Youtube
Folgen Sie uns auf  

Aktinomykose - Strahlenpilz

Lesezeit: 2 Min.

Aktinomyzeten gehören zu normalen Mikroflora der Schleimhaut

Zu den Aktinomykosen, in Deutschland auch unter dem Begriff Strahlenpilz bekannt, werden eine Reihe verschiedenster klinischer Krankheitsbilder gerechnet, die durch Aktinomyzeten verursacht werden. Klinisch imponieren Aktinomykosen als subakute bis chronisch, granulomatös-eitrige Entzündungen.

Diese bakteriellen Infektionen kommen weltweit und ganzjährig vor. Aufgrund biochemischer Eigenschaften lassen sich bei den Aktinomyzeten zwei Gruppen unterscheiden. Hierbei können Aktinomyzeten mit fermentativem von den mit oxidativem Kohlenhydratstoffwechsel unterschieden werden. Wichtige Vertreter der Aktinomyzeten sind verschiedene Actinomyces-, Propionibacterium-, Arcanobacterium- sowie Bifidobacterium-Spezies.

Symptome einer Aktinomykose 

Aktinomyzeten gehören zur normalen Schleimhautoberflächenmikroflora des Menschen. Arcanobacterium- sowie Bifidobacterium-Spezies. Aktinomyzeten gehören zur normalen Schleimhautoberflächenmikroflora des Menschen.

Am häufigsten werden Aktinomykosen in Deutschland in der zervikofazialen Region diagnostiziert (Schulter-Nacken-Gesicht). Verursacht werden die zervikofazialen Aktinomykosen durch Zahnextraktionen (Zahnentfernungen), kariöse Läsionen (Stellen), Kieferfrakturen (Kieferbrüche), peridontale Abszesse (Eiteransammlungen), in die Mundschleimhaut eingedrungene Fremdkörper oder eitrige Tonsillen (Mandeln).

So kann beispielsweise eine Verletzung der Mundschleimhaut durch eine Fischgräte eine faziale Aktinomykose verursachen. Die zervikofazialen Aktinomykosen können akut oder chronisch verlaufen. Typisch sind Abszesse und Vernarbungen. Bei verspäteter Behandlung kann es zur Ausbreitung der Infektion und in der Folge zur Fistelbildung kommen.

Weitere Manifestationsorte von Aktinomykosen sind der Thorax (Brustkorb). Aktinomykosen der Lunge und des Brustraums sind meist die Folge von Aspirationen von Keimen aus der Mundhöhle in die Lunge.

Des weiteren kann eine thorakale Aktinomykose (Aktinomykose im Bereich des Brustkorbs) in Folge einer hämatogenen Ausbreitung entstehen. Klinisch äußert sich eine thorakale Aktinomykose durch einen Mediastinaltumor (Tumor im Mittelfell), bronchopulmonale oder tumorähnliche Infiltrate, eine nekrotisierende Lungenentzündung oder Lungenabszesse.

Aktinomykosen bei Intrauterinpessaren 

Infektionen des kleinen Beckens durch Aktinomyzeten gelten hingegen als selten. Allerdings wurde in den letzten Jahren wiederholt über Abszesse durch Aktinomyzeten, die mit liegenden Intrauterinpessaren assoziiert waren, berichtet. Zu Infektionen des kleinen Beckens kommt es meist nach Perforation der Darmwand, zum Beispiel bei chronisch-entzündlichen Veränderungen, sowie nach chirurgischen Behandlungen.

Als neuer Risikofaktor für Aktinomykosen gelten intrauterinen Pessare. Die Infektion erfolgt dabei über den im Zervikalkanal (Gebärmutterhals) liegenden Faden, der nicht selten mit einer aktinomykotischen Mischflora kolonisiert ist. Typischerweise bestehen bei den Frauen unspezifische Symptome wie vermehrter Fluor oder Menstruationsbeschwerden.

Ausgehend von der Kolonisation kann es zur invasiven Infektion des parametranen Bindegewebes, der Uterusmuskulatur (Muskulatur der Gebärmutter), der Adenexe (Eierstock und Eileiter), der Harnblasenwand sowie des Rektums kommen.

Weitere Aktinomykosen 

Als häufige, nicht-invasive Manifestation einer Aktinomykose gilt die Canaliculitis lacrimalis. Dabei finden sich typischerweise gelbliche bis bräunliche Konkremente innerhalb des Tränenkanals. Meist lässt sich hierbei bei Abstrichen Propionibacterium propionicum oder Actinomyces israelii anzüchten. Auch ein Befall des zentralen Nervensystems, der Haut sowie des Knochens sind bekannt. Allerdings sind diese klinischen Manifestationsformen sehr selten.

Diagnose einer Aktinomykose 

Der Erregernachweis erfolgt durch Anzüchtung oder mittels Nukleinsäureamplifikationstests. Auch mikroskopisch lassen sich die Keime einfach nachweisen. Als Untersuchungsmaterial eignet sich hierfür Eiter. Im gynäkologischen Fachgebiet wird diskutiert, ob bei asymptomatischen Frauen beim zufälligen Nachweis von Aktinomyzeten beim Pap-Abstrich ein Intrauterinpessar vorsorglich entfernt werden sollte.

Therapie einer Aktinomykose 

Als Mittel der Wahl zur Therapie einer Aktinomykose gelten Aminopenicilline in Kombination mit einem Betalaktamaseinhibitor, wie zum Beispiel Amoxicillin plus Clavulansäure oder Sulbactam, oder Piperacillin plus Tazobactam.

Meldepflicht 

Eine Meldepflicht besteht nach dem Infektionsschutzgesetz bei Aktinomymkosen nicht.



Letzte Aktualisierung am 23.05.2016.
War dieser Artikel hilfreich?

Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Aktinomykose (Strahlenpilz)

 
Aktinomykose   6 Antworten   Letzte Antwort
sagt Faraday   vor 9 Monate  333

Die richtigen Methoden zur erfolgreichen Behandlung einer Aktinomykose werden zum Beispiel auf der Seite 22 in der Dissertation von Stephan Dold ... mehr

Alle Beiträge anzeigen: Infektionen » Aktinomykose (Strahlenpilz)

Stellen Sie Ihre Frage

Haben Sie bereits ein Benutzerkonto? Anmelden (Login)
Bitte wählen Sie ein passendes Forum aus.
Bitte geben Sie einen Titel für Ihre Frage oder Anmerkung ein.


Ja, ich möchte Antworten per E-Mail erhalten

Ich stimme den Nutzungsbedingungen und den Datenschutzbestimmungen zu.

Arztsuche


15 Tipps zum Abnehmen
Mit diesen praktischen Tipps nimmst du ganz leicht ab! Hier gratis anfordern