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Inwiefern können Milchzähne von einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) betroffen sein?

Lesezeit: 2 Min.

Kreidezähne: Die Zahnkrankheit MIH kann an Milchzähnen bestehen

Zahnschmelzdefekte an den ersten bleibenden Backenzähnen und Schneidezähnen sind bei Kindern inzwischen ein häufig festgestelltes Krankheitsbild – Zahnärzte sprechen hier von MIH. Die Abkürzung steht für Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation. Es handelt sich um eine Entwicklungsstörung des Zahnschmelzes, die sich bei Kindern mit dem Durchbrechen der betroffenen Zähne in die Mundhöhle hinein bemerkbar macht. Im Hinblick auf die Ursachen hat die Zahnheilkunde bisher keine Auslöser mit absoluter Sicherheit identifizieren können. Eine Weile gingen Zahnärzte davon aus, dass MIH beziehungsweise eine Mineralisationsstörung nur das bleibende Gebiss betrifft. Inzwischen wurde die Definition erweitert – und damit dem Vorkommen der Kreidezähne im Milchgebiss Rechnung getragen.

Lächelndes Kind mit Milchzähnen

Milchmolaren-Hypomineralisation: Kreidezähne im Milchgebiss

Eine Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation ist durch Zahnschmelzverfärbungen sowie (bei aufsteigendem Schweregrad) von Zahnschmelzeinbrüchen gekennzeichnet. Diese treten nicht selten an Stellen in Erscheinung, welche für Karies eher untypisch sind. Zudem klagen Patienten über Schmerzen, ausgelöst durch eine Überempfindlichkeit der betroffenen Zähne.

Solche Krankheitszeichen lassen sich auf eine entsprechende Krankheit an den Milchzähnen übertragen, die MMH (Milchmolaren-Hypomineralisation). Wie bei der Erkrankung an den bleibenden Zähnen sind hier Verfärbungen im Zahnschmelz bei Kindern zu erkennen. Die Zahnschmelzdefekte können so weit gehen, dass bei Patienten Schmelzeinbrüche entstehen – trotz guter bis sehr guter Mundhygiene und ohne erkennbare Anzeichen für Karies.

Diese Zahnschmelzeinbrüche und Substanzveränderungen lassen sich oft an untypischen Stellen erkennen, etwa an der zur Wange zeigenden Seite. Bezüglich der Inzidenz – also Häufigkeit der MMH – liegen zum aktuellen Zeitpunkt keine verlässlichen Zahlen vor.

Auslöser für die Zahnschmelzdefekte ist (so neue Untersuchungen) ein unvollständiger Abbau der Protein-Anteile. Bestimmte Proteine sind anfänglich für den Aufbau der sogenannten Zahnschmelzmatrix unentbehrlich. Durch den unvollständigen Abbau der Proteine wird der Zahnschmelz bei MMH dennoch porös und anfälliger für äußere Einflüsse.

Wenn ein Kind MMH hat, bekommt es dann auch eine Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation?

Ob es einen Zusammenhang der Störung am Milchgebiss (MMH) und am den bleibenden Zähnen (MIH) gibt, darauf hat die Zahnheilkunde bisher keine zufriedenstellende Antwort. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass ein Zusammenhang existiert. Untersuchungen scheinen auf eine Verbindung hinzudeuten. Zumindest, so bisherige Erkenntnisse, steigt mit einer Ausbildung von MMH an Milchmolaren das Risiko, später an einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation zu erkranken.

Vorbeugung und Behandlung bei MMH

Da die Zahnmedizin bisher keine Ursache der Mineralisationsstörung eindeutig zuordnen konnte, sind die Prophylaxe-Maßnahmen begrenzt. Zahnärzten fehlen geeignete Mittel, um Patienten und Eltern klare Empfehlungen mit auf den Weg zu geben. Letztlich bleibt hier nur die – oftmals restaurierende – Therapie. Ein Ziel besteht darin, Karies so gut wie möglich in Schach zu halten. Auf der anderen Seite bleibt teilweise das Entfernen einzelner Zähne die einzige Option – inklusive der anschließenden Behandlung mit einem Platzhalter oder einer Krone. In anderen Fällen können sich Füllungen oder Zahnversiegelungen für betroffene Zähne eignen.

Im Hinblick auf die Diagnose müssen Kinderzahnärzte auch bei MMH einige andere Ursachen für ähnliche Störungen im Hinterkopf behalten. Zu diesen Differenzialdiagnosen gehört die klassische Zahnkaries. Aber auch eine Amelogenesis imperfecta (vererbte Störung der Zahnschmelzbildung) kann für mögliche vergleichbare Schäden verantwortlich sein. Fluorosen (Zahnschäden durch übermäßige Fluor-Zufuhr) scheiden aufgrund der Seltenheit oft aus.



R. Petzold Rene Petzold
Gesundheitsredakteur

aktualisiert am 10.10.2018
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