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Sputum-Untersuchung

Was ist eine Sputum-Untersuchung?

Sputum ist die Bezeichnung für das Sekret, das sich in den Bronchien befindet. Es wird nach außen befördert, indem es ausgehustet wird. Im Sputum kann es zu Veränderungen kommen, insbesondere bei Krankheiten wie Bronchitis, Lungenentzündung oder Lungenkrebs (Bronchialkarzinom). Deshalb kann bei solchen Erkrankungen oder bei entsprechenden Beschwerden eine Sputum-Untersuchung durchgeführt werden. Dazu wird eine Sputumprobe des Patienten in ein Labor gegeben, um es dort auf Krankheitskeime, Zellen und andere Parameter zu untersuchen. Eine weitere, jedoch nicht ganz richtige Bezeichnung für die Sputum-Untersuchung ist Speicheluntersuchung.

Die Sputum-Untersuchung - wann wird sie durchgeführt?

Eine Sputum-Untersuchung, also eine Analyse des Sekrets der Bronchien, dient oft dazu, eine Ursache für Symptome wie Husten zu finden. Ebenso kann das Sputum aber auch zur Kontrolle bei schon bekannten Krankheitsbildern untersucht werden.

Entzündungen wie eine Lungenentzündung (Pneumonie), Entzündungsherde in der Lunge oder eine Bronchitis (Bronchien-Entzündung) können auf den auslösenden Erreger hin untersucht werden. Es kann sich um Bakterien (auch z. B. Tuberkulose), Pilze oder Viren handeln.

Eine Untersuchung des Sputums kann auch zur Feststellung von Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) gemacht werden. Bisweilen erfolgt die Untersuchung daher, wenn es Hinweise auf einen Lungenkrebs gibt oder wenn eine Früherkennung auf die Krankheit erfolgen soll (Screening). Letzteres kann z. B. bei Rauchern oder bei Arbeitern mit Asbestkontakt vorgenommen werden.

Auch Hinweise auf weitere Krankheiten können sich durch eine Sputum-Untersuchung ergeben. Veränderungen im Sputum können z. B. vorkommen bei Asthma, Lungenembolie (Gefäßverschluss in der Lunge), Bronchiektasen (unnatürlich erweiterte Bronchien) sowie bei Fremdkörpern.

Wie funktioniert eine Sputum-Untersuchung?

Es muss eine Sputumprobe vom Patienten abgegeben werden, damit eine Analyse des Sekrets im Labor erfolgen kann. Doch schon der behandelnde Arzt kann anhand des Aussehens des Sputums abschätzen, ob gewisse Krankheiten vorhanden sein könnten. Es folgt dann die gründliche Laboruntersuchung. Kernbestandteil ist die Mikroskopie des Sputums, wozu es auch mit Spezialmethoden gefärbt wird. Unter der Vergrößerung können Mikroorganismen und Zellen gesehen werden. Sollte ein Infektionsverdacht vorhanden sein, so kann eine Bakterienkultur beziehungsweise Erregeranzucht versucht werden. Es können noch andere Untersuchungen im Labor vorgenommen werden. Dazu gehört z. B. die so genannte Polymerasen-Kettenreaktion (PCR).

Worauf muss der Patient vor der Untersuchung achten?

Bevor der Patient sein Sputum abgibt, muss er in aller Regel seine Zähne putzen und eine Spülung des Mundraums mit klarem Wasser vornehmen. Der beste Zeitpunkt für die Abgabe der Sputumprobe ist der frühe Morgen, möglichst sollte das erste Sputum nach der Nachtruhe gewonnen werden. Es ist wichtig für den Patienten, zu wissen, dass Sputum das Sekret der Bronchien ist und eine reine Speichelprobe nicht genügt.

Bei einer Sputum-Untersuchung zur Früherkennung von Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) übernehmen die Krankenkassen normalerweise nicht die Bezahlung. Auch sollte sich der Patient erkundigen, ob die Untersuchung gerechtfertigt ist, denn das Ergebnis ist nicht immer sicher zu beurteilen.

Der Untersuchungsablauf

Nachdem sich der Patient die Zähne geputzt hat und den Mund gespült hat, muss er tief ein- und ausatmen und dann den Schleim aus den Bronchien abhusten. Funktioniert dies nicht auf Anhieb, kann das Inhalieren einer salzigen Flüssigkeit oder die Einnahme eines schleimlösenden Mittels helfen. Der Patient gibt das Sputum in ein verschließbares Gefäß. Das Gefäß wird dem Arzt überreicht, der es dann in das Labor schickt. Dort erfolgt die eingehende Sputum-Untersuchung mit den oben besprochenen Verfahren.

Mögliche Komplikationen bei der Sputum-Untersuchung

Es ist ungefährlich, als Patient Sputum zur Untersuchung abzugeben.

Alternative oder ergänzende Untersuchungen

Eine Probeentnahme von Sputum ist auch im Rahmen einer Bronchienspiegelung (Bronchoskopie) möglich. Es erfolgt dann auch eine Sputum-Untersuchung im Labor. Bei Lungen- und Bronchialkrankheiten gibt es auch viele weitere Untersuchungen, die durchgeführt werden können. Es können unter anderem eine körperliche Untersuchung, eine Abhorchung der Atemgeräusche, eine Blutprobe, eine Bronchoskopie (Bronchienspiegelung) und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen oder Computertomographie (CT) angezeigt sein.



V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

verfasst am 19.07.2009, aktualisiert am 23.07.2010.
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