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Wann weisen Blutwerte auf eine Schilddrüsenentzündung hin?

Lesezeit: 4 Min.

Mehrere Werte im Blutbild sind für die Diagnose wichtig

Durch eine Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis) kommt es nicht immer zu direkten Symptomen. Die Art der Symptome hängt zumeist davon ab, ob bei einem Patienten eine akute, subakute oder chronische Thyreoiditis vorliegt. Schmerzen im Bereich der Schilddrüse treten beispielsweise zumeist nur bei einer akuten Thyreoiditis auf. Eine subakute und chronische Thyreoiditis verläuft schmerzfrei. Diese beiden Arten der Thyreoiditis zeigen sich daher in der Regel erst, wenn der Patient unter den Symptomen eine Schilddrüsenüberfunktion oder -unterfunktion leidet.

Kombinierte Blutuntersuchungen beim Verdacht auf eine Thyreoiditis

Beim Verdacht auf eine Thyreoiditis nehmen die Ärzte kombinierte Blutuntersuchungen vor. Mit deren Hilfe kann festgestellt werden, ob ein Patient unter einer Schilddrüsenentzündung leidet. In erster Linie ist hierbei die Konzentration bestimmter Schilddrüsenhormone im Blutbild wichtig. Hierdurch kann ein Arzt erkennen, ob beim Patienten eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt. Zudem wird im Blutbild der TSH-Wert ermittelt, wodurch der Arzt Rückschlüsse auf die Ursache einer Schilddrüsenfehlfunktion zieht. Liegt ein Verdacht für eine chronische Hashimoto-Thyreoiditis vor, wird im Blutbild zudem nach speziellen Antikörpern gesucht.

Die Konzentration von Schilddrüsenhormonen im Blutbild

Deuten die Symptome des Patienten auf eine Schilddrüsenüberfunktion oder -unterfunktion hin, muss die Konzentration von Schilddrüsenhormonen im Blut ermittelt werden. Hierfür ist die Konzentration der Hormone T3 und T4 im Blut von Bedeutung. Anhand der Konzentrationswerte im Blutbild kann der Arzt erkennen, ob die Schilddrüse eine zu geringe oder zu hohe Menge dieser Hormone produziert. Hierbei richten sich die Ärzte nach bestimmten Regelbereichen. Liegen die Werte innerhalb dieser Regelbereiche, gilt die Funktion der Schilddrüse als normal. Dies sagt jedoch noch nichts über eine mögliche Schilddrüsenentzündung aus. Liegen die Werte über oder unter dem Regelbereich, so erkennt der Arzt im Blutbild eine Funktionsstörung der Schilddrüse. Der Mediziner kann aus dem Blutbild Folgendes schließen:

Wie bereits erwähnt, ist auch der TSH-Wert im Blutbild von Wichtigkeit. Dieser Blutwert gibt Auskunft über die Ursache der Schilddrüsenfunktionsstörung.

Der TSH-Wert – was ist das?

Die Bezeichnung TSH steht für ein Hormon, welches von der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) produziert wird. TSH ist die Abkürzung für Thyreoidea-stimulierendes Hormon, ein weiterer Name ist Thyreotropin. Die Aufgabe dieses Hormons ist es, die Produktion und Ausschüttung von den Schilddrüsenhormonen T3 und T4 zu regulieren. Die Hypophyse ist in der Lage, die Konzentration von T3 und T4 im Blut zu „messen“, und schüttet entsprechend des Hormonspiegels im Blut das TSH aus.

Liegt eine Überfunktion der Schilddrüse vor, so produziert das Organ zu viele Schilddrüsenhormone. In diesem Fall zeigt das Blutbild des Patienten einen niedrigen TSH-Wert an. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist der TSH-Wert im Blutbild entsprechend höher. Der Körper versucht durch die vermehrte Ausschüttung von TSH die Schilddrüsenhormonproduktion anzuregen.

Die Referenzbereiche für den Bluttest

Die Ärzte orientieren sich bei der Analyse des Blutbildes an den sogenannten Referenzbereichen. Hierbei handelt es sich vereinfacht gesagt um Normalbereiche der Werte. Der klare Vorteil der TSH-Werte bei Schilddrüsenerkrankungen ist, dass diese Werte eine Funktionsstörung auch dann anzeigen können, wenn die T3- und T4-Werte noch innerhalb des Referenzbereichs liegen. Die Referenzbereiche für T3, T4 und TSH sind:

  • T3 gesamt: 0,8 bis 2 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter)
  • T3 frei (fT3): 2 bis 6 pg/ml (Picogramm pro Milliliter)
  • T4 gesamt: 53 bis 126 ng/ml
  • T4 frei (fT4): 20 bis 50 pg/ml
  • TSH: 0,4 bis 4,5 µU/ml (Mikro-Einheiten/Mikro-Units pro Milliliter)

Nur eine kleine Menge der Schilddrüsenhormone im Blut ist nicht an Bluteiweiße gebunden und kann auf die Organe im Körper wirken. Diese freien Schilddrüsenhormone werden als fT3 und fT4 bezeichnet. Für die Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Blutbild sind diese freien T-Hormone von hoher Wichtigkeit. T4 wird im Blut zu T3 umgewandelt und daher sind bei einer Störung der Schilddrüse meist beide Werte außerhalb des Referenzbereichs. Es kann jedoch vorkommen, dass nur einer dieser beiden Werte auffällig ist. Daher ist der TSH-Wert so wichtig für die Diagnose.

Wann deuten fT-Werte auf eine Thyreoiditis hin?

Der Verdacht auf eine Schilddrüsenentzündung besteht dann, wenn die außerhalb des Referenzbereichs liegen. Die Ärzte schließen aus diesen Werten auf Informationen über den Zustand des Organs.

  • Hohe fT3 und fT4-Werte: es liegt eine Schilddrüsenüberfunktion vor. Diese kann beispielsweise durch Morbus Basedow ausgelöst werden. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung: Der Körper produziert Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe. Im weiteren Verlauf kann sich die Schilddrüse durch die Zerstörung des Gewebes chronisch entzünden (Hashimoto-Thyreoiditis).
  • Niedrige fT3- und fT4-Werte: es liegt eine Schilddrüsenunterfunktion vor. Diese Unterfunktion kann durch eine Hashimoto-Thyreoiditis entstehen. Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Schilddrüsenentzündung und die Folge einer Autoimmunerkrankung. Die Schilddrüse hat sich durch die Zerstörung des Gewebes durch die Antikörper chronisch entzündet.

Wann deutet der TSH-Wert auf eine Thyreoiditis hin?

Der TSH-Wert gibt ebenfalls indirekt Auskunft über eine mögliche Schilddrüsenentzündung. Folgende Schlüsse können aus dem TSH-Wert gezogen werden:

  • TSH-Wert zu niedrig: primäre Schilddrüsenüberfunktion, sekundäre Schilddrüsenunterfunktion. Dieser Wert deutet eventuell auf Morbus Basedow oder auf eine Schilddrüsenentzündung im Frühstadium hin.
  • TSH-Wert zu hoch: primäre Schilddrüsenunterfunktion, sekundäre Schilddrüsenüberfunktion. Dieser Wert deutet eventuell auf eine fortgeschrittene Schilddrüsenentzündung hin.

Für eine sichere Diagnose ist es wichtig, im nächsten Schritt nach Antikörpern im Blut zu suchen. Hiedurch wird in Kombination mit den oben gezeigten Werten ermittelt, ob eine Schilddrüsenentzündung aufgrund einer Autoimmunerkrankung vorliegt.

Schilddrüsen-Antikörper im Blutbild

Im Rahmen dieser Blutuntersuchung wird das Blut des Patienten auf ganz spezielle Antikörper hin getestet. Diese Tests beziehen sich auf Antikörper, die gegen das Gewebe der Schilddrüse wirksam sind. Diese Antikörper sind:

  • Thyreoperoxidase-Antikörper
  • Thyreoglobulin-Antikörper
  • TSH-Rezeptor-Antikörper

Werden diese Antikörper im Blut nachgewiesen, so untermauern die Werte im Blutbild den Verdacht auf eine Hashimoto-Thyreoiditis. Stehen bezüglich der Schilddrüsenentzündung nach der Blutuntersuchung generell noch Zweifel im Raum, können diese vom Arzt mithilfe bildgebender Diagnoseverfahren und durch eine Gewebeuntersuchung beseitigt werden.



Letzte Aktualisierung am 07.09.2017.
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Schilddrüsenentzündung

 
sagt sila14   vor > 5 Jahre  1208

Hallo, das Problem hat auch mein Onkel. Geht schon Wochen so... Er hat sich jetzt auf Allergien untersuchen lassen, es wurde aber nichts gefunden. Die ... mehr

?
fragt moniliz40   vor > 7 Jahre  1046

Mein tsh wert beträgt im moment 0,33 muß ich irgendetwas einnehmen ....habe bis jetzt nichts eingenommen habe eine latente ... mehr

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