Die häufigste Ursache für einen Herz-Kreislauf-Stillstand in Deutschland ist das Alter. Der Herzmuskel hört individuell zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten auf zu schlagen. Dieser Zeitpunkt hängt von Vorerkrankungen, Lebensführung und den Genen ab. Der Patient stirbt den Alterstod.
Die zweithäufigste Ursache ist ein Herzinfarkt. Bei einem Herzinfarkt ist ein Blutgefäß (Herzkrankzarterie), das den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgt, verstopft. Der Herzmuskel bekommt keinen Sauerstoff mehr. Die Stelle des Muskels, die von dem verstopften Blutgefäß versorgt wird, kann sich nicht mehr zusammenziehen. Der Herzmuskel beginnt unkontrolliert zu zucken, ein Kammerflimmern entsteht Schon jetzt wird der restliche Körper nicht mehr mit Blut versorgt. Nach ein paar Minuten Kammerflimmern, hört das Herz komplett auf zu schlagen.
Viele Herzerkrankungen können zum Herz-Kreislauf-Stillstand führen. In einigen Fällen kann der Stillstand das erste Symptom der Herzerkrankung sein. Im Volksmund wird von einem plötzlichen Herztod gesprochen.
Im Rahmen eines Stromunfalls kann es auch zum Herz-Kreislauf-Stillstand kommen. Der Strom wird auf das Herz übergeleitet und löst ein Kammerflimmern aus.Stromunfälle kommen gehäuft im Rahmen von Reanimationen vor, wenn das bitte wegtreten, wir reanimieren nicht ernst genommen wurde.
Ein besonderer Fall des Herz-Kreislauf-Stillstandes tritt bei Unterkühlung auf. Hier fährt der Körper seine Arbeit auf ein Minimum herab. Der Mediziner nennt diesen Zustand Vita reducta (reduziertes Leben). Ein Puls ist nicht tastbar, obwohl das Herz noch minimal schlägt. Aus diesem Grund gilt die Regel, dass ein tot geglaubter Mensch nur dann wirklich tot ist, wenn er erwärmt wurde. Außerdem gilt, dass Menschen deren Körpertemperatur unter dem Normbereich liegt, weitaus länger ohne Sauerstoff überleben können. Diesen Zustand kann man sich auch therapeutisch zu Nutze machen, indem Patienten in bestimmten Situationen für eine Zeit herunter gekühlt werden, wie z.B. nach einem Schlaganfall.
Ein Herz-Kreislauf-Stillstand, dessen Ursache nicht primär am Herzen zu suchen ist, ist der Schock. Es gibt unterschiedliche Arten eines Schocks, die aber alle auf das selbe Problem hinauslaufen.Bei einem Schock sammelt sich das ganze Blut in der unteren Körperhälfte. Es kommt nicht mehr ausreichend Blut zum Herzen zurück. Das Herz schlägt, aber es enthält kaum Blut, dass der Muskel durch Kontraktion auswerfen könnte. Der Körper hat für diese Situation einen Schutzmechanismus eingebaut. Versackt das Blut in den Beinen, wird das Gehirn nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Der Betroffene wird ohnmächtig und kippt deswegen idealer Weise der Länge nach auf den Fußboden. So wird die Schwerkraft für das Blut in den Beinen ausgeschaltet, und es kann leichter wieder zum Herzen zurück fließen. Dieser Schutzmechanismus funktioniert aber leider nur in seltenen Fällen, so dass man sich darauf nicht verlassen sollte.
Die Organe des Körpers brauchen auch Sauerstoff, um zu überleben. Unterschiedliche Organe können unterschiedlich lange ohne Sauerstoff weiterarbeiten. Am sensibelsten reagiert das Gehirn auf einen Sauerstoffmangel. Das bedeutet zum einen, dass der Patient schnell bewusstlos wird, zum anderen aber auch, dass ihm im Falle einer Rettung, je nach verstrichener Zeit schwere Gehirnschäden drohen. Mögliche Folgeschäden eines Herz-Kreislauf-Stillstandes sind epileptische Anfälle bis zur schweren geistigen Retardierung. Für Kinder, die lange im Wasser gelegen haben, gelten die Regeln der Unterkühlung. Das Gehirn fährt in kaltem Zustand seine Stoffwechselprozesse herunter, so dass bei beinahe Ertrunkenen die Folgeschäden milder ausfallen können.
Solange der Körper nur unzureichend mit Energie versorgt wird, ändert er einige Stoffwechselvorgänge. Normalerweise erlangt der Körper seine Energie dadurch, dass er Glucose über den Stoffwechselprozess, der Glycolyse heißt, in Energie umwandelt. Fette und Eiweiße werden ähnlich verstoffwechselt. Die Glycolyse funktioniert aber nur unter Verbrauch von Sauerstoff reibungslos. Wird der Körper aber nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt, entstehen bei der Glycolyse saure Abfallprodukte. Diese sauren Stoffe können dem Betroffenen noch Tage nach dem Herz-Kreislauf-Stillstand schwere Problem bereiten. Der Arzt spricht von einer Azidose. Eine Azidose schädigt die Nieren und die Leber. Der Patient ist deswegen auch nach überlebter Reanimation für einige Tage in Lebensgefahr.
Die Diagnose eines Herz-Kreislauf-Sillstandes ist letztendlich nur durch ein Elektrogardiogramm (EKG) zu stellen. Hierbei werden die elektrischen Erregungen des Herzens auf einem Bildschirm abgebildet. Eine Asystolie ist an einer geraden, unveränderlichen Linie erkennbar. Ein Kammerflimmern zeigt sich durch sehr schnelle, unregelmäßige Kammererrregungen, ohne dass andere Herzaktionen erkennbar wären.
Den Verdacht auf einen Herz-Kreislauf-Stillstand äußert der Arzt bei einer Bewusstlosigkeit verbunden mit einer Pulslosigkeit. Der Puls wird sowohl am Handgelenk getastet, als auch an den Halsschlagadern.
Die Diagnose Herz-Kreislauf-Stillstand ist nicht mit der Diagnose Tod gleich zusetzten. Um einen akuten Tod zu diagnostizieren müssen entweder sichere Todeszeichen wie z.B. die Leichenstarre vorhanden sein, oder es müssen die Gehirnströme mittels eines Enzephaloelektrogramms (EEG) abgeleitet werden.
Hat der Betroffene den Herz-Kreislauf-Stillstand überlebt, beginnt schon nach wenigen Minuten die Diagnostik der Ursache für das Geschehen.
Um einen Herzinfarkt auszuschliessen, wird Blut abgenommen. Bei einem Herzinfarkt gehen Muskelzellen des Herzmuskels kaputt. Dadurch werden die Enzyme, die normalerweise im Inneren des Herzmuskels existieren in das Blut abgegeben. Ihre Konzentration steigt im Blut an und wird bei einem Herzinfarkt Verdacht gemessen. Das Enzym, das am frühesten ansteigt wird Troponin genannt. Da die Enzyme aber auch erst einige Stunden nach einem Herzinfarkt ansteigen können, muss mehrmals Blut abgenommen werden.
Um die Struktur des Herzens und die Größe zu bestimmen wird ein Röntgenbild und ein angefertigt. Auf einem Röntgenbild sollte die Größe des Herzens kleiner als die Hälfte der Breite des Brustkorbes sein.
In einem Ultraschall kann die Funktion der Herzklappen beurteilt werden. Erscheinen im Ultraschall Verwirbelungen des Blutes,ist eine Herzklappe defekt.
Vermutet der Arzt die Ursache im Reizleitungssystem des Herzens (also quasi den Stromkabeln innerhalb des Herzens) kann er eine elektrophysiologische Untersuchung anordnen. Diese wird nur in speziellen Zentren durchgeführt. Hierbei bringt der Arzt einen Katheder durch die Blutgefäße der Beine bis in das Herz ein. Über den Katheder kann dem Herz ein Reiz gesetzt werden. Es kann sowohl die Reaktion des Herzens auf diesen Reiz bestimmt werden, als auch die Dauer die dieser Reiz braucht um an der Herzspitze anzukommen.
Bei einem wirklichem Stillstand, muss unverzüglich mit der Kardio-Pulmonalen-Reanimation (CPR) begonnen werden. Hierbei wird dem Patienten Atem gespendet und das Herz wird von außen zusammengedrückt. Der Rhythmus der Atemspende zur Herzmassage liegt bei 2 Atemspenden auf 30 Herzmassagen. Eine CPR ist für den Durchführenden äußerst anstrengend. Deswegen sollten sich zwei Personen abwechseln. Die genaue Technik muss im Rahmen von erste Hilfe Kursen regelmäßig wiederholt werden.
Liegt kein Stillstand sondern Kammerflimmern vor, muss defibrilliert werden. Bei einem absoluten Herzstillstand hilft eine Defibrillation nicht. Der Sinn der Defibrillation liegt darin, den schnellen, unregelmäßigen Rhythmus des Herzens durch einen starken Stromstoß zu unterbrechen, damit das Herz seinen normalen Rhythmus wieder aufnehmen kann.
Um zu unterscheiden, ob es sich um einen Stillstand oder Kammerflimmern handelt, ist in jedem Defibrillator ein EKG eingebaut. Bei den halbautomatischen Defibrillatoren, die auch von Laien zu bedienen sind, kann das Gerät selbst entscheiden, ob es sich um Kammerflimmern handelt oder nicht. Es kann dadurch kein unnötiger, gefährlicher Stromstoß ausgelöst werden. Die Defibrillatoren steuern auch mittels einer automatischen Stimme jedes weitere Handeln. Außerdem verfügen die Defibrillatoren über einen eingebauten Rekorder, der die Stimmen der Umgebung aufnimmt.
Die Prognose eines Herz-Kreislauf-Stillstandes ist schlecht. In weitaus weniger Fällen als im Fernsehen überlebt der Patient das unmittelbare Ereignis. Es kommt aber immer mal wieder vor. Hier hängt die Prognose eng mit der Zeit bis zum Beginn der Reanimation ab.
Hat der Patient das Ereignis überlebt kommt es trotzdem noch in den folgenden tagen zu lebensbedrohenden Zuständen aufgrund der veränderten Stoffwechsellage.