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Natürliche Geburt | Spontangeburt

Lesezeit: 3 Min.

Die normale Geburt geschieht über den Geburtskanal

Die natürliche Geburt ist die Geburtsmethode, das Kind über den herkömmlichen Weg durch den Gebärmutterhals und die Scheide zu bekommen. Die natürliche Geburt, die auch Spontangeburt genannt wird, steht damit im Kontrast zur Entbindung mittels Operation, dem Kaiserschnitt. Bei den meisten Schwangeren kann eine Geburt auf natürlichem Weg erfolgen. Nur bei bestimmten Problemen, Erkrankungen oder Komplikationen kommt es vor, dass ein Kaiserschnitt statt einer natürlichen Geburt angezeigt ist. Im eigentlichen, engen Sinne kann eine Geburt als natürlich bezeichnet werden, wenn kein geburtsmedizinisches Eingreifen erfolgt. Maßnahmen wie bei einer Saugglocken- oder Zangengeburt oder ein Dammschnitt werden also nicht als natürlich angesehen. Eine Geburt auf völlig natürliche Weise kann auch sanfte Geburt genannt werden, einige Hebammen und Geburtshelfer haben sich auf die sanfte Methode spezialisiert.

Wann kann eine natürliche Geburt empfohlen werden?

Die natürliche Geburt ist die von den menschlichen Anlagen vorgegebene Art, ein Kind zu gebären. Deshalb ist eine natürliche Geburt beziehungsweise Spontangeburt der Normalfall. Die meisten Mütter wünschen sich, das Kind auf normalem Weg zu bekommen, hingegen möchten nur wenige lieber einen Kaiserschnitt auf Wunsch durchführen lassen. Die herkömmliche Geburt ist bei der Mehrzahl der Schwangerschaften problemlos möglich. Wenn nicht besondere Gründe gegen die normale vaginale Entbindung sprechen, kann und soll sie durchgeführt werden.

Meist liegt das Kind so in der Gebärmutter, dass eine natürliche Geburt reibungslos erfolgen kann. Die Geburt ist dagegen sehr erschwert, wenn das Kind eine ungünstige Lage in der Gebärmutter hat.

  • Die weitaus häufigste Lage ist die vordere Hinterhauptslage, welche wiederum die häufigste Ausprägung der Kopflage (Schädellage) darstellt. Der Kopf des Kindes zeigt also nach unten. Die Geburt kann bei einer vorderen Hinterhauptslage praktisch immer auf natürliche Weise erfolgen, wenn nicht andere wichtige Gründe dagegen sprechen.
  • Bei einer Beckenendlage (z. B. Steißlage) ist unter bestimmten Voraussetzungen eine natürliche Geburt möglich, bei anderen Gegebenheiten (z. B. großes Kind, ungünstige Haltung des Kindes, bestimmte Erkrankungen, geplatzte Fruchtblase oder andere Auffälligkeiten) wird eher ein Kaiserschnitt empfohlen. 
  • Bei einem Kind in Querlage ist meistens ein Kaiserschnitt notwendig, ebenso in Fußlage oder Schräglage.

Weitere Gegebenheiten, die gegen eine normale Geburt und für einen Kaiserschnitt sprechen, sind z. B. ein zu großer Kopf des Kindes, Krankheiten der Schwangeren (die Bluthochdruck-Erkrankung Präeklampsie, Herzerkrankungen) oder bestimmte schwere Krankheiten des Kindes. Manche seltenere Umstände können ebenfalls ein erhöhtes Geburtsrisiko bedeuten.

Wenn solche Risiken nicht bestehen, kann bedenkenlos eine natürliche Geburt durchgeführt werden.

Vorteile einer natürlichen Geburt (Spontangeburt)

Die natürliche Geburt hat sich über die Evolution des Menschen entwickelt und verfeinert. Sie ist darauf angelegt, perfekt zu funktionieren. Die normale Geburt kann geschehen, ohne dass die Mutter und das Kind durch weiteres Eingreifen belastet werden.

Wenn eine natürliche Geburt durchgeführt wird, fallen also die Risiken des Kaiserschnitts, der ja bekanntermaßen eine Operation darstellt, weg. Beim Kaiserschnitt können beispielsweise Komplikationen wie Blutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Schädigung von Organen (insbesondere natürlich der Gebärmutter) vorkommen. Die Gefahr von Komplikationen ist beim Kaiserschnitt höher als bei einer natürlichen Geburt, sofern keine medizinischen Gründe die natürliche Geburt sehr erschweren oder besonders risikoreich machen.

Eine natürliche Geburt erlebt die Frau bewusst mit und sie kann aktiv mithelfen, das Kind auf die Welt zu bringen. Sie empfindet den Vorgang trotz der Strapazen als sehr schöne Erfahrung. Gleichzeitig erlebt die Mutter, dass sie eine große Kontrolle über das Geschehen hat. Sie bekommt das Gefühl, etwas Großartiges geleistet zu haben. Vertrauenspersonen können mit dabei sein wie z. B. der Vater oder auch die beste Freundin. Sie können der Gebärenden seelische Unterstützung geben und können die Spontangeburt ebenfalls als etwas Wunderbares auf sich wirken lassen.

Eine natürliche Geburt ermöglicht es im Gegensatz zur Schnittentbindung auch, dass die Mutter sofort wieder einigermaßen fit ist. Sie ist in ihren Aktivitäten kaum eingeschränkt, während der Kaiserschnitt für einige Tage bis Wochen einen herabgesetzten Aktionsspielraum mit sich bringt.

Auch wenn eine Geburt auf natürlichem Wege erfolgt, ist in fast allen Fällen erfahrenes Hilfspersonal dabei, zumindest eine Hebamme. Sollten sich Probleme ergeben, dann können immer noch Maßnahmen ergriffen werden. Ein Dammschnitt kann erfolgen, damit ein Dammriss verhindert wird und der Geburtsweg nicht mehr so eng ist. Saugglocke oder Zange können verwendet werden, um die Geburt zu erleichtern. Auch kann im äußersten Fall immer noch ein Kaiserschnitt durchgeführt werden.

Eine normale Entbindung wird aber oft nur dann als natürlich angesehen, wenn keine Methoden wie Dammschnitt, Zangen- oder Saugglockenunterstützung durchgeführt werden. Deshalb fallen die Risiken dieser Vorgänge ebenfalls weg, wenn eine natürliche Geburt im eigentlichen Sinne geschieht.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 15.02.2016
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sagt bonitavb4   vor 1 Tag  99492

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Eine Geschlechtsbestimmung wäre an einer Eileiterschwangerschaft nur durch aufwendige Laboruntersuchungen möglich und wird nie!! gemacht.

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