Youtube
Folgen Sie uns auf  

Wann sollte man nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf zum Arzt?

Lesezeit: 3 Min.

Kopfverletzungen sind nicht zu unterschätzen

Ein Zusammenstoß mit dem Gegenspieler beim Fußball, kurze Schwindelgefühle und Kopfschmerzen und nach wenigen Minuten ist der Spieler wieder auf dem Platz – dieses Beispiel einer Kopfprellung, das sich harmlos anhört, kann im schlimmsten Fall zu jahrelangen Beschwerden führen. Kopfverletzungen müssen ernst genommen werden, da das menschliche Gehirn lebensnotwendig ist und für das „Funktionieren“ des Menschen sorgt. Selbst wenn eine Gehirnerschütterung im Normalfall für keine bleibenden Beeinträchtigungen sorgt, sollte sie immer ärztlich kontrolliert und angemessen auskuriert werden.

Gehirnerschütterung durch Schlag auf den Kopf

Bei einer Gehirnerschütterung, die den lateinischen Fachbegriff Commotio cerebri trägt, handelt es sich um eine Verletzung der Nerven im Gehirn. Genau genommen geht es um eine Prellung, die mitunter zu einem kurzzeitigen Funktionsausfall führen kann. Das menschliche Gehirn befindet sich geschützt zwischen robusten Schädelknochen. Zusätzlich sorgt die Hirnflüssigkeit dafür, dass das Gehirn bei Kopfbewegungen nicht verletzt wird. Ein Schlag auf den Kopf sorgt allerdings dafür, dass das Hirn ruckartig und abrupt gegen den harten Schädelknochen stößt. Die Nerven sind geprellt und es kommt zu einer Schwellung. Ganz ähnlich sieht es bei Stürzen auf den Kopf aus. Das Hirn befindet sich in Bewegung, wird durch den Aufschlag auf den Boden jedoch plötzlich gebremst, sodass es gegen die Schädelinnenwand knallt. Durch die Prellung der empfindlichen Nerven verliert das Gehirn womöglich für wenige Sekunden seine Funktion und Betroffene werden zwischenzeitlich bewusstlos. Auf diese Weise lassen sich außerdem Erinnerungslücken erklären, die typisch für eine Gehirnerschütterung sind.

Symptome beobachten und angemessen handeln

Grundsätzlich gilt, dass man bei Bewusstseinsverlust sofort den Notarzt alarmiert. Wer bereits einmal das Bewusstsein verloren hat, kann dies jederzeit wieder durchmachen. Damit besteht die Gefahr eines weiteren Sturzes, der mit schwerwiegenden Folgen verbunden sein könnte. Darüber hinaus sollte man bei einer Kopfverletzung immer einen Arzt aufsuchen. Oftmals entwickeln sich die Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas, zu dem die Gehirnerschütterung zählt, erst Stunden später. Typische Anzeichen, die für eine Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) sprechen, sind:

  • kurzzeitiger Verlust des Bewusstseins
  • fehlende Erinnerungen
  • Kopfweh
  • Schwindelgefühle
  • Orientierungsstörungen
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Allerdings ähneln die Symptome den Anzeichen einer Hirnblutung beziehungsweise eines Schlaganfalles, der als lebensgefährliches Leiden gilt. Um die Beschwerden angemessen behandeln zu können, sollte bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ein Arzt konsultiert werden. Darüber hinaus gibt es noch Anzeichen, die für eine sofortige Alarmierung des Notarztes sprechen:

  • die Bewusstlosigkeit hält mehrere Minuten an
  • Kommunizieren ist mit dem Patienten nicht mehr möglich
  • der Betroffene wird immer wieder schläfrig und wirkt apathisch
  • der Patient erbricht sich mehrmals hintereinander
  • aus Nase oder Ohren läuft Blut und/oder Hirnflüssigkeit

Die genannten Symptome deuten auf eine schwerwiegendere Erkrankung wie beispielsweise ein schweres Schädel-Hirn-Trauma oder eine Hirnblutung hin. Bis der Notarzt eintrifft, sollte der Patient stabil gelagert werden. Sollte er das Bewusstsein verloren haben, muss er in die stabile Seitenlage gebracht werden. Bei Atem- und Herzstillstand sollte sofort mit lebenserhaltenden Sofortmaßnahmen begonnen werden.

Kinder und Kopfverletzungen – wann zum Arzt?

Während eine Gehirnerschütterung bei Erwachsenen eher selten ist und durch einen Unfall oder eine Gewaltanwendung verursacht wird, sind Kopfverletzungen bei Kindern keine Seltenheit. Gerade wenn die Kleinen gerade dabei sind, laufen zu lernen und die Welt auf eigene Faust zu erkunden, schätzen sie Gefahren noch nicht richtig ein. Im Unterschied zum Erwachsenen macht bei Kleinkindern der Kopf einen deutlich größeren Anteil des gesamten Körpergewichts aus. Wenn Kinder fallen, fallen sie eher zuerst auf ihren Kopf. Die etwas älteren Kinder sind ebenfalls prädestiniert für Gehirnerschütterungen, da sie viel toben und unbedacht wilden Aktivitäten nachgehen.

Gerade wenn der Nachwuchs noch sehr jung ist, müssen die Eltern nach einem solchen Ereignis das Verhalten des Kindes deuten. Eine verbale Mitteilung ist schwierig oder nicht möglich. Um ernstere Verletzungen auszuschließen, sollte man im Zweifelsfall immer einen Arzt aufsuchen. Weint das Kind nur kurz und zeigt später eine kleine Beule am Kopf, kann man meist beruhigt aufatmen. Dennoch sollte man darauf achten, dass sich das Kind nicht überanstrengt und sich ein wenig ausruht. Falls das Kind allerdings erbricht, ununterbrochen weint oder taumelig wirkt, sollte man mit dem Arztbesuch nicht zögern. Womöglich handelt es sich bei der vermeintlichen Gehirnerschütterung um ein ernsteres Leiden, das diagnostiziert und korrekt behandelt werden sollte.

Eine Gehirnerschütterung nicht auf die leichte Schulter nehmen

Selbst wenn ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma nur wenige Beschwerden bereitet, handelt es sich dabei generell um eine Verletzung des Gehirns. Deswegen sollte man seinem Körper Erholung gönnen und ein paar Tage Bettruhe genießen. Wer die Gehirnerschütterung nicht angemessen auskuriert, erhöht das Risiko, dass sich ein sogenanntes postkommotionelles Syndrom entwickelt. Hierbei handelt es sich um eine Störung, die dieselben Symptome wie eine Gehirnerschütterung vorweist, aber deutlich länger andauert. In den meisten Fällen ist eine Gehirnerschütterung nach 7 bis 10 Tagen überstanden. Das postkommotionelle Syndrom verlangt die doppelte Heilungsdauer, in Einzelfällen kann sich die Regeneration sogar über Monate oder Jahre hinziehen, bis die Patienten wieder ein beschwerdefreies Leben führen können. Wer dagegen direkt zum Arzt geht, die Therapiemaßnahmen ernst nimmt und verfolgt, ist im Normalfall nach wenigen Tagen wieder voll einsatzfähig.



Letzte Aktualisierung am 02.10.2017.
War dieser Artikel hilfreich?

Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Gehirnerschütterung

?
gehirnerschuetterung ?   Offene Frage
fragt rhiannon   vor ~ 1 Jahr  405

Mir ist am Mittwoch mein Sohns fahrrad, vom garagendach, auf dem kopf gefallen. Der mittelbalken ist mir auf die Kopf Mitte und auch über die ... mehr

?
Muss man zum Arzt?   Offene Frage
fragt Ladydaina   vor > 4 Jahre  616

Hallo.
Meine Cousine ist gestern SEHR HEFTIG den Kopf auf den Küchentisch auf geschlagen. Jetzt klagt sie über starke Kopfschmerzen, Schwindel und ... mehr

?
fragt Monaliza   vor > 6 Jahre  949

ich wollte fragen wann der hund essen kann er ist 4 jahre alt und ein mini-pincher. ist von 1,50m gefallen hat innere blutungen und hirntrauma waren ... mehr

Alle Beiträge anzeigen: Nerven - Neurologie » Gehirnerschütterung

Stellen Sie Ihre Frage

Haben Sie bereits ein Benutzerkonto? Anmelden (Login)
Bitte wählen Sie ein passendes Forum aus.
Bitte geben Sie einen Titel für Ihre Frage oder Anmerkung ein.


Ja, ich möchte Antworten per E-Mail erhalten

Ich stimme den Nutzungsbedingungen und den Datenschutzbestimmungen zu.

Arztsuche

Ärzte
Dr. W. Hauck
Orthopäde
in 66849 Landstuhl
Portrait Dr. med. Hubert Klauser, Hand- und Fußzentrum Berlin, Berlin, Orthopäde Dr. H. Klauser
Orthopäde
in 10629 Berlin
Portrait Prof. Dr. med. Christoph Alexander Lill, OrthoCenter Professor Lill, München, Orthopäde Prof. Dr. C. Lill
Orthopäde
in 80539 München
Alle anzeigen Zufall