Bei der Endangiitis obliterans, auch als Thrombangiitis obliterans bezeichnet, handelt es sich um eine wiederholt auftretende segmentale Gefäßentzündung (Vaskulitis) kleiner und mittelgroßer Arterien und Venen, überwiegend der unteren Extremität. In der Regel sind die inneren Organe nicht betroffen. Von der Erkrankung sind vor allem junge Männer unter 40 Jahren mit starkem Nikotinkonsum (75 Prozent der Betroffenen) betroffen. Stärkste Prävalenz in Indien, Korea und Japan. In Westeuropa mit Ausnahme des Mittelmeerraumes kommt sie eher selten vor. Normalerweise ist die Lebenserwartung nicht vermindert.
Die Ursache der Endangiitis obliterans ist bisher unbekannt. Experten diskutieren jedoch ein Zusammenspiel von Genen, vor allem der HLA B5 und A9, und mit exogenen Schadstoffen (Nikotin). Auch Antikörper kommen für die Entstehung der Erkrankung in Frage. Durch das Nikotin kommt es zu einer übermäßigen Tonisierung der Venen. Somit gewinnt der Blutfluss als pathologischer Faktor an Bedeutung. Es scheint eine Entzündungsbereitschaft vorzuliegen. Durch die Entzündung der Gefäßwand kommt es infolge Thrombenbildung zum teilweisen oder vollständigen Gefäßverschluss. In der Regel sind die peripheren Extremitäten betroffen (Fuß, Hand u.s.w.).
Aufgrund der Gefäßveränderungen kommt es zu Durchblutungsstörungen, die unter anderem zu folgenden Beschwerden führen können:
Typisch sind eine zusätzlich vorhandene oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis/Phlebitis) sowie ein Raynaud-Syndrom der betroffenen Extremität.
Differentialdiagnostisch sollte man an folgende Erkrankungen denken:
Durch einen sofortigen Nikotin-Verzicht kann die Erkrankung zum Stillstand kommen. Patienten die weiterhin rauchen, haben eine schlechtere Prognose. Neben der Nikotinabstinenz sollte man auf den Kälteschutz der Finger und Zehen achten. Des Weiteren sind eine prophylaktische Therapie mit Acetylsalicylsäure und Infusionstherapien mit Prostaglandin E1 zu empfehlen. Unter Umständen kann auch eine Sympathektomie oder eine Symphatikolyse helfen. Die Indikation besteht bei durchgängiger Ober- und Unterarmstrombahn mit Gefäßabbrüchen im Hohlhandbereich bzw. im Interdigitalnetz, begleitet von Ruheschmerzen bzw. trophischen Läsionen. Hier steht entweder die thorakale oder lumbale Sympathektomie im Vordergrund.
Bei der thorakalen Sympathektomie erfolgt eine Resektion des thorakalen Grenzstranges von Th2 bis Th3. Bei der lumbalen Sympathektomie erfolgt die operative Entfernung von mindestens drei Ganglien in Höhe L2/L3. Katheter-interventonelle Maßnahmen kommen bei dieser Erkrankung eher selten zum Einsatz, da die Wiederverschlußrate dieser Maßnahmen sehr hoch ist. Bei starken und ausgedehnten Nekrosen können auch Amputationen notwendig werden. Die Amputationsrate liegt derzeit bei etwa 30 Prozent.