten Keratokonus (Einreißen der Hornhaut) kann eine Hornhauttransplantation sinnvoll sein, aber auch bei anderen schwerwiegenden Fällen der Erkrankung. Die geschädigte Hornhaut wird entfernt und eine neue Spenderhornhaut ersetzt, welche mit einem speziellen Fadenmaterial eingenäht wird. Die Entfernung und das Einsetzen kann über alle Hornhautschichten geschehen (perforierende Keratoplastik) oder nur die äußeren Schichten betreffen (lamelläre Keratoplastik).

Prognose

Der Keratokonus ist eine chronische und teils fortschreitende Erkrankung. Viele Betroffene können dauerhaft mit Kontaktlinsen auskommen und benötigen keine Operation oder Spezialbehandlung. Mit der Hornhautvernetzung (Corneal Crosslinking) kann der Fortschritt des Keratokonus gestoppt werden. Eine eventuelle Hornhauttransplantation ist normalerweise erfolgreich, der Patient muss aber oft dennoch Kontaktlinsen tragen. Im Verlauf kann auch eine erneute Hornhauttransplantation notwendig werden.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 14.08.2015
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