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Was ist eine kalte Lungenentzündung?

Lesezeit: 2 Min.

Gedämpfte Symptome, kein Fieber - trotzdem eine ernsthafte Erkrankung: Die kalte Lungenentzündung

Bei einer Lungenentzündung werden durch eine Infektion entweder das Lungengewebe oder die Lungenbläschen angegriffen. Eine Entzündung setzt ein. Dies erschwert den Gasaustausch in der Lunge und damit die Sauerstoff-Zufuhr. Die klassischen Symptome einer Pneumonie ähneln zunächst denen einer Bronchitis oder Grippe. Schon hier fällt oft auch einem erfahrenen Mediziner eine Diagnose auf den ersten Blick schwer.

Die kalte Lungenentzündung ist nicht mit dem üblichen, ansteigenden Fieber verbunden – das erschwert die Diagnose. Viele Patienten fühlen sich ermattet und leiden unter hartnäckigem Husten. Eine übliche, aber veraltete Denkweise bezeichnet Erkältungen ohne Fieber als „eingebildet“ oder harmlos. Das führt dazu, dass Betroffene nicht zum Arzt gehen und sich nicht schonen. Ein fataler Fehler, auch bei einer schwereren Grippe oder Bronchitis.

Fieber ist eine natürliche Verteidigungsform des Organismus. Im Zusammenhang mit Infektionen und Entzündungen sorgt es für die optimale Arbeits-Temperatur für Makrophagen, Lymphozyten und andere Immun-Zellen. Diese arbeiten zwischen 38 und 41 Grad Celsius besonders effektiv. Fehlt das Fieber, benötigt der Organismus länger, um schädliche Eindringlinge wirkungsvoll zu bekämpfen. Umso wichtiger ist die Unterstützung von außen: Ruhe, Schonung, Medikamente. Wird eine kalte Pneumonie verschleppt, drohen ähnliche Komplikationen wie beim Auftreten aller klassischen Symptome mit Fieber.

Erkennbar ist die Lungenentzündung auch beim Ausblieben von Fieber an den folgenden Symptomen:

  • hartnäckiger trockener oder Husten mit gelb, rötlich oder braun getöntem Auswurf
  •  vor allem bei Kindern sehr starker Husten, der sogar zu Erbrechen führen kann
  • typische rasselnde Atemgeräusche, die der Arzt beim Abhören feststellen kann
  • Gliederschmerzen – ähnlich wie bei einer Grippe
  • Schmerzen in der Brust oder auch im Rücken
  • allgemeines Unwohlsein, Mattigkeit
  • Schweißausbrüche oder Frösteln ohne offensichtliche Ursache
  • zunehmende Beschwerden beim Atmen, Schmerzen beim Einatmen und dem damit verbundenen Dehnen der Lunge
  • auffallende Kurzatmigkeit bei der geringsten Anstrengung

Treten diese Anzeichen auf, sind ärztliche Hilfe und eine entsprechende Therapie angezeigt. Zuvor muss die Ursache ermittelt werden. Ob Bakterien, Viren oder Pilzsporen die Infektion ausgelöst haben: Auch eine kalte Lungenentzündung ist bereits im Anfangsstadium ansteckend. Das Risiko ist besonders für Kleinkinder, Senioren oder Menschen mit angeschlagenem Immunsystem hoch.

Die kalte Lungenentzündung unterscheidet sich bei der Therapie nicht von der Pneumonie mit klassischen Symptomen: Alle Maßnahmen, die Husten, Rippen- und Rückenschmerzen und die Entzündungssymptome in der Lunge lindern, finden auch hier Anwendung. Häufig sind Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) die „Schuldigen“ Dann ist die Einnahme von Antibiotika notwendig.

  • Konsequente Schonung und Bettruhe
  • Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
  • Vitamine
  • Schleimlösende Einreibungen oder Brustwickel

unterstützen den Einsatz der Medikamente im akuten Stadium. Bessern sich die Symptome, können leichte Bewegung an der frischen Luft, Atem- und Streckübungen helfen, die Lungenfunktion weiter zu verbessern.



B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 05.06.2017
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Lungenentzündung

 
medikamente?   1 Antworten   Letzte Antwort
sagt thomas97   vor > 5 Jahre  1386

Bei Lungenentzündungen ist das so eine Sache. Medikamente dienen in erster Linie dazu, eine Infektion mit Bakterien, Pilzen oder Parasiten ... mehr

?
Lungenkrebs   Offene Frage
fragt alices   vor > 5 Jahre  1111

Mein Mann hat seit 2 Jahren Lungenkrebs. Nach mehreren Chemos und Bestrahlungen bekommt er im 3 Wochenzyklus Antikörper. AZ mal gut mal schlecht. ... mehr

 
sagt henrieta   vor > 6 Jahre  4231

Mir geht es genauso. Hab zuerst gedacht das wenig Fieber kann ich zu Hause auch therapieren, wie immer halt damit kein Krankenstand stattfindet. Nach ... mehr

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