Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch Zecken übertragene meldepflichtige Virusinfektion. Das Risiko durch einen Zeckenstich mit FSME infiziert zu werden, ist jedoch in den endemischen Gebieten in Deutschland unterschiedlich hoch.
Aktuell unterscheidet man Endemie-, Risiko- und Hochrisikogebiete. In diesem Jahr (Stand: April 2006) werden für die Definition laut RobertKoch-Institut Daten aus den Jahren 1985 bis 2004 verwendet (insgesamt 2.242 Erkrankungsfälle).
Neueinstufungen als Risikogebiet erfolgen in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden der betroffenen Kreise und Länder. Im Jahr 2005 wurden insgesamt 432 FSME-Fälle gemeldet, die der gültigen Falldefinition des RKI entsprachen (zum Vergleich: 2004: 274 FSME-Fälle).
Von den Infektionsfällen im Jahr 2004 konnte bei 254 der Infektionsort zugeordnet werden. Von diesen hatten sich in Baden-Württemberg 122 (48,0%) der Fälle infiziert, in Bayern 99 (39%) und in Hessen 22 (9%). Die restlichen 4% der Fälle infizierten sich in Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen (jeweils 2 Fälle) sowie in Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Alle bisher als FSME-Risikogebiet ausgewiesenen Kreise bleiben weiterhin bestehen (Ausnahme der Landkreises (LK) Neuburg-Schrobenhausen). Dieser Landkreis war allein aufgrund von 4 im Jahr 1984 aufgetretenen FSME-Fällen als Risikogebiet eingestuft worden. Im Zeitraum 1985 bis 2004 trat nur in den Jahren 1985, 1986 und 1995 jeweils ein weiterer Fall in diesem Landkreis auf.
Neue FSME-Risikogebiete sind in Bayern der Landkreis Neu-Ulm, der Landkreis Schweinfurt, der Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge, der Stadtkreis (SK) Amberg, der SK Schwabach und der SK Würzburg; in Baden-Württemberg der SK Heidelberg; in Hessen der Landkreis Offenbach.
2004 traten erstmalig einzelne Fälle in Bundesländern auf, in denen autochthone Fälle bislang nicht beschrieben wurden: In Mecklenburg-Vorpommern ein Fall im LK Mecklenburg- Strelitz, in Brandenburg ein Fall im LK Uckermark, in Sachsen-Anhalt ein Fall im Ohre-Kreis und ein Fall im SK Halle (Saale).
Daher sollte auch in Gebieten, in denen die FSME nicht als endemisch gilt, bei entsprechender Symptomatik an diese Diagnose gedacht werden.
Als sicherster Schutz vor einer FSME gilt die aktive FSME-Impfung. In Deutschland sind zwei aktive Totimpfstoffe für Erwachsene seit Jahren im Einsatz. Auch für Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr sind Impfstoffe zweier Hersteller verfügbar. Die heute zugelassenen Impfstoffe zeichnen sich durch eine sehr gute Verträglichkeit wie auch eine hohe Immunogenität aus. Mit der Grundimmunisierung wird in über 99% eine wirksame Seroprotektion vor einer FSME aufgebaut. Impfungen werden bei Personen, die in Risikogebieten wohnen, von den Krankenkassen bezahlt. Weder für die Impfungen noch für die Impfberatung ist die Praxisgebühr zu entrichten. Die Zeitpunkte der notwendigen Auffrischimpfungen divergieren in Abhängigkeit des angewendeten Impfschemas.
Neben dem konventionellen Langzeitimpfschema stehen zwei Schnellimmunsierungsschemata zur Verfügung. Die Schnell-Immunisierungsschemata sind besonders für Personen aus Nichtendemiegebieten angeraten, die sich kurzfristig zu einer Reise in ein Risikogebiet entschlossen haben.