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Metapneumovirus

Lesezeit: 1 Min.

Der Metapneumovirus kann Atemwegserkrankungen hervorrufen

Der als humanes Metapneumovirus (HMPV) klassizierte Erreger wurde 2001 in der Niederlanden isoliert.

Inhaltsverzeichnis

Molekulargenetische Untersuchungen weisen HMPV als Vertreter der Familie der Paramyxoviridae aus. Aufgrund seroepidemiologischer Untersuchungen sowie Virusisolierungen gilt inzwischen als sicher, dass HMPV ein weltweit, ubiquitär vorkommender Erreger von Erkrankungen der Atemwege ist.

Neben den bekannten Viren, die Atemwegserkrankungen verursachen, z. B. Influenza A- und B-Virus, Parainfluenzavirus Typ 1 bis 3, respiratorische Syncytialvirus (RSV), Rhinoviren und Coronaviren, geht man inzwischen davon aus, dass HMPV für 7 Prozent dieser Infektionen verantwortlich sein dürfte.

Trotz seiner Bedeutung als Erreger von Atemwegserkrankungen, insbesondere als Ursache einer akuten Bronchitis, findet diese Infektion in der ambulanten Medizin in Deutschland bisher kaum Beachtung. Bei der klinischen Symptomatik ähnelt HMPV der Infektion durch RSV.

Symptome einer Metapneumovirus-Infektion

Das klinische Spektrum der HMPV-Infektion reicht dabei von einer leichten Atemwegsaffektion bis hin zu starkem Husten, Rhinorrhoe, Bronchitis, Bronchiolitis, Pneumonie (Lungenentzündung), Dyspnoe (Atemnot), Tachypnoe, hohem Fieber, Myalgien (Muskelschmerzen) und Erbrechen. Über Verläufe mit Beatmungspflichtigkeit wurde berichtet.

Erkrankungen mit Todesfolge wurden bei immungeschwächten Patienten beobachtet. Über Komplikationen, die neben der Lunge auch andere Organe betreffen, ist bisher nichts bekannt.

Ebenso liegen derzeit keine Untersuchungen vor, die etwaige sekundäre bakterielle Komplikationen belegen oder ausschließen können. Für Patienten mit chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (z.B. Asthma) kann die Metapneumovirus-Infektion das Befinden vorübergehend negativ beeinflussen.

Therapie von Metapneumovirus-Infektionen 

Die Therapie erfolgt symptomatisch und supportiv. Eine intensivmedizinische Betreuung kann bei diversen Vorerkrankungen notwendig sein.

Der Erkrankungsgipfel der Infektion scheint aufgrund seroepidemiologischer Untersuchungen im Kindesalter zu liegen, jedoch sind auch Infektionen im Erwachsenenalter möglich. Bis zum 5. Lebensjahr beträgt die Durchseuchung bereits über 95 Prozent.

Eine einmal durchgemachte Infektion führt nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu einer bleibenden Immunität, so dass Reinfektionen bereits in der nächsten Wintersaison möglich sind.

Über die Pathophysiologie der HMPV-Infektion ist noch wenig bekannt. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Über den Grad der Infektiosität Erkrankter ist bislang wenig bekannt. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Virus primär die Atemwegsepithelien befällt und sich dort vermehrt.

Diagnose des Metapneumovirus 

Der Nachweis von Metapneumovirus erfolgt aus Rachen- bzw. Nasenabstrichen oder Rachenspülwasser durch Anzüchtung in Zellkultur. Auch mittels Nukleinsäureamplifikationsmethoden lässt sich der Erreger in diesen Untersuchungsmaterialien nachweisen. Für die Bestimmung spezifischer Antikörper stehen serologische Tests in spezialisierten Labors zur Verfügung.

Letzte Aktualisierung am 23.06.2016.
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