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Zyklusstörungen

Was sind Zyklusstörungen?

Zyklusstörungen sind Unregelmäßigkeiten oder Veränderungen im Ablauf des normalen Menstruationszyklus der Frau. Dazu gehören verstärkte oder abgeschwächte Regelblutungen, verkürzte oder verlängerte Zyklusdauern sowie schmerzhafte Menstruationsblutungen, die auch mit psychischen Veränderungen einhergehen können.


Der menstruelle Zyklus

Die fruchtbare Phase einer Frau liegt in der Zeit zwischen der ersten Regelblutung (Menarche) und der letzten Regelblutung während der Wechseljahre (Menopause). Ein regelmäßiger, normal verlaufender Zyklus ist die Voraussetzung für die Fruchtbarkeit einer Frau. Er dauert im Schnitt 28 Tage und beginnt definitionsgemäß mit dem ersten Tag der Regelblutung.

Die Veränderungen im Hormonhaushalt lassen im Zyklus zwei Phasen unterscheiden:

Zur Follikelphase gehört zu Beginn des Zyklus die Menstruation, die etwa vier Tage dauert. Daran schließt sich eine Zeit an, in der mehrere Follikel (Eibläschen) heranreifen, wobei letztlich nur ein Follikel aus vielen „ausgewählt" wird, um eine befruchtungsfähige Eizelle heranreifen zu lassen. Gleichzeitig wächst in der Gebärmutter die Schleimhaut. Am Ende der Follikelphase kommt es zum Eisprung, der Ovulation, nach dem die reife Eizelle aus den Eierstöcken über die Eileiter in Richtung Gebärmutter wandert. Diese Phase dauert etwa 14 Tage, kann jedoch auch kürzer oder länger sein.

Die Zeit nach dem Eisprung wird als Lutealphase oder auch Gelbkörperphase bezeichnet. Das nun leere Eibläschen bildet das Gelbkörperhormon Progesteron, welches Veränderungen an Gebärmutterschleimhaut, Muttermund und Brüsten verursacht, um den weiblichen Körper optimal auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten. Nistet sich keine befruchtete Eizelle in die Gebärmutter ein, sinkt der Spiegel an Progesteron und es kommt zur Menstruationsblutung. Auch diese Phase dauert im Schnitt 14 Tage.

Der menstruelle Zyklus ist bei kaum einer Frau, die keine Hormonpräparate einnimmt, jeden Monat gleich und exakt regelmäßig. Viele äußere Faktoren wirken auf den Körper ein und können Veränderung im Zyklus bewirken. Insbesondere Stress, extreme psychische Belastungen, Umstellungen der Lebensgewohnheiten wie ein Umzug oder ein Wechsel des Arbeitsplatzes wirken sich auf Verlauf und Dauer des Menstruationszyklus aus.

Der Zyklus kann dann verkürzt oder verlängert sein, die Blutung kann stärker oder schwächer auftreten, in einigen Fällen sogar ganz ausbleiben. Geringe Abweichungen vom normalen Zyklusschema, die nicht regelmäßig auftreten, sind daher meist kein Grund zu Beunruhigung. Falls jedoch Veränderungen auftreten, die die Frau bisher noch nicht kannte, falls Schmerzen auftreten oder die Blutung nicht beendet wird, sollte ein Frauenarzt aufgesucht werden. Dieser kann die Ursache der Zyklusstörungen ermitteln und eine entsprechende Therapie empfehlen und einleiten.


Mögliche Arten von Zyklusstörungen

1. Unregelmäßigkeiten der Blutung

Bei Veränderungen im Hormonhaushalt kann es dazu kommen, dass die Regelblutung zu stark, zu schwach oder nicht zum Zeitpunkt der eigentlichen Menstruationsblutung auftritt.
Eine verstärkte Blutung wird auch als Hypermenorrhö bezeichnet. Man spricht erst von einer Hypermenorrhö, wenn die Frau mehr als fünf Tampons oder Binden am Tag benötigt. Ursachen für eine solche Zyklusstörung können angeborene oder erworbene Veränderungen der Gebärmutter sein. Eine starke Regelblutung tritt häufig auf, wenn sich der Uterus nicht kräftig genug zusammenziehen kann, um die Blutung zu beenden.

Dies kann beispielsweise bei Wucherungen in der Gebärmutter vorkommen. Auch eine Störung in der Blutgerinnung kann dazu beitragen, dass die Regelblutung verlängert und verstärkt auftritt. Ebenso kann eine starke Blutung nach einem Zyklus auftreten, in dem kein Eisprung (Ovulation) stattgefunden hat. Man spricht in diesem Fall von einer anovulatorischen Blutungsstörung. Eine verminderte Blutungsstärke, auch Hypomenorrhö genannt, ist häufig Ausdruck einer hormonellen Unregelmäßigkeit. Besonders bei Frauen, die Hormonpräparate zur Empfängnisverhütung einnehmen, ist die Regelblutung schwächer.

Blutungen, die in der Mitte des Zyklus sowie vor oder nach der eigentlichen Regelblutung auftreten, äußern sich meist als leichte Schmierblutungen, die nicht so stark sind wie die normale Regelblutung. Sie treten ebenfalls bei einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt auf. Kurz vor dem Eisprung auftretende Schmierblutungen können bei einigen Frauen normal sein und regelmäßig auftreten.


2. Unregelmäßigkeiten in der Zyklusdauer

Im Normalfall beträgt die Dauer eines Zyklus 25 bis 31 Tage. Treten die Regelblutungen in kürzeren Abständen auf, spricht man von einer Polymenorrhö, gehäuften Blutungen. Sie tritt auf, wenn der Zyklus durch einen Mangel an Hormonen oder einem Fehler im hormonellen Regelkreis verkürzt ist. Häufig treten bei Polymenorrhöen auch Zyklen auf, in denen kein Eisprung stattfindet, was zur Unfruchtbarkeit führt. Meist sind Frauen ab dem 35. Lebensjahr betroffen. Die gehäuften Blutungen können neben der Belastung für die betroffene Frau auch zu einer Blutarmut führen. Verlängerte Zyklen, die mehr als 32 Tage dauern, führen zur Oligomenorrhö, einer verminderten Blutungshäufigkeit. Sie tritt meist auf, wenn die Follikel nicht oder nur verlangsamt heranreifen. Ursache dieser Zyklusstörung ist meist eine Funktionsstörung im Hormonregelkreis.

Eine Oligomenorrhö kann auch in eine Amenorrhö übergehen, also zum völligen Ausbleiben der Regelblutung führen. Die Ursachen einer fehlenden Blutung sind sehr vielfältig. Bei plötzlichem Ausbleiben der Menstruation muss in erster Linie an eine Schwangerschaft gedacht werden. Auch während der Stillzeit sind keine oder geringe Blutungen und Unregelmäßigkeiten normal. Darüber hinaus können Veränderungen und Erkrankungen der Geschlechtsorgane und hormonelle Störungen als Ursachen einer fehlenden Regel in Frage kommen.

3. Prämenstruelles Syndrom und weitere Menstruationsbeschwerden

Unter dem Begriff „prämenstruelles Syndrom" werden vielfältige Beschwerden zusammengefasst, die kurz vor und zu Beginn der Menstruation auftreten können. Fast jede Frau im fruchtbaren Alter ist von einem oder mehreren dieser Symptome regelmäßig betroffen. Zu den häufigsten Problemen zählen Stimmungsschwankungen mit Reizbarkeit und Depressionen, Verdauungsstörungen, Brustspannen, Kopfschmerzen, geschwollene Beine und Augenlider, Kreislaufprobleme sowie Rücken- und Unterbauchschmerzen. Diese Symptome können von Zyklus zu Zyklus unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Viele Frauen kennen ihre typischen Anzeichen der bevorstehenden Blutung und haben sich damit arrangiert. Wird das prämenstruelle Syndrom allerdings belastend empfunden, sollte eine Hormontherapie zur Besserung der Probleme erwogen werden.

Von Dysmenorrhö spricht man, wenn die Menstruationsblutung sehr schmerzhaft verläuft und mit Bauchkrämpfen einhergeht. Es können zusätzlich auch Kreislaufprobleme und Übelkeit auftreten. Die Schmerzen sind häufig durch Besonderheiten im Aufbau der Gebärmutter bedingt, können aber auch psychisch bedingt sein oder zumindest durch psychische Belastung verstärkt werden. Treten starke Schmerzen während der Periode zum ersten Mal auf oder sind die Beschwerden anders als sonst, sollte ein Besuch beim Frauenarzt die Ursache klären. Es könnten Entzündungen der Gebärmutter oder andere Erkrankungen der Geschlechtsorgane dahinter stecken.

Diagnose der Zyklusstörungen

Um die Ursache für Zyklusstörungen zu klären ist ein Besuch beim Frauenarzt unerlässlich. Dieser wird zunächst nach den Beschwerden der Betroffenen fragen, also wie sich die Veränderungen äußern, wie Zyklus und Periode verlaufen und seit wann die Zyklusstörungen bestehen. Ebenso wichtig sind die Lebensumstände der Betroffenen. Durchlebt die Patientin gerade eine schwierige Phase, stehen Umbrüche an oder liegen Probleme in Partnerschaft und Familie vor, kann dies bereits ein erster Anhaltspunkt für die Ursache der Zyklusstörungen sein.

Bei der körperlichen Untersuchung tastet der Gynäkologe die Brüste ab und untersucht anschließend Vagina, Gebärmutter und Eierstöcke. Ein Abstrich vom Muttermund kann Hinweise auf Infektionen geben. Mittels Ultraschall können Lage und Aussehen von Gebärmutter und Eierstöcken beurteilt werden. Werden nach diesen Untersuchungen noch keine organischen Ursachen festgestellt, kann eine Blutprobe entnommen werden, um die Konzentrationen der Geschlechtshormone bestimmen zu lassen. Zusätzlich kann man die Hormone, die in Nebenniere und Schilddrüse gebildet werden, bestimmen. Auch die tägliche Messung der Körpertemperatur nach dem Aufwachen kann verlässliche Aussagen über Verlauf und Regelmäßigkeit des Zyklus geben. Die Patientin kann dazu ein „Zyklustagebuch" führen, in dem sie neben Körpertemperatur auch Beschwerden wie Brustpannen oder Unterbauchschmerzen sowie Blutungen und die Konsistenz des Vaginalsekrets notieren kann.


Behandlungsmöglichkeiten

Da die Zyklusstörungen sich schon sehr unterschiedlich äußern können und ganz vielfältige Ursachen haben, ist eine Therapie immer vom individuellen Fall abhängig. Blutungsstörungen, insbesondere wenn die Regelblutung zu stark ausfällt und Beschwerden wie Bauchkrämpfe und Blutarmut verursacht, können durch die Gabe von Hormonen in Form von Kontrazeptiva (Antibabypillen) geregelt werden. Durch die Einnahme der Hormone Östrogen und Progesteron können auch sehr unregelmäßige Zyklen mit verlängerter oder verkürzter Dauer eingestellt werden. In der Regel wird der Hormonersatz gut vertragen und je nach Wunsch der Patientin in Form von Pillen, Stäbchen, Vaginalringen oder auch der Hormonspirale angewendet werden.

Zur Linderung von prämestruellen Beschwerden können verschiedene Hausmittel ausprobiert werden. Gegen Bauchkrämpfe helfen Wärmflaschen oder feucht-warme Umschläge sowie krampflösende Arzneimittel. Salzarme Kost hilft gegen die starke Wassereinlagerung ins Bindegewebe und der damit verbundenen Gewichtszunahme. Werden die Beschwerden als sehr belastend empfunden, können auch hier niedrig dosierte Hormonpräparate helfen.
Frauen, die keinen Eisprung haben, bei denen aber ein Kinderwunsch besteht, können mit speziellen Medikamenten behandelt werden, die die Follikelreifung und die Ovulation anregen.



Letzte Aktualisierung am 22.07.2010.

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