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Blutungen während der Schwangerschaft

Lesezeit: 2 Min.

Blutungen aus der Scheide können auf Komplikationen hinweisen

Ein Blutabgang aus der Scheide (vaginale Blutung) kann in der Schwangerschaft auf Störungen hinweisen. Blutungen in der Schwangerschaft müssen aber nicht immer krankheitsbedingt sein. In den ersten Wochen der Schwangerschaft kann es sich z. B. um eine harmlose Einnistungsblutung handeln, in der Frühschwangerschaft ist es oft eine Fehlgeburt (Abort). In der fortgeschrittenen Schwangerschaft handelt es sich häufig um eine Veränderung am Mutterkuchen (Plazenta) wie eine vorzeitige Plazentalösung oder eine Placenta praevia (Tiefstand der Plazenta). Wenige Wochen bis kurz vor der Geburt kann sich eine so genannte Zeichnungsblutung ereignen, die ungefährlich ist. Bei jeder Blutung gilt, dass sich die Schwangere zum Arzt begeben sollte und dort untersuchen lassen muss. Starke Blutungen können zum Blutverlust und somit zum Schock führen. Gegebenenfalls ist eine Infusion oder eine Bluttransfusion notwendig, ansonsten richtet sich die Behandlung nach der Ursache.

Mögliche Ursachen von Blutungen in der Schwangerschaft

Die möglichen Gründe für Blutungen im Laufe der Schwangerschaft sind vielfältig. In den verschiedenen Phasen der Schwangerschaft gibt es jeweils andere typische Ursachen. In nicht wenigen Fällen bleibt die Ursache für den Blutabgang unbekannt. Manchmal handelt es sich außerdem um Blutungen, die nicht mit der Schwangerschaft zusammenhängen.

  • Insbesondere Blutungen bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche werden häufig durch den Ablauf einer Fehlgeburt (Abort) verursacht. Schon eine drohende Fehlgeburt kann zu Blutungen führen. Frühe Fehlgeburten können durchaus mit einer Menstruationsblutung verwechselt werden, wenn sie in den entsprechenden Zeitrahmen passen. Oftmals wird dann verkannt, dass die Frau überhaupt eine kurze Zeit schwanger war.

  • Die Einnistungsblutung (Nidationsblutung) kann ein bis zwei Wochen nach der Empfängnis auftreten. Durch das Einnisten der Frucht in die Gebärmutterwand können Blutgefäße eröffnet werden und eine schwache Blutung verursachen können. Wird diese geringfügige Blutung richtig gedeutet, dann ist sie ein Anzeichen für die beginnende Schwangerschaft.

  • Eine Blutung kann ein Anzeichen für eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (Extra-Uterin-Gravidität) sein. Die Frucht kann sich beispielsweise im Eileiter oder frei im Bauchraum niedergelassen haben. Das Kind kann normalerweise nicht überleben und bedeutet eine große Gefahr für die Mutter.

  • Wenn eine vorherige Geburt per Kaiserschnitt operativ geschah, kann es sein, dass sich ein neues Kind genau im Narbenbereich einnistet. Dies bedingt möglicherweise Blutungen.

  • Im dritten Schwangerschaftsdrittel sind Veränderungen an der Plazenta (Mutterkuchen) eine häufige Ursache für Blutungen. Eine vorzeitige Plazentalösung geht meistens mit Schmerzen einher. Bei einem zu tiefen Sitz der Plazenta in der Gebärmutter (Placenta praevia) sind die Blutungen normalerweise nicht mit Schmerzen verbunden. Beide Erkrankungen können zu sehr bedrohlichen Zuständen für Kind und Mutter führen.

  • Das so genannte Zeichnen ist eine Art von Blutabgang, die als ein Vorbote der Geburt gilt. Die Zeichnungsblutung ist eher gering und meist von einem Schleimabgang begleitet. Sie ist ungefährlich und tritt wenige Wochen bis kurz vor der Geburt auf. Trotzdem muss eine solche Blutung näher untersucht werden, um schwerwiegende Ursachen auszuschließen.

  • Blutungen, die gar nichts mit der Schwangerschaft zu tun haben, können als relativ seltene Fälle die Mediziner täuschen. Beispiele sind Blutungen nach Geschlechtsverkehr (bei kleinen Verletzungen des Muttermundes), bei Infektionen, eröffneten Krampfadern, bei Polypen, Tumoren (z. B. Gebärmutterhalskrebs), nach gynäkologischen Eingriffen oder Untersuchungen.

Blutungen können begünstigt werden, wenn es eine Blutgerinnungsstörung der werdenden Mutter gibt. Diese kann wiederum diverse Ursachen haben. Meist wirkt sich die Gerinnungsstörung nur auf die Entbindung aus, bei der die Geburtshelfer beziehungsweise Ärzte auf vermehrte Blutungsneigung achten müssen.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 18.12.2015
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sagt bonitavb4   vor 3 Tage  99609

bernicesz18

 
sagt Zystine   vor 8 Tage  138

Ergänzung zu meinem Schreiben: ich war gestern beim Frauenarzt, den das nicht weiter interessiert und vor 3 Wochen beim "Diagnostiker", der diesmal ... mehr

Portrait Dr. med. Wolfgang Hirsch, FRAUENÄRZTE AM POTSDAMER PLATZ DR. KIEWSKI / DR. HIRSCH, Mutterschaftsvorsorge - Intimchirurgie - Schamlippenverkleinerung, Berlin, Frauenarzt
sagt Dr. Hirsch   vor 10 Tage  169

Eine Geschlechtsbestimmung wäre an einer Eileiterschwangerschaft nur durch aufwendige Laboruntersuchungen möglich und wird nie!! gemacht.

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