Nach einer Meldung der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) wurde in Kalifornien und Hawaii bei steigenden Fallzahlen zugleich eine zunehmende Resistenz von Neisseria gonorrhoeae gegen Fluorochinolone (häufig dafür eingesetzte Antibiotika) beobachtet. Dieser Anstieg betraf nicht nur homo-, sondern auch heterosexuelle Männer. Als wichtiger Risikofaktor erwiesen sich dabei insbesondere Reisen nach Asien.
Auch beim Geburtsvorgang kann es zur Infektion des Neugeborenen kommen. Die Gonorrhö (Tripper) gilt als sehr ansteckend. So infizieren sich 20 bis 35% der Männer bei einem einmaligen Sexualkontakt mit einer Frau. Dem gegenüber stecken sich 60 bis 90% der Frauen bei nur einmaligen heterosexuellen Sexualverkehr an. Durch Safer Sex mit der richtigen Anwendung eines Kondoms wird das Risiko der Ansteckung deutlich herabgesetzt.
Unbehandelt kann es im weiteren Verlauf zu einer Entzündung von Eileiter und Eierstock (Adnexitis und Salpingitis), Bauchfellentzündung (Peritonitis), akuter Entzündung des kleinen Beckens sowie zu einer Dyspareunie (schmerzhafte sexuelle Funktionsstörung) kommen. Die Frau kann unfruchtbar werden oder unfähig, eine Schwangerschaft auszutragen.
Beim Mann stehen insbesondere die Schleimhautentzündung der Harnröhre (Urethritis) und die erschwerte, schmerzhafte Harnentleerung (Dysurie) im Vordergrund. Allerdings sind 15 bis 30% der akuten Infektionen ohne Symptome. Sowohl Frauen als auch Männer können also auch andere Menschen anstecken, ohne selbst etwas von ihrer eigenen Infektion zu wissen.
Unbehandelt kann es in der Folge zur Entzündung des Nebenhodens (Epididymitis), Entzündung der Prostata (Prostatitis) und Entzündung der Blase (Vesikulitis) kommen.
In den meisten Fällen verläuft ein Tripper am After (rektale Gonorrhoe), welcher nicht unbedingt Folge von Analverkehr sein muss, symptomlos. Ohne antibiotische Behandlung kann es zu einer verstreuten (disseminierten) Gonokokken-Infektion kommen, die sich durch Gelenkentzündungen (Polyarthritis), Fieber und typische Hauterscheinungen bemerkbar macht.
Eine Sonderform dieser ausgebreiteten (generalisierten) Infektion stellt der vereinzelte Befall von Gelenken dar. Meist ist hierbei das Kniegelenk betroffen (Monarthritis gonorrhoica).
Weitere mögliche Komplikationen sind die Perihepatitis (eine Entzündung an der Leber), Iridozyklitis (Entzündung im Auge), Pankarditis (Entzündung am Herzen), Meningitis (Hirnhautentzündung) sowie Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung).
Als neuere Erregernachweismethode gilt der NAT (Nukleinsäureamplifikationstest). Der Nachweis von Antikörpern (Serologie) ist bei der Diagnosestellung von Gonorrhoe hingegen ohne Belang.
Ebenso wird eine Resistenz der Erreger gegen Antibiotika aus der Tetrazyklin-Gruppe weltweit beobachtet. Seit einigen Jahren werden in Südostasien, insbesondere Thailand, zunehmend Stämme der Gonokokken nachgewiesen, bei denen gleich mehrere Medikamente (Ofloxacin, Ciprofloxacin und Spectinomycin) unwirksam sind.
Derzeit werden zur Therapie von Gonorrhoe (Tripper) folgende Antibiotika empfohlen: Spectinomycin, Cephalosporine der 3. Generation und Chinolone der 2. Generation.
Gerade bei einem Verdacht, sich bei einer entsprechenden Reise infiziert zu haben, muss jedoch auch mit einem Versagen der Therapie gerechnet werden. Deshalb sollte 4 bis 7 Tage nach Therapieende unbedingt eine Bakterienkultur zur Kontrolle veranlasst werden, um so Therapieversager zu identifizieren.
Nicht vergessen werden sollte die Mitbehandlung des oder der Partner, um so genannte Ping-Pong-Infektionen zu verhindern. Da bei Gonorrhoe (Tripper) die Wahrscheinlichkeit einer gleichzeitigen HIV-Infektion statistisch erhöht ist, sollte vor allem nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr auch eine HIV-Infektion serologisch (durch Antikörper-Test) ausgeschlossen werden.