Youtube
Folgen Sie uns auf  

Schmerzen beim Wasserlassen

Lesezeit: 2 Min.

Schmerzen beim Wasserlassen deuten häufig auf eine Harnwegsinfektion

Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie) oder schmerzhafter Harndrang mit Schwierigkeiten beim Wasserlassen treten als Symptome bei Blasenentleerungsstörungen auf. Die Ursachen der Dysurie sind meistens Erkrankungen der Blase, Prostata oder Harnröhre.

Schmerzen beim Wasserlassen

Inhaltsverzeichnis

Der Harn ist ein Abfallprodukt des menschlichen Körpers und dient der Ausscheidung von Wasser, Stoffwechselendprodukten und Abfallstoffen sowie Giften oder Medikamenten. Er wird von den Nieren produziert und über die Harnleiter (Ureter) in die Harnblase geleitet. Dort sammelt sich der Urin, bis die Blase voll ist und deren Inhalt willkürlich über die Harnröhre (Urethra) ausgeschieden wird. Die Ursachen einer Störung beim Wasserlassen können in allen Teilen dieser so genannten ableitenden Harnwege liegen, beim Mann auch in Erkrankungen der Prostata.

Häufig auftretende Begleitsymptome sind neben Schmerzen beim Wasserlassen auch Brennen, vermehrter Harndrang, geringe Mengen Harn pro Toilettengang (Pollakisurie), ein geringer Druck beim Wasserlassen, erschwertes Wasserlassen bei erhöhtem Widerstand oder verlangsamtes Anlaufen der Miktion.

Ursachen

Ursachen einer schmerzhaften Dysurie können sein:

Erkrankungen der Blase

Erkrankungen der Harnröhre (Urethra)

Erhöhter Druck von außen auf die Blase durch

  • Tumore im kleinen Becken
  • Vergrößerungen der Gebärmutter bei der Frau
  • Absinken der Gebärmutter (Descensus uteri)

Erkrankungen der Nerven, die die Miktion steuern

  • Tabes dorsalis (Ausfall von Funktionen des Rückenmarks)
  • Nervenschädigung als Folge eines Diabetes (Diabetische Neuropathie)
  • Multiple Sklerose

Erkrankungen der Prostata

Diagnose

Zu Beginn der Untersuchung bei Dysurie steht eine ausführliche Befragung des Patienten zu seinen Beschwerden (Anamnese). Dabei ist es für den Arzt wichtig zu wissen, seit wann die Probleme beim Wasserlassen bestehen, ob sie plötzlich aufgetreten sind oder langsam stärker wurden, ob andere Begleitsymptome wie Inkontinenz oder Blut im Urin auftreten, wie sich die Beschwerden äußern und wann sie besonders stark sind. Der Patient wird gebeten, einen für ihn typischen Verlauf des Wasserlassens zu beschreiben. Läuft die Miktion nur schwer und langsam an? Ist der Strahl dünn, hat er wenig Druck? Besteht das Gefühl, gegen einen Widerstand zu arbeiten? Tröpfelt der Harn? Kann die Blase vollständig entleert werden oder bleibt Restharn zurück?

Bei der klinischen Untersuchung werden die Nieren durch Klopfen auf die Flanken und die untersten Rippen überprüft. Ist dieses Klopfen schmerzhaft, sind möglicherweise die Nieren entzündet.

Die Harnblase wird durch Tasten und Abklopfen untersucht, die Prostata durch eine rektale Untersuchung. Mithilfe eines Ultraschallgeräts können Nieren und ableitende Harnwege untersucht und insbesondere Steine oder sonstige Verengungen gefunden werden. Auch die Menge an Restharn nach dem Wasserlassen kann so gemessen werden. Sollte durch diese Untersuchung die Ursache der Beschwerden beim Wasserlassen noch nicht gefunden worden sein, ist eine ausführliche urologische und bei Frauen eine gynäkologische Untersuchung notwendig.

Im Labor werden Blut und Urin auf mögliche Krankheitserreger und Entzündungshinweise sowie Zeichen einer Steinbildung hin untersucht.

Therapie

Sind bakterielle Entzündungen der Harnröhre oder Blase die Ursache der Schmerzen beim Wasserlassen, sollten diese mittels Antibiotika für eine Woche behandelt werden, um eine Infektion der Nieren zu verhindern. Zusätzlich ist es wichtig, am Tag mindestens drei bis vier Liter Wasser oder Tee zu trinken und den Unterleib warm zu halten.

Steine im Bereich der Harnröhre, Harnblase, Harnleiter oder Nierenbecken können endoskopisch entfernt werden, falls sie sich trotz intensiver konservativer Therapie nicht von selbst lösen. Sind sie zu groß, um sie als ganzes endoskopisch herauszunehmen, können sie zunächst mittels Ultraschall zertrümmert und anschließend entfernt werden.

Tumore im Bereich der Harnwege können je nach Art des Tumors sowie Diagnose und Prognose operativ entfernt, chemotherapeutisch behandelt und/oder radiologisch bestrahlt werden.



V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 18.04.2018
War dieser Artikel hilfreich?
Arztsuche

Ärzte
Portrait Dr. med. Darinka Keil, Private Hautarzt & Laserpraxis, Bad Dürkheim, Hautärztin Dr. D. Keil
Hautärztin
in 67098 Bad Dürkheim
Portrait Dr. med. Uta Schlossberger, Dermatologie am Kolumbahof, Köln, Hautärztin Dr. U. Schlossberger
Hautärztin
in 50667 Köln
Portrait Dr. med. Ulrich Tappe, Hamm, Internist Dr. U. Tappe
Internist
in 59073 Hamm
Alle anzeigen Zufall