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Sehnenverletzungen | Sehnenverletzung Hand/Unterarm

Behandlung von Sehnenverletzungen an Hand / Unterarm (konservativ/operativ)

Bei einer Verletzung einer Sehne an der Hand ist eine Behandlung, oftmals durch Operation, erforderlich.

Ursachen einer Sehnenverletzung

Meist entstehen die Sehnenverletzungen durch Unfälle oder mechanische Einwirkungen. Neben der direkten Durchtrennung, z.B. durch Messer oder scharfkantige Glasscherben, kann es insbesondere bei einer plötzlichen und zu starken Streckung der Sehne zum Riss (Sehnenruptur) kommen. Letzteres kann z.B. bei Ballsportarten passieren.

Manchmal zerreißt eine Sehne auch bei bestimmten Grunderkrankungen, die das Gewebe schädigen, beispielsweise bei rheumatischen Erkrankungen oder bei Minderdurchblutung.

Symptome

Die Sehnenverletzung kann unvollständig oder komplett durchtrennend sein. Es treten plötzliche Schmerzen sowie oft auch Schwellungen und Blutergüsse auf. Zusätzlich zur Sehnenverletzung können auch in der Nähe liegende Strukturen, beispielsweise Gefäße, Nervenstränge, Muskeln, Sehnenscheiden, Gelenkanteile oder Knochen, in Mitleidenschaft gezogen sein. Auch ist die Sehne manchmal mitsamt einem Knochenstück aus dem Knochen ausgerissen.

Betroffen sein können Strecksehnen oder Beugesehnen. Für jede Stelle der Sehnendurchtrennung ergeben sich spezifische Auswirkungen auf die Bewegungen der Hand und der Finger. Beispielsweise kommt es beim Zerreißen der oberflächlichen Beugesehnen zur fehlenden Beugung im Mittelgelenk des Fingers, beim Reißen der tiefen Beugesehnen jedoch zur fehlenden Beugung im Endgelenk.  

Diagnose

Zuerst wird die Anamnese (Patientenaussagen) erhoben. Bei der körperlichen Untersuchung wird genau auf die Bewegungseinschränkungen geachtet, ebenso muss festgestellt werden, ob Durchblutung und Gefühlssinn intakt sind. Bildgebende Verfahren, meistens Ultraschall- und Röntgenuntersuchung, werden durchgeführt, um die Sehnenverletzung und eventuelle Knochenverletzungen darstellen zu können.

Differenzialdiagnose

Bei Sehnenrissen ist die Diagnose oft eindeutig zu stellen. Bei größeren Verletzungen, z.B. durch Schnitt, muss an Beschädigungen aller in diesem Bereich liegenden Strukturen gedacht werden.

Therapie

Die Behandlung muss ein optimales Zusammenheilen der Sehne ermöglichen. Die Funktion muss wieder hergestellt werden. Die Vorgehensweise hängt von der Schädigung und ihrem Ort ab.

Konservative Therapie

Manchmal kann versucht werden, die Sehnen durch nichtoperative Maßnahmen zum Abheilen zu bringen. Dies kann besonders bei Beschädigung der Strecksehnen im vorderen Bereich des Fingers erfolgreich sein. Bei der konservativen Therapie von Sehnenverletzungen wird ein ruhigstellender Verband, meist aus Gips, angelegt. Im Verlauf muss immer wieder durch Ultraschalluntersuchungen kontrolliert werden, ob die Ausheilung zufriedenstellend abläuft.

Operation

Oftmals ist eine Operation der Sehnenverletzung unumgänglich.

Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung, in Regionalanästhesie (Ausschaltung eines größeren Körperbereiches, hier des Arms) oder in Vollnarkose durchgeführt.

Es kann eine so genannte Blutleere zur Operation vorgenommen werden. Dazu wird eine Manschette um den Arm gelegt, um den Blutfluss zu stoppen. Ermöglicht wird somit eine bessere Sicht, da weniger störendes Blut vorhanden ist, und außerdem ist der Verlust an Blut geringer.

Der Operateur verschafft sich einen Zugang zu den Enden der gerissenen Sehne. Häufig kann die Sehne wieder zusammengenäht werden (Sehnennaht).

Manchmal muss eine Sehne aus der Umgebung in eine andere Position gebracht werden, damit sie den Sehnenzug der verletzten Sehne übernehmen kann (Sehnenverlagerung).

Eventuell muss auch eine Sehnenverpflanzung durchgeführt werden. Dabei wird aus dem eigenen Körper eine Sehne herausgenommen, auf die verzichtet werden kann, und an der betroffenen Stelle wieder eingepflanzt. Wenn die Sehnenscheide stark verletzt ist, muss dazu für mehrere Wochen eine Kunststoffschiene eingeführt werden, bevor in einem Zweiteingriff die eigentliche Sehne eingesetzt werden kann.

Ein stabilisierender Verband, beispielsweise aus Gips, wird am Ende der Operation angelegt.

Mögliche Erweiterungen der Operation

Bei auftretenden Komplikationen oder unerwarteten Befunden müssen manchmal weitere Maßnahmen getroffen werden, die vor der Operation nicht abgeschätzt werden können.

Komplikationen

Strukturen im Operationsgebiet können verletzt werden. Es können Blutungen, Nachblutungen und Blutergüsse (Hämatome) entstehen, bei Nervenverletzungen kann es zu Taubheitsgefühl oder Lähmungserscheinungen kommen, was nur selten dauerhaft ist. Infektionen, Wundheilungsstörungen sowie überschießende Narbenbildung können entstehen. Narbige Verwachsungen können zu verringerter Beweglichkeit der Sehne innerhalb der Sehnenscheide führen.

Auch allergische Reaktionen können auftreten. Nach der Operation kann die Sehnennaht unter Umständen wieder reißen. Bei angelegtem Verband können Knochen und Weichteile stark geschwächt werden, auch das Sudeck-Syndrom, bei dem zusätzlich starke Schmerzen bestehen, kann nicht ausgeschlossen werden.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose

In den allermeisten Fällen wird die Sehnenfunktion erfolgreich wiedererlangt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die jeweilige Sehne erneut reißt. Eine eventuell vorliegende Grunderkrankung, durch die das Sehnengewebe geschwächt wird, kann durch die operativen Maßnahmen nicht bekämpft werden.

Hinweise

Vor der Operation

Oftmals müssen gerinnungshemmende Medikamente wie Aspirin® oder Marcumar® abgesetzt werden. Dies erfolgt in Absprache mit dem Arzt.

Nach der Operation

Bei ambulant stattfindender Operation muss sich der Patient abholen lassen und sollte für einen Tag kein Auto fahren, keine Maschinen bedienen und auch keine bedeutsamen Entscheidungen treffen.

Für mehrere Wochen bis einen Monat wird ein stabilisierender Verband angelegt. Manchmal empfiehlt sich unter Kontrolle des Arztes auch frühzeitige Bewegung oder Krankengymnastik, z.B. bei bestimmten Sehnenverletzungen auf der Beugeseite. Weitere Behandlungen nach der Operation, z.B. Elektrotherapie oder Bäder, können unter Umständen sinnvoll sein.

Zeigen sich Besonderheiten, die Symptome einer Komplikation sein könnten, sollte der Arzt kurzfristig informiert werden.




Letzte Aktualisierung am 12.11.2010.

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