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Gehirnerschütterung, Schädel-Hirn-Trauma, Commotio cerebri

Eine Gehirnerschütterung ist meist Folge eines Unfalls...

Definition

Das Schädel-Hirn-Trauma ist eine durch eine äußere Einwirkung, zum Beispiel einem Unfall,  entstandene Schädigung des Gehirns. Es wird in drei Schweregrade, leicht, mittel und schwer, eingeteilt, wobei das leichte Schädel-Hirn-Trauma die eigentliche Gehirnerschütterung darstellt. Gekennzeichnet ist ein Schädel-Hirn-Trauma durch nach einem Unfall mit Kopfbeteiligung auftretende Übelkeit, Bewusstlosigkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Eingeteilt in die Schweregrade wird das Schädel-Hirn-Trauma aktuell nach der Glasgow Coma Scale, die mit einem Punktegrad den Bewusstseinsstatus des Patienten misst.

Ursachen einer Gehirnerschütterung

Die Ursache eines Schädel-Hirn-Traumas ist ein Unfall mit Beteiligung des Kopfes, wie Stürze, vor allem im Straßenverkehr ohne Helm, aber auch im Sport oder starkes Anschlagen des Kopfes.

Das Gehirn wird im Inneren des Schädels durch die weiche und die harte Hirnhaut mit dem Schädel verbunden und „schwimmt“ im Gehirnwasser. Kommt es zu einem starken Anschlagen des Kopfes, so bewegt sich das Gehirn im Schädel einmal mit und einmal gegen die Anschlagrichtung. Dabei kann es an den Anschlagpunkten zu einer Gehirnprellung kommen. Auf jeden Fall kommt es zu einer Dehnung der Hirnhäute, die Kopfschmerzen, Übelkeit und eventuell auch Erbrechen auslösen kann.

Symptome bei einem Schädel-Hirn-Trauma

Die Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas sind je nach Schweregrad etwas unterschiedlich. Man teilt das Schädel-Hirn-Trauma aktuell nach der Glasgow Coma Scale ein. Diese Skala macht anhand folgender Punkte eine Aussage über den Bewusstseinszustand eines Patienten:
  • Augenöffnen
  • Beine/Arme bewegen
  • Reaktion auf Ansprache
  • Reaktion auf Schmerzreiz
  • Dabei können von 3 bis 15 Punkte erreicht werden. Das Schädel-Hirn-Trauma wird anhand dieser Punkte folgendermaßen eingeteilt:
  • Leichtes Schädel-Hirn-Trauma – Gehirnerschütterung oder commotio cerebri
  • Glasgow Coma Scale: 13 – 15 Punkte
  • Keine Bewusstlosigkeit oder max. 15 Minuten Bewusstlosigkeit, Übelkeit, kurze retrograde Amnesie (Vergessen, was kurz vor dem Unfall geschah)
  • Mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma – Gehirnprellung oder contusio cerebri
  • Glasgow Coma Scale 9 – 12 Punkte
  • Bewusstlosigkeit länger als 15 Minuten, Übelkeit, Erbrechen, retrograde Amnesie
  • Schweres Schädel-Hirn-Trauma – Gehirnquetschung oder compressio cerebri
  • Glasgow Coma Scale 3 – 8 Punkte
  • Bewusstlosigkeit länger als 30 Minuten, Blutung oder Ödem (Wasseransammlung) des Gehirns, dadurch schwere Bewusstseinstörungen bis hin zu Koma oder Tod.
  • Symptome, die bei allen Schweregraden auftreten können, teilweise auch nach symptomfreier Zeit (Latenzzeit) sind:
  • Bewusstlosigkeit, Bewusstseinsstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel, Gleichgewichtsstörungen
  • Ungleiche Pupillen, Schielen
  • Erinnerungsschwierigkeiten, Vergesslichkeit (Amnesie)

Diagnose einer Gehirnerschütterung

Die Diagnose wird anhand der Anamnese (Bericht des Patienten selbst oder eines Unfallzeugen) und des klinischen Bildes des Patienten gestellt. Wichtig dabei ist der Unfallhergang mit Kopfbeteiligung. Die Glasgow Coma Scale Einteilung übernimmt normalerweise der Notarzt vor Ort, wenn es sich um ein mittelschweres oder schweres Schädel-Hirn-Trauma handelt. Wichtig ist eine genaue Untersuchung des Patienten, wobei auf Zeichen der Gehirnverletzung geachtet werden muss, zum Beispiel ungleiche Pupillen oder Austritt von Gehirnwasser. Auf jeden Fall muss ein Röntgenbild des Schädels angefertigt werden, bei einem schwereren Schädel-Hirn-Trauma auch ein CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) des Gehirns.

Differenzialdiagnose

Bei bewusstlosen Patienten kommen mehrere Differentialdiagnosen in Betracht, vor allem wenn keine Kopfverletzung sicher bemerkt werden kann. Dazu gehören zum Beispiel Stoffwechselstörungen, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch, Unfallfolgen anderer Art, Unterkühlung, Hitzschlag (auch mit Erbrechen) und viele andere Diagnosen.

Therapie der Gehirnerschütterung

Die Therapie des Schädel-Hirn-Traumas gestaltet sich je nach Schweregrad. Auf jeden Fall muss der Patient mindestens 24 Stunden stationär beobachtet werden, da manche Symptome sich erst im Laufe der Zeit entwickeln und zu Komplikationen führen können.

Leichtes Schädel-Hirn-Trauma

Bei der Gehirnerschütterung reicht eine Beobachtung mit Bettruhe meist aus. Wenn nötig können die Symptome wie Übelkeit oder Kopfschmerzen medikamentös behandelt werden.

Mittelschweres und schweres Schädel-Hirn-Trauma

Bei dem mittelschweren und dem schweren Schädel-Hirn-Trauma muss je nach vorherrschender Symptomatik behandelt werden, wichtig ist eine genaue Überwachung des Patienten, eventuell auch auf Intensivstation, Senkung des Hirndrucks bei Platz fordernden Prozessen, zum Beispiel Blutungen oder Ödemen. Eventuelle auch künstliche Beatmung oder operative Therapie.

Prognose

Auch die Prognose des Schädel-Hirn-Traumas hängt von dem Schweregrad ab. Eine Gehirnerschütterung heilt innerhalb von bis zu 10 Tagen normalerweise folgenlos aus. Bei Gehirnprellungen und Gehirnquetschungen kann es auch zu bleibenden Folgeschäden kommen, die von der Lokalisation der hauptsächlich betroffenen Hirnregion abhängen. Es kann zum Beispiel zu bleibenden Bewusstseinsstörungen oder Wesensveränderungen kommen.

Hinweise für Patienten

Bei dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung oder einem schwereren Schädel-Hirn-Trauma ist es wichtig, den Patienten in eine Klinik zu bringen. Die Symptome zeigen sich häufig nicht direkt nach dem Unfall, sondern treten mit einiger Zeit Verzögerung auf. Bei Bewusstseinsstörungen, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen nach einer Gewalteinwirkung auf den Schädel sollte auf jeden Fall sofort ein Arzt aufgesucht werden


Letzte Aktualisierung am 07.05.2010.

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