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Darmkrebs, Kolontumor, Tumoroperation

Dickdarmtumore bleiben lange symptomlos

Definition Darmkrebs

Einer der häufigsten bösartigen Tumore des Menschen ist der Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom). Eine Operation ist in der Regel angezeigt, um den Darmkrebs zu entfernen.

Ursachen

Zu einem großen Teil der Fälle entwickelt sich das Kolonkarzinom (Dickdarmkrebs) aus einem gutartigen Tumor im Darm (Polyp, Adenom). Je größer das Adenom, desto wahrscheinlicher ist die Entwicklung von Krebs: bei einer Größe von weniger als einem Zentimeter beträgt die Wahrscheinlichkeit ungefähr 1%, bei mehr als zwei Zentimetern Größe beträgt sie schon beinahe 50%. Häufig wird aber auch keine definitive Ursache für die Darmkrebsentstehung gefunden. Faktoren, die das Risiko für einen Darmkrebsbefall erhöhen, sind unter anderem Übergewicht und ungünstige Ernährungsgewohnheiten (zu wenig Ballaststoffe und zu viel tierisches Fett), Rauchen und Alkohol sowie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Des Weiteren können genetische Faktoren eine Rolle spielen.

Symptome

Oftmals werden Dickdarmtumore erst spät bemerkt. Es kann zu Verstopfung, Durchfall oder Blähungen kommen, die nicht selten auch im Wechsel auftreten. Bauchschmerzen sind möglich. Es können sich Blutauflagerungen am Stuhl befinden. In einem späteren Stadium kann sich durch den Tumor ein Darmverschluss (Ileus) ergeben, der schnell lebensbedrohlich werden kann. Die Krebsgeschwulst kann in umliegende Organe und Strukturen einwachsen und diese schädigen. Es kann zu einem Darmdurchbruch (Perforation) kommen, bei dem sich eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) entwickeln kann. Auch Blutungen können mitunter lebensgefährlich sein. Wie bei allen bösartigen Tumoren können sich auch beim Dickdarmkrebs Tochtergeschwülste (Metastasen) in andere Körperbereiche absiedeln und auch dort schwerwiegende Probleme bereiten.

Diagnose

Neben der Anamnese (Befragung des Patienten) wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Unter anderem wird der Bauch abgetastet und eine Fingeruntersuchung des Afters vorgenommen. Es wird ein Test auf Blut im Stuhl durchgeführt. Ebenso ist eine Blutentnahme mit anschließender Untersuchung sinnvoll. Bei einer Darmspiegelung kann der Tumor oft gesehen werden. Mit bildgebenden Verfahren wie beispielsweise Röntgen (eventuell mit Kontrastmittel) oder Computertomographie (CT) lässt sich die Ausdehnung des Tumors darstellen. Eine sichere Diagnose lässt sich nur durch eine Probeentnahme (Biopsie), z. B. bei der Spiegelung, mit nachfolgender feingeweblicher Untersuchung (Histologie) stellen.

Differenzialdiagnose

Einige andere Darmerkrankungen müssen vom Kolonkarzinom abgegrenzt werden. Dazu gehören unter anderem Darmpolypen (gutartige Tumoren), die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sowie das so genannte Reizdarmsyndrom.

Therapie

Konservative Therapie

Bisweilen kann eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung als zusätzliche Behandlungsmethode beim bösartigen Kolontumor sinnvoll sein.

Operation

Nur bei einer kompletten Entfernung der Krebsgeschwulst ist eine Heilung möglich. Daher sollte mit einer Operation nicht zu lange gewartet werden, falls keine Gründe gegen einen Eingriff sprechen.

Die operative Entfernung des Kolonkarzinoms (Kolonresektion) erfolgt in Vollnarkose.

Neben der herkömmlichen Tumoroperation mittels Bauchschnitt (Laparotomie) kann unter Umständen auch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt werden, um den Tumor herauszuholen. Dabei  wird über einen kleinen Einschnitt am Bauchnabel ein optisches Gerät (Laparoskop) mit einer kleinen Videokamera eingeschoben. Um das Bauchgewölbe aufzuspannen und die Sicht zu verbessern, wird CO2-Gas eingeblasen. Benötigte Instrumente werden über weitere Einschnitte in den Bauchraum eingeführt. Auf einem Monitor sieht der Operateur in Echtzeit das Operationsgebiet und kann die notwendigen Maßnahmen durchführen.

Der befallene Darmabschnitt wird herausgetrennt und entfernt. Dabei muss ein gewisser Sicherheitsabstand eingehalten werden, so dass möglichst keine Tumoranteile mehr im Körper verbleiben. Ebenso werden, wenn es sich um einen bösartigen Befund handelt, die Lymphknoten entfernt, in die die Lymphflüssigkeit aus dem Tumorgebiet abgeleitet wird. Die Darmenden werden miteinander vernäht. Bisweilen ist nach der Darmoperation die Anlage eines künstlichen Darmausgangs (Anus praeter) erforderlich, der nach ungefähr drei Monaten wieder zurückverlegt werden kann.

Mögliche Erweiterungen der Operation

Verschiedene Gegebenheiten oder Komplikationen können es notwendig machen, das Vorgehen zu ändern, beispielsweise Nachbarorgane mitzuentfernen, in die der Tumor bereits eingewachsen ist, oder bei schwierigen Bedingungen eine Bauchspiegelung in eine offene Operation abzuändern.

Komplikationen

Durch die Operation kann es zu Verletzungen von in der Nähe der Operation liegenden Organen mit unter Umständen gefährlichen Auswirkungen kommen. Wenn die genähten Wunden zwischen den Darmabschnitten sich zusammenziehen, kann es zu Transportstörungen des Darmes bis hin zu Darmverschlüssen kommen. Diese können auch durch Verwachsungen und andere Gegebenheiten entstehen. Bei Undichtigkeit der Darmwand oder bei Keimeinwirkung kann es zu einer unter Umständen lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung kommen. Des Weiteren können Blutungen, Nachblutungen, Wundheilungsstörungen und überschießende Narbenbildung entstehen. Hieraus resultieren eventuell funktionelle oder ästhetische Problematiken sowie selten auch Narbenbrüche. Nervenverletzungen können ein Taubheitsgefühl bedingen. Auch Allergien können ausgelöst werden. Später können Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang auftreten.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose

Meist kann durch eine Operation der Tumor komplett entfernt werden. Die Prognose ist abhängig von der Ausdehnung des Tumors, vom eventuellen Vorhandensein von Tochtergeschwülsten (Metastasen) sowie von einer möglichst frühzeitigen Feststellung. Daher sind Vorsorgeuntersuchungen ab einem bestimmten Lebensalter sehr sinnvoll. Die Prognose ist im Verhältnis zu vielen anderen bösartigen Tumoren beim Kolonkarzinom relativ günstig. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es zu einem Wiederauftreten an gleicher Stelle kommt (Rezidiv) oder dass bereits Tochtergeschwülste vorliegen, die eventuell noch nicht erkannt wurden.

Hinweise

Vor der Operation

Gegebenenfalls müssen blutgerinnungshemmende Arzneimittel vor der Operation in Absprache mit dem Arzt weggelassen werden. Dies kann beispielsweise Marcumar® oder Aspirin® betreffen.

Vor der Operation muss der Darm gereinigt werden, entweder durch einen Einlauf oder durch das mehrtägige Trinken einer Spülflüssigkeit und Einnahme von abführenden Medikamenten. Dies kann bei Frauen einen Einfluss auf die Wirkung der Anti-Baby-Pille haben.

Nach der Operation

Die Kost muss nach der Darmoperation langsam wieder aufgebaut werden und sollte auch in den folgenden Wochen und Monaten schonend erfolgen. Die Darmaktivität beginnt normalerweise wieder von alleine.

Körperlich ist nur in den ersten Wochen eine besondere Schonung einzuhalten.

Bei Auffälligkeiten, die auf Komplikationen hindeuten könnten, sollte umgehend der Arzt beziehungsweise die Klinik informiert werden.

Darmkrebs | Kolontumor | Tumoroperation | Dickdarmtumore



Letzte Aktualisierung am 21.12.2009.

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