Anzeige

Kipptischuntersuchung | Ohnmachtsanfall | Schwindel

Mit der Kipptischuntersuchung sollen Beschwerden wie Ohnmachtsanfall oder Schwindel untersucht werden

Definition

Bei Beschwerden wie beispielsweise Schwindel und Ohnmachtsanfällen (Synkope) ist es oft sinnvoll, eine Kipptischuntersuchung durchzuführen, um festzustellen, ob die Symptome durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder durch eine Fehlregulation der Gefäße verursacht worden sind.

Ursachen

Synkopen (kurze Bewusstseinsverluste) können durch mehrere krankhafte Vorgänge verursacht werden. Häufig sind vasovagale Synkopen, bei denen eine Gefäßfehlregulation vorliegt. Beim Aufrichten findet normalerweise eine Regulation mit Verengung der Blutgefäße in den unteren Körperregionen statt. Bei vasovagalen Synkopen werden die Gefäße in den Beinen jedoch nicht genug enggestellt, so dass das Blut in den Beinen „versackt“ und im Rest des Körpers ein geringerer Blutdruck als normal vorliegt. Ist dadurch eine zu starke Unterversorgung des Gehirns gegeben, so kommt es zur Bewusstlosigkeit.

Weitere Ursachen für Synkopen können unter anderem Herzerkrankungen (Herzschwäche) sein, Verminderungen des Blutvolumens oder auch Erkrankungen des Gehirns.

Symptome

Bei diesen durch Gefäßfehlregulation verursachten Synkopen kommt es insbesondere beim Aufrichten und Stehen zu Schwindel und Bewusstseinsverlusten. Des Weiteren können Übelkeit, Kopfschmerz und andere Symptome auftreten. In aller Regel kommt der Patient nach Sekunden bis Minuten wieder zu seinem Bewusstsein, sobald  er eine waagerechte Lage einnimmt. Es kann durch die plötzliche Ohnmacht zu Stürzen mit Verletzungen kommen.

Diagnose

Oft ergeben sich Hinweise auf die Gründe der Synkope schon aus der Befragung des Patienten (Anamnese). Daraufhin erfolgt eine körperliche Untersuchung, eine Blutuntersuchung und ein EKG (Elektrokardiogramm). Es werden Puls und Blutdruck nach einem Schema im Liegen und Stehen bestimmt (Schellong-Test). Um eine Gehirnveränderung als Ursache auszuschließen, kann ein CT (Computertomographie) oder ein MRT (Magnetresonanztomographie) sowie ein EEG (Elektroenzephalogramm, Messung der Gehirnströme) vorgenommen werden.

Differenzialdiagnose

Es können eine Vielzahl von Erkrankungen ursächlich sein für Synkopen. Die Kipptischuntersuchung ist eine der Methoden, mit der eine Unterscheidung verschiedener Ursachen gelingen kann.

Therapie

Konservative Therapie

Durch die Kipptischuntersuchung kann eine Kontrolle verschiedener Parameter bei unterschiedlicher Position des Körpers des Patienten erfolgen. Ein Arzt ist dabei immer anwesend, um bei eventuellen Problemen sofort eingreifen zu können. Die Untersuchung nimmt etwa 60 bis 90 Minuten Zeit in Anspruch und kann auch unter ambulanten Bedingungen vorgenommen werden.

Der Patient legt sich für die Untersuchung auf den so genannten Kipptisch. Dieser lässt sich von waagerechter bis zu senkrechter Position drehen. An den Tisch ist eine Fußplatte montiert, so dass der Patient beim Aufrichten steht. Um Verletzungen zu vermeiden, befinden sich Gurte auf dem Tisch. Für die Untersuchung wird ein Blutdruck- und ein EKG-Gerät angeschlossen. Oftmals wird dem Patienten ein Zugang zu einer Vene gelegt, um Infusionen einlaufen zu lassen.

Anfangs liegt der Patient auf dem Rücken, wobei für einige Zeit der Blutdruck und der Puls bestimmt werden. Wenn sich diese Werte eingependelt haben, kann der Patient in eine mehr oder weniger aufrechte Position gedreht (in einem Winkel von etwa 60 bis 80° zur Waagerechten). Dabei werden Blutdruck und Puls weiterhin kontinuierlich gemessen. Die Lage wird für 30 bis 45 Minuten beibehalten, wenn es nicht zu Symptomen kommt.

Während des Aufrichtens oder danach kommt es eventuell zu Schwindelanfällen, dem Patienten kann schwarz vor Augen werden oder er verliert sogar das Bewusstsein. Auch weitere Symptome können vorkommen, die dann oftmals bereits vorher im Alltag vom Patienten in ähnlichen Situationen bemerkt wurden. Bei schwerer Symptomatik kann der Patient sofort wieder in eine waagerechte Lage gebracht werden.

Falls beim Aufrichten keine krankhaften Erscheinungen, auch hinsichtlich der gemessenen Herz-Kreislauf-Werte, vorkommen, werden oftmals bestimmte Wirkstoffe gegeben. Diese führen unter diesen kontrollierten Bedingungen zu Belastungssituationen des Körpers. Gegeben werden z. B. Stresshormone oder Medikamente für eine allgemeine Gefäßerweiterung. Die Wirkstoffe können in die Vene injiziert werden oder als Tabletten geschluckt werden. Es kann nun eher zu den bei der Kipptischuntersuchung erwarteten Kreislaufreaktionen kommen.

Bei eindeutigem Ergebnis (aufgetretener Schwindel oder Synkope, stark erniedrigter Blutdruck oder stark erniedrigte Herzfrequenz) oder bei fehlender Symptomatik auch bei Medikamentengabe kann mit der Untersuchung aufgehört werden.

Operation

Mögliche Erweiterungen der Operation

Komplikationen

Während der Kipptischuntersuchung kommt es oftmals zu Schwindel, Unruhe, Übelkeit, Schwächegefühl und Herzrasen. Manchmal können auch größere Probleme von Herz und Kreislauf vorkommen, beispielsweise Herzrhythmusstörungen oder ein vorübergehender Herzstillstand. Meist kann dies durch Zurückdrehen des Patienten in eine horizontale Lage wieder rückgängig gemacht werden. Nur manchmal sind bei Komplikationen weitere Behandlungsmaßnahmen notwendig. Auch durch die Medikamentengabe kann es zu weiteren Komplikationen kommen. Es kann zur Minderdurchblutung des Herzens kommen. Bei Blutdrucksenkung kann es zu Krampfanfällen kommen. Allergische Reaktionen, beispielsweise auf die Medikamente, sind ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose

In aller Regel kann zuverlässig nachgewiesen werden, ob eine vasovagale (die Gefäßregulation betreffende) Ursache für die Bewusstseinsverluste und Schwindelanfälle vorliegt oder nicht. Nach den Untersuchungsergebnissen richtet sich die weitere Behandlung und die Prognose.

Hinweise

Vor der Operation

Eventuell müssen vorher bestimmte Medikamente, z. B. zur Behandlung von Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“), abgesetzt werden.

Für 6 Stunden vor der Untersuchung sollte der Patient nüchtern bleiben und auch nicht rauchen, da ein kurzer Ohnmachtsanfall auf dem Kipptisch vorkommen kann. Wasser und Tee dürfen in kleinen Mengen noch 2 Stunden vorher getrunken werden.

Nach der Operation

Nach einiger Zeit, in der noch eine Beobachtung erfolgt, kann der Patient entlassen werden.

Falls nach der Untersuchung die Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit noch eingeschränkt ist, muss der Patient beachten, dass er für 24 Stunden kein Auto, keine anderen Verkehrsmittel und keine Maschinen selbst bedienen darf. Daher sollte er sich dann abholen lassen.

Kipptischuntersuchung | Ohnmachtsanfall | Schwindel



Letzte Aktualisierung am 06.05.2010.

Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Kipptischuntersuchung

Letzter Eintrag
Aufrufe
Antworten
tinchen64
920
0
> 2 Jahre
DrSchwarz
1646
2
Letzte Antwort > 3 Jahre

Alle Beiträge anzeigen: Herz - Kardiologie » Kipptischuntersuchung

Stellen Sie Ihre Frage

 Thema abonnieren (Sie erhalten Antworten per E-Mail)

 

   

 Ich stimme den Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen zu.

 

Spam-Schutz: Bitte geben Sie folgende Zahl ein: 4 

 



Kardiologische Untersuchungen

Kardiologische Untersuchungen

Forum Kipptischuntersuchung
Anzeige
Von A-Z
Arztsuche
Ärzte für Kipptischuntersuchung
Herzchirurgen
Medikament im AngebotMehr Angebote »
Kostenlos vergleichen
Anzeige